Hessen-ThĂŒringen Rallye: Opel-Oldtimer-Flotte unterwegs


Olympiasieger und -Weltmeister AndrĂ© Lange lenkt die Rallye-Version des Commodore B GS/E bei der diesjĂ€hrigen Ausgabe der Hessen-ThĂŒringen Rallye. . Dazu tritt ein spektakulĂ€rer Ascona B 400 auf – mit solch einem Kraftpaket holte Walter Röhrl 1982 fĂŒr Opel die Rallye-Weltmeisterschaft. ErgĂ€nzt wird das Feld von einem Kadett C GT/E, einem Corsa A Cup sowie einem Kadett E GSi. Am Rande der Oldie-Ausfahrt können die Zuschauer auch den aktuellen Rallye-Star von Opel bewundern: den Adam R2, der in den letzten drei Saisons die Junioren-EM gewann.

Bei der 2018er Ausgabe der Hessen-ThĂŒringen wurde in Weimar gestartet. Von hier aus ging es fĂŒr die Teilnehmer zwei Tage lang auf eine Strecke von etwa 350 Kilometern. Dabei war das Motto „Cruisen statt rasen“. Die Strecke war mit SonderprĂŒfungen und Sollzeitnahmen gespickt. In der ersten Etappe ging es fĂŒr die Fahrer durch den ThĂŒringer Wald, samstags folgte die ThĂŒringer Porzellanstraße. Ziel war an beiden Tagen erneut Weimar, Heimat von Goethe und Schiller wĂ€hrend ihrer gemeinsamen Schaffensperiode.

Die Zuschauer entlang der Strecke konnten sich neben den Rallye-Rennern von Opel auch an weiteren Klassikern satt sehen. Der Senior unter den Oldies war der Opel 8/25 PS aus dem Jahre 1920. Mit dem SpitzkĂŒhler nahm Opel nach dem Ersten Weltkrieg wieder die Automobilproduktion auf. Der Name basiert auf der spitz zulaufenden Front des Vierzylinders, der bei 1.600 Touren 25 PS mobilisiert. Die Höchstgeschwindigkeit des offenen Viersitzers betrĂ€gt 65 km/h. In den frĂŒhen 20er Jahren nahm Opel mit diesem Motorwagen erfolgreich an Motorsportveranstaltungen teil. Sogar beim legendĂ€ren Klausenpass-Rennen in der Schweiz war der Opel-Werksfahrer Carl Jörns mit dem SpitzkĂŒhler 1923 erfolgreich.

Eine Legende der 80er Jahre ist der Opel Kadett D Caravan mit seinem riesigen Ladevolumen von mehr als 1.400 Litern. Die ADAC Straßenwacht bestellte eine große Anzahl dieser Raumriesen. Als „Gelber Engel“ wurde der Kadett zum Retter in der Not. Einer von ihnen absolvierte zwischen 1981 und 1988 rund 300.000 Kilometer im Pannendienst und kehrte anschließend als Exponat von Opel Classic zum Hersteller zurĂŒck – und belegt nun auf der Hessen-ThĂŒringen den bekannten Werbespruch der Marke: „Opel – der ZuverlĂ€ssige.“

Wer D sagt, muss auch E sagen; also steht ebenfalls ein schneller Opel Kadett E GSi aus dem Jahr 1991 mit damals sportlichen 115 PS in Weimar am Start. Dazu gesellt sich ein 1966er Opel Rekord B, der einst Bundestrainer Sepp Herberger gehörte. Der Chef der Fußball-Weltmeistermannschaft von 1954 war ein treuer Opel-Fahrer und großer Fan des 90 PS starken Rekord B 1900. Noch einen Tick prominenter war ein Fahrgast des Opel Diplomat B V8. Die Langversion des Opel-Flaggschiffs von 1976 war mit ihrem 5,4-Liter-Achtzylinder (230 PS) 205 km/h schnell und damit eine der flottesten Reiselimousinen ihrer Zeit. Der Diplomat auf der Hessen-ThĂŒringen wurde beim Staatsbesuch 1976 vom amerikanischen PrĂ€sidenten Gerald Ford genutzt.

Abgerundet wurde der starke Auftritt von zwei stattlichen Cabrios: einem Opel Rekord A von 1964 und einem offenen Opel Rekord C Baujahr 1967. Beide Fahrzeuge sind echte RaritĂ€ten und wurden von der Kölner Firma Karl Deutsch zu Cabrios umgebaut. Deutsch fertigte in geringer StĂŒckzahl Cabriolets auf Basis von Rekord A, B und C. Lediglich 20 bis 30 Rekord A Cabrios sind dabei entstanden. Die Umbaukosten fĂŒr den eleganten 2+2-sitzigen offenen Opel betrugen rund 5.000 Mark. Vom Rekord C gab es ein paar mehr – so trĂ€gt das Exemplar von Opel Classic die Produktionsnummer 44 und zĂ€hlt damit zu den letzten der rund 50 gefertigten Cabrios.

Die Rallye-Stars der Hessen-ThĂŒringen aus RĂŒsselsheim auf einen Blick:

  • Opel Kadett B KullĂ€ng, Baujahr 1971, 106 PS
  • Opel Commodore B GS/E, 1972, 190 PS
  • Opel Kadett C GT/E, 1978, 160 PS
  • Opel Ascona B 400, 1981, 240 PS
  • Opel Corsa A Cup, 1985, 70 PS
  • Opel Kadett E GSi, 1985, 115 PS
  • Opel ADAM R2, 2018, 140 PS