Goodwood Revival – Retro Outfit & heiße Kisten


„Wir möchten den Zuschauern zeigen, wie Motorsport frĂŒher gewesen ist“, erzĂ€hlt Doug Nye, der zum Organisationskomitee des Goodwood Revival Events im SĂŒdosten von England gehört. Zwar stehen auch immer die Legenden der Rennstrecke wie Jochen Mass, Tom Kristensen oder Frank Stippler im Mittelpunkt …

aber wenn die Motoren bei den 15 Rennen der Veranstaltung röhren, dreht sich alles ums historische Automobil auf der 3,83 Kilometer langen Rennstrecke auf dem Landsitz von Lord March. 1948 war die Rennstrecke einst eingeweiht worden. Nach einem Dornröschenschlaf wurde sie vor 15 Jahren wieder belebt und erfreut sich seitdem zunehmender Beliebtheit.
In diesem Jahr begeisterte das Ford GT40 JubilĂ€umsrennen die Zuschauer, als beispielsweise die beiden mĂ€chtigen Fahrzeuge Ford Fairlaine und Ford Galaxie mit Tom Kristensen am Steuer rivalisierend ĂŒber die Strecke donnerten. Doch bei Goodwood ist alles eine Frage des Stils. Hier teilnehmen zu können bedeutet in einer ganz eigenen Liga im Oldtimer-Zirkel zu spielen. Das ist Kult, das hat Tradition.
Rennsportlicher Kronjuwel war aber das Celebration Race (eine Stunde, zwei Fahrer) des Royal Automobile Clubs fĂŒr geschlossene GT-Fahrzeuge im Stil der 1960 – 1964 Jahre. Klassiker im Wert von ĂŒber 200 Millionen Euro wie beispielsweise Ferrari 250 LM (50. Geburtstag), GTO and GT SWB; Aston Martin DB4GT, Zagato und Project cars, AC Cobras, Jaguar E-types und E-Type Lightweights waren zu sehen.

Auch fĂŒr den ehemaligen Rockstar und Drummer der Kultband Nick Mason – inzwischen 69 – ist Goodwood Jahr fĂŒr Jahr genau der richtige Ort, um seinem Ferrari GTO ein bisschen Frischluft und Auslauf zu gewĂ€hren.
2013 wurde eigens die Boxengasse des ehemaligen Le Mans-Rennens fĂŒr das GT40 Feld-Feld wieder ausgebaut und wĂ€hrend sich die einen Boliden ĂŒber die Piste scheuchten, waren die anderen gut behĂŒtet Anschauungsobjekt fĂŒr die stilvoll verkleideten Fans.
Die Kombination aus britischem Landsitz, heroischen FahrkĂŒnsten und historischen KostĂŒmen ist weltweit einmalig. Das Flair von Goodwood bringt also das Publikum mit, das sich – bis es endlich auf dem GelĂ€nde angekommen ist – an unzĂ€hligen historischen Buden, FahrgeschĂ€ften und Shops vorbeigeschoben hat. 2013 kamen rund 146.000 Menschen um den ‚good old times‘ zu huldigen. Das passende Outfit ist erwĂŒnscht und wer nicht stilecht ausstaffiert ist, kommt gar nicht erst ins Fahrerlager. So gleitet auch der ehemalige Flugplatz der Königlichen Luftwaffe mĂŒhelos in die 1940er Jahre zurĂŒck. Und wer plant im nĂ€chsten Jahr dabei zu sein – ein Blick in Omas Kleiderschrank oder ein Spaziergang ĂŒber einen Flohmarkt hilft in jedem Fall. Aber notfalls können Sie auch vor Ort noch fĂŒndig werden.