Gyro-X: Restauration eines zweirÀdrigen Autos


Beim 18.Loch des berĂŒhmten Golfplatzes von Pebble Beach waren die schönsten der schönen Oldtimer zu bestaunen: Isotta Fraschinis, Ferraris, Mercedes-Benz und mehr. Doch da war auch der seltsame Gyro-X.

Nach dem 2. Weltkrieg, hatten die Automobilhersteller in Detroit ihre speziellen Ideen im Bezug auf die Zukunft des Automobils. Diese Ideen prĂ€sentierten sie auf den General Motor Motorama Shows. Aber zu diesem Zeitpunkt experimentierten nicht nur die Firmen mit neuen Ideen, wie die Ausstellung „American Dream Cars der 1960er Jahre“ beim Pebble Beach Concours zeigte.
In einem Halbkreis waren die zehn Fahrzeuge dieser Sonderschau am letzten Ende der Ausstellung aufgereiht. Doch sie zog wie magisch die Massen an. Einige der Fahrzeuge sahen aus, als ob sie eher fĂŒrs Fliegen gedacht seien, als fĂŒrs Fahren. Und da war der ungewöhnlichste aller Teilnehmer: der Gyro-X aus dem Jahr 1967. Ein schmaler, zwei-rĂ€driger Wagen, der mit einem High-Speed-Gyroscope ausbalanciert wird. Der Wagen hat schmale RĂ€der – Ă€hnlich wie Fahrradreifen – die beim Parken entfernt werden konnten.
Der Gyro-X gehört Jeff Lane und seinem Lane Motor Museum, das eine erfreuliche Elektro-Fahrzeugsammlung beheimatet in Nashville, Tennessee. Spannend waren die zahlreichen Unterlagen, die Lane zum Fahrzeug vorweisen konnte. Lane hat seit dem Kauf des Gyro-X vor sechs Jahren große Anstrengungen unternommen, um ihn wieder flott zu bekommen. Viele Teile mussten neben der Restauration auch wieder aufgebaut werden. Allein zwei Jahre hatte die Suche nach einem Unternehmen gedauert, das das notwendige Gyroscope herstellen konnte. Dem folgte eine eineinhalbjĂ€hrige Wartezeit, bis das Gyroscope in Italien bei einer Firma, die Stabilisatoren fĂŒr Schiffe herstellt, gebaut werden konnte.
Die Wurzeln dieses Fahrzeug fĂŒhren zurĂŒck zu Alex Tremulis einem Designer, und zu Tom Summers, einem Ingenieur. Im Jahr 1943 war Tremulis damit beschĂ€ftigt fĂŒrs US MilitĂ€r Missiles mit Gyroscop-Technologie zu bauen, bevor er 1961 den Gyro-balancierten Ford Gyron baute.
Im Jahr 1944 hatte Summers eine Firma gegrĂŒndet die schlußendlich rund 1500 Angestellte hatte, die sich mit dem Bomenbau und der Gyro-Technik beschĂ€ftigten. Aber er selbst war so fasziniert von dem Gedanken des Fahrzeugs mit dem Gyroscope, dass er 1961 seine eigenenFirma verließ, um sich dem projekt zu widmen. Er grĂŒndete die Summers Gyrocar Company, die spĂ€ter in die Gyro Transport Systems umbenannt wurde. Die Firma entwickelte zwei Gyro-balancierte Transportwagen fĂŒr den Einsatz im Wald und im Jahr 1966 legte er Patente vor, die weitere Gyro-Stabilisierte Fahrzeuge voran bringen sollten.
Außerdem heuerte er Tremulis an, der den Gyro-X designen sollte. Gebaut hat ihn dann der berĂŒhmte Rennwagenbauer Troutman-Barnes bevor er 1967 auf der Internationalen New York Auto Show gezeigt wurde. Die Technologie war kompliziert und erwies sich als nicht einsetzbar im normalen Verkehr mit 4-Rad-Fahrzeugen.
Wie der heutige Besitzer berichtete, tauchte der Gyro-X Mitte der 1990er wieder auf in der Konkursmasse eines schief gegangenen Unternehmens. John Windsor, ein Schausteller, war dann der Besitzer, der den Wagen 2009 an einen Sammler in Houston. Von im kaufte Lane den Gyro-X im Jahr 2011 und begann mit der Restauration, die nur wenige Tage vor dem Event in Pebble Beach fertig wurde. Der Motor eines Austin Mini-Cooper S bewegen den Gyro-X. Wenn der Wagen steht drehen sich die Gyro-SchwungrÀder weiter, so dass der Wagen in Balance bleibt. Summers hatte damals geglaubt, dass der Wagen die Verkehrsdichte vermindern könnte und deshalb das schmale Design gewÀhlt.