GP Ice Race Zell am See: Vier RĂ€der auf Eis


Mit dem GP Ice Race wurde am vergangenen Wochenende eine traditionelle Motorsportveranstaltung zu neuem Leben erweckt: das GP Ice Race folgt auf das historische Eisrennen, das 1974 im österreichischen Zell am See zuletzt stattfand. Insgesamt 8000 KĂ€lte erprobte Zuschauer sĂ€umten an den beiden Veranstaltungstagen den Streckenrand. Mehr als 200 Journalisten und neun TV-Stationen hatten sich fĂŒr die Veranstaltung akkreditiert.

„Wir sind von der Resonanz schlichtweg ĂŒberwĂ€ltigt. Als wir die Idee dazu hatten, haben wir uns dieses Teilnehmerinteresse nicht trĂ€umen lassen. Niemals zuvor wurden an einem Ort legendĂ€re Renn- und Rallye-Autos in dieser Anzahl und QualitĂ€t versammelt“, freute sich Ferdinand Porsche, der zusammen mit Vinzenz Greger der Initiator des GP Ice Race ist. Prominente und Persönlichkeiten wie der ehemalige Formel-1-Pilot Mark Webber und Schauspieler David Hasselhoff (Knight Rider, Baywatch) ließen sich das Spektakel nicht entgehen, wie auch VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess und Skoda-Chef Bernhard Maier sowie die Motorsportleiter von Audi, Porsche, Skoda und Volkswagen.

Auf dem Eis wurde eine Mischung aus ShowlĂ€ufen und Wettkampf geboten. 130 Teilnehmer stellten sich dem Eisparcours auf dem GelĂ€nde des Zeller Flughafens. Gefahren wurde in fĂŒnf Klassen und im Skijöring. Letzteres ist eine Sportart, bei dem ein Skifahrer von einem Fahrzeug gezogen wird. An den Start gingen historische und moderne Rennautos. Im aktuellen Skoda Fabia R5 driftete WRC2-Meister Jan Kopecky ĂŒber Schnee und Eis. Der Tscheche war in Zell am See in der Klasse der R5-Fahrzeuge nicht zu schlagen und sicherte sich den Gesamtsieg. Neben zwei weiteren Fabia R5 ging Skoda auch mit einem historischen 130 RS, gefahren vom siebenmaligen deutschen Rallyemeister Matthias Kahle, in das Rennen.

Weitere Hersteller prĂ€sentierten sich bei der Neuauflage des Eisrennens ebenfalls vor Ort. Klassische Porsche wie der „Safari-Porsche“ (911 SC) waren wie der neue Cayman GT4 auf der Piste zu sehen. Ein Liebling der Zuschauer war der historische „Fetzenflieger“: ein Renn-Roadster aus den 50er Jahren mit einem 1,5 Liter Porsche-Motor. Rennfahrer Otto MathĂ© hatte dieses GefĂ€hrt einst selbst konstruiert. Nur fĂŒr Showrunden auf dem Eis – da extrem wertvoll – war ein 550 Spyder (Spitzname „James Dean“-Porsche) unterwegs. „Mir wurde gesagt, der Wagen ist circa 3,5 Millionen Euro wert“, zeigte sich Porsche-Werksfahrer Neel Jani ehrfĂŒrchtig, nachdem er mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Wolfgang Porsche als Beifahrer eine Runde um die Eisstrecke drehte.

Audi schickte Rallye-Legende Walter Röhrl im ebenso legendĂ€ren Quattro S 1 auf die Eispiste. Ein Auto Union Typ C wurde von Hans-Joachim „Striezel“ Stuck pilotiert. RenĂ© Rast, Tourenwagenchampion von 2017, zeigte sich in seinem DTM-Boliden, wĂ€hrend Formel-E-Fahrer Daniel Abt mit dem Audi e-Tron FE04 ĂŒber das Eis fegte. FĂŒr die Motorsportabteilung von Volkswagen doppelt im Einsatz war Rallye-Ass Jochi Kleint, der mit dem Biturbo Golf 2 Pikes Peak und dem Siegerfahrzeug der Gruppe A Rallye-Weltmeisterschaft 1986, einem Golf 2 GTI, an den Start ging. Im aktuellen Polo GTI R5 steuerte der mehrfache Le-Mans-Sieger Romain Dumas um den Eisparcours.

Die Sieger beim GP Ice Race 2019 waren: In der Kategorie R5 Rallye Jan Kopecky (Skoda Fabia R5), in der Buggy-Wertung Josef Vögel (Buggy), bei den Old- und Youngtimern Manfred Nothdurfter (Subaru Impreza), in der Wertung Tourenwagen/Rallyeauto Zweiradantrieb Kris Rosenberger (KTM X-Bow) und Helmut Hauser (Mitsubishi Evo 10) bei den Allradautos. Im Skijöring siegten Martin Zeller (Mitsubishi Evo 9) und Skifahrer JĂŒrgen Stock.