Gandini im MAUTO-Museum Turin


Revolution und Aufbruch lag in der Luft. Es gab die 69er Bewegung, Woodstock, neue Musik, neue kulturelle AnsĂ€tze und schließlich auch neue, verwegene Auto-Designs. Ein Meister des Besonderen war der Designer Marcello Gandini.


FĂŒr viele war der Italiener, der 1938 geboren wurde, der genialste in den 1970er Jahren – neben Giorgetto Giugiaro und Leonardo Fioravanti. Gandini zeichnete atemberaubende Traumautos wie den Lamborghini Miura und den Marzal, den Lancia Stratos, den Alfa Romeo Carabo und Montreal. Nie zuvor hatte man solche Automobile gesehen: KĂŒhn in ihrer Optik, innovativ in ihrer Umsetzung.

Der Jetset aus allen Ecken der Welt liebte diese Stilikonen, die bis heute zu den begehrtesten Automobilen ĂŒberhaupt zĂ€hlen. Doch nicht alle Werke von Gandini wurden gleichermaßen gefeiert – auch wenn sie dem Designer selbst sehr am Herzen lagen wie der Renault Supercinque oder der Citroen Bx, kleine Stadtautos, die zuverlĂ€ssig und funktionell sind und die weltweit Erfolg hatten.

„Gandini feiert seine Kreationen nicht gern. Es ist eine Charaktereigenschaft, die sich im Laufe der Jahre nie geĂ€ndert hat. WorĂŒber Gandini gerne spricht, ist, was er im Hier und Jetzt noch nicht geschaffen hat und was er morgen tun wird. Vor diesem Hintergrund haben wir an der Ausstellung gearbeitet, die alle seine wichtigsten Autos und die dahinterstehende Geschichte zusammenbringt, aber auch weniger bekannte Ideen oder Ideen, die nie verwirklicht wurden und denen Gandini gleichermaßen zuschreibt hoher Wert “, sagt GiosuĂš Boetto Cohen, Kurator der Ausstellung.

Dies ist der Geist der Ausstellung, die MAUTO – das Turiner Automuseum vom 24. Januar bis 26. Mai 2019 Gandini widmet. Die Geschichte des Designers und VisionĂ€rs wird erzĂ€hlt anhand einiger seiner wichtigsten Schöpfungen. Modell Silhouetten, die er wĂ€hrend seines Aufenthalts bei Bertone zu den kompakten Linien seiner Stadtautos zeichnete, Projekten, die nur konzipiert und nie entwickelt worden waren, seine Lastwagen, MotorrĂ€der und sogar ein ultraleichter und außerordentlich wendiger Hubschrauber sind zu sehen.

„MARCELLO GANDINI. HIDDEN GENIUS“ ist die dritte einer Reihe großer Ausstellungen, die das Nationale Automuseum den berĂŒhmtesten und innovativsten Autodesignern des zwanzigsten Jahrhunderts gewidmet hat. Ein Projekt, das darauf abzielte, ihre persönlichen und beruflichen Erfahrungen und die Kontexte zu untersuchen, in denen die Ideen, die sie weltberĂŒhmt machten, geboren und entwickelt wurden.

„Nach den zwei bahnbrechenden Ausstellungen, die Giorgetto Giugiaro und Leonardo Fioravanti gewidmet sind, geht das Museum nun auf Marcello Gandini, zweifellos den komplexesten und in gewisser Weise legendĂ€ren Charakter aus der Welt des Designs, die seit jeher ein wirklich unabhĂ€ngiges, revolutionĂ€res Denken verfolgt In Gandini erkennt die internationale Designkultur eine unwiderstehliche FĂ€higkeit an, ikonische Produkte anzubieten: WĂ€hrend diese rein mechanisch innovativ waren (die Turiner Schule, die sich mit der kĂŒhnen Reise von Nuccio Bertone identifiziert), brach sie die Thematik zusammen Grenzen des Autodesigns als Schnittstelle zur Pop-Art, zur Mythologie der Weltraumeroberung, zum Modedesign“, sagt Benedetto Camerana, Vorsitzender des Nationalen Automuseums von Turin.

Die Ausstellung, kuratiert von GiosuĂš Boetto Cohen – Journalist und langjĂ€hriger Produzent des nationalen Fernsehens von „La storia siamo noi“ – gliedert sich in zwei Teile: Die erste prĂ€sentiert mit ihrer FĂŒlle von Originaldokumenten, Objekten und Filmclips Gandinis Geschichte und Produktion. Mike Robinson – in den letzten Jahren Design-Chef bei Stile Bertone – hat Konzepte und Illustrationen beigesteuert. Der zweite Teil bietet eine Prozession von Sternen mit einer Anzeige aller berĂŒhmtesten Show-Autos und einiger anderer einzigartiger Fahrzeuge. Die meiste Aufmerksamkeit erhielt der Stratos Zero, der 1970 auf der Turin Motor Show prĂ€sentiert wurde, die aus einer amerikanischen Privatsammlung den MAUTO erreichte. Außergewöhnlich sind auch die Prototypen der Lamborghini Marzal (Leihgabe aus der Schweiz), Alfa Romeo Montreal 1967 und Alfa Romeo Carabo (beide aus dem Historischen Museum von Arese). Neben Einzel- und Designstudienfahrzeugen aus der ehemaligen Bertone-Kollektion, die sich jetzt im Besitz von ASI befinden, sind herausragende Fahrzeuge wie der Maserati Khamsin, einer der bekanntesten Automarken der Marke Trident, und der Lancia Stratos HF Stradale zu sehen, eine authentische Legende des Motorsports.