Grand Basel Advisory Board


Im Zentrum einer der Sonderausstellungen der ersten Grand Basel in Basel stehen sechs kuratierte Ausstellungsbereiche, in denen Autos und andere historisch bedeutende Exponate prÀsentiert werden. Sie machen deutlich, wie die Mitglieder des Advisory Boards automobile Kultur persönlich interpretieren.

Grand Basel zeigt nicht nur Autos, sondern alles, was mit Autos zusammenhĂ€ngt und von Autos inspiriert wird. Dank der BeitrĂ€ge des Advisory Boards macht diese einzigartige Show den Inbegriff automobiler Kultur sichtbar. Wichtige Elemente der ersten Grand Basel Show wurden aus dem vollkommen unabhĂ€ngigen Blickwinkel der Mitglieder des Advisory Boards, unter ihnen fĂŒhrende Persönlichkeiten aus der automobilfremden Welt, kuratiert.

Chairman des Advisory Boards ist Prof. Paolo Tumminelli, Direktor des Goodbrands Institute for Automotive Culture, Designkritiker und Professor an der FakultĂ€t fĂŒr Kulturwissenschaften der Technischen Hochschule Köln.

Prof. Tumminelli stehen exekutive Mitglieder wie die zeitgenössische KĂŒnstlerin Sylvie Fleury und der kreative Unternehmer und GrĂŒnder von Garage Italia Lapo Elkann zur Seite. Zu den Ehrenmitgliedern des Advisory Boards zĂ€hlen der Kulturexperte und Autor Stephen Bayley, der Designtheoretiker Prof. Dr. Michael Erlhoff und der weltberĂŒhmte Automobildesigner des Jahrhunderts Giorgetto Giugiaro.

Prof. Paolo Tumminelli – Fiat Panda, 1980
Der GrĂŒnder und Chairman des Advisory Boards, Prof. Tumminelli, Professor an der Technischen Hochschule Köln sowie Autor vieler Kommentare zum Automobildesign, ist vom Wert des Automobils als Kulturgut ĂŒberzeugt.

Exponate:
Fiat Panda 45 „Saved No. 1“, Giorgetto Giugiaro, 1976–1980 (Modelljahr: 1980)
Voxson Tanga FM, Rodolfo Bonetto, 1978 Olivetti Valentine, Ettore Sottsass Jr., 1969 Hantarex MGG EQ/3 28 „, Luigi Cameroni, 1989

In dem von ihm kuratierten Bereich prĂ€sentiert Prof. Tumminelli einen abgenutzten, heruntergekommenen 38-jĂ€hrigen Fiat Panda, ein Auto, das 2008 auf Sardinien gefunden und in das MĂŒnchener Designmuseum Neue Sammlung gefahren wurde. Er reprĂ€sentiert das Automobil in seiner reinsten Form als benutzerfreundliches Werkzeug. Das ikonische, kompromisslos einfache Design von Giorgetto Giugiaro steht in der Tradition von praktischen Kompaktautos wie dem CitroĂ«n 2CV und dem Renault 4.

Giorgetto Giugiaro – GFG Sibylla GG 80, 2018
Als legendĂ€rer Architekt des zeitgenössischen Automobils ist Giugiaro der geniale Schöpfer von Kultautos wie dem Fiat Panda, dem VW Golf und dem Lotus Esprit. Zur Feier seines 80. Geburtstags prĂ€sentiert der Meister sein aktuelles Design: das Elektroauto GFG Sibylla, fĂŒr das Giorgetto und Fabrizio Giugiaro gemeinsam mit dem Smart-Energy-Unternehmen Envision verantwortlich zeichnen.

Exponate:
GFG Sibylla GG 80, Giorgetto Giugiaro, 2018 Sammy Davis jr., Giorgetto Giugiaro, 1958 Indian, Giorgetto Giugiaro, 1958
Pagliaccio (Clown), Giorgetto Giugiaro, 1970

Der bei der Show gezeigte Sibylla wurde fĂŒr Giugiaro nach seinen Vorgaben gefertigt. Dieses erste straßenzugelassene Modell verbindet elegantes Design mit sauberer Energie und prĂ€sentiert sich als ein Auto, das sich in eine neue Energieinfrastruktur der Zukunft einfĂŒgt.

Sylvie Fleury – Lincoln Continental, 1963
Die KĂŒnstlerin Sylvie Fleury untersucht in ihren Werken die Konsumkultur und deren VerhĂ€ltnis zu Geschlecht und Politik. Eine ihrer Leidenschaften sind amerikanische Autos, die sie in ihren Videoarbeiten und Installationen oft thematisiert. Fleury ist GrĂŒnderin und PrĂ€sidentin des amerikanischen Automobilclubs „She-Devils on Wheels“.

Exponate:
Lincoln Continental, Elwood Engel mit Colin Neale, 1961 (Modelljahr: 1963) Labrisrynthe, Sylvie Fleury, 2008

„Ich war begeistert von der Gelegenheit, in meinem Bereich von Grand Basel das letzte private Auto von Pablo Picasso auszustellen“, so Sylvie Fleury. „Sein weißer Lincoln Continental, ein riesiger, kraftvoller Wagen, versinnbildlicht eine Schnittstelle zwischen Kunst und Design. Picasso war ein echter Autokenner, und dieses Auto von 1963 befindet sich immer noch im Besitz seiner Familie.“

Prof. Dr. Michael Erlhoff – Modellautos im Massstab 1 : 87
Der einflussreiche Designtheoretiker, Autor und Ausstellungskurator Prof. Dr. Michael Erlhoff ist ehemaliger Direktor des deutschen Rates fĂŒr Formgebung, GrĂŒndungsprĂ€sident der Raymond Loewy Foundation und GrĂŒndungsdekan der Köln International School of Design.

Exponate (Massstab 1 : 87):
CitroĂ«n DS, Flaminio Bertoni, 1955–1975
Goggomobil, Hans Glas GmbH, 1955–1969
Jaguar MK II, William Lyons, 1959–1969
Porsche 356 Cabrio, Erwin Komenda, 1948–1965
Porsche 911 SC, Ferdinand Alexander Porsche, 1978–1984
BMW Isetta, Iso Rivolta, 1955–1962
Borgward Isabella, Carl F. W. Borgward G.m.b.H, 1954–1961
Citroën 2CV Charleston, Flaminio Bertoni, 1949–1990
Messerschmitt Kabinenroller, Fritz M. Fend, 1953–1955

Anstelle eines Traumautos aus Blech in Originalgrösse zeigt Prof. Erlhoff in seinem Bereich von Grand Basel Spielzeugmodelle. Alle diese Autos machen Verbindungen zu Meilensteinen der Automobilgeschichte deutlich, doch im Massstab 1 : 87 erweisen sie sich als charmante Spielfahrzeuge mit einem unbeschwerten, humorvollen Touch.

Lapo Elkann – Fiat 500 Spiaggina von Garage Italia, 2018
Wenn es um Bewegung, Design, KreativitĂ€t und Stil geht, ist Lapo Elkann fĂŒr seinen unkonventionellen, kompromisslosen und disruptiven Ansatz bekannt. Als erfolgreicher Unternehmer grĂŒndete er u.a. Garage Italia in Mailand, einen Schmelztiegel fĂŒr Stil, Design, Kultur und die KĂŒche Italiens.

Exponate:
Fiat 500 Spiaggina von Garage Italia, 2018

Die Idee des ursprĂŒnglichen Fiat 500 Jolly Spiaggina von 1958 stammt von Fiat-Chef und Elkanns Grossvater Gianni Agnelli. Er hatte ein luftiges Sommerauto im Sinn, das auf seiner Yacht transportiert werden konnte und leicht genug war, um von der Crew an Land gezogen zu werden. Bemerkenswert ist, dass viele seiner Spiagginas als Limousinen mit Chauffeur konzipiert waren.

Stephen Bayley – Ford Consul Capri, 1962
Der GrĂŒndungsdirektor des Londoner Design Museum schreibt fĂŒr zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften. Unter anderem ist er Autor einer regelmĂ€ssigen Kolumne im Magazin „CAR“, in der er das zeitgenössische Automobildesign aus philosophischer Perspektive beleuchtet.

Exponate:
Ford Consul Capri, Design: Colin Neale, 1961 (Modelljahr: 1962)

„Um Magritte zu missbrauchen: Das ist kein Auto. Es ist ein Traum. Und das ist die Interpretation von TrĂ€umen“, erklĂ€rt Stephen Bayley. „Er war das erste Volksauto mit dem Emblem ‚GT’. Trotz dieses riesigen semantischen Versprechens erwies sich das Auto als Verkaufsversager. Es wurden lediglich 19.421 StĂŒck produziert. Der Wagen ist nicht nur einer der seltsamsten, sondern auch einer der seltensten Fords. Wie Sie sehen, lösen sich TrĂ€ume manchmal bald in Luft auf.“