InterClassics Maastricht


Jedes Jahr bildet die InterClassics in Maastricht der Auftakt der Oldtimersaison in den Benelux LĂ€ndern. Sie ist auch gleichzeitig eine der fĂŒhrenden Messen in Europa. An vier Tagen kamen rund 33.000 Besucher auf die 26. Ausgabe der InterClassics. Auf 35.000 Quadratmetern findet der Oldtimer-Enthusiast was das Herz begehrt. Vor allem die bunte Mischung macht die Messe interessant. Hier findet man vom exklusiven Luxusoldtimer bis hin zum Einsteigermodelle unter 25.000 Euro unterschiedlichste Exemplare.

In diesem Jahr stand die italienische Marke Lancia im Mittelpunkt der Messe. Die Höhepunkte aus der mehr als 100-jĂ€hrigen Geschichte der Marke wurden in Zusammenarbeit mit dem Lancia Club der Niederlande und von Belgien sowie diversen Museen in einem beeindruckenden Ausstellungspavillon prĂ€sentiert, darunter der einzige erhaltene Lancia D23 Spyder Pininfarina, zur VerfĂŒgung gestellt vom Louwman Museum.

Gianni Lancia, ambitionierter Sohn des GrĂŒnders Vincenzo und nach dessen Tod 1937 Direktor der Automarke, fand, dass Lancia sich im Rennsport beweisen musste. Er entwickelte ein Rennwagen-Programm, in Zusammenarbeit mit dem damals schon sechzigjĂ€hrigen Konstrukteur Vittorio Jano, der von Alfa Romeo zu Lancia gewechselt hatte. Nach dem 2. Weltkrieg baute Gianni einen Rennwagen, der auf dem neuen Aurelia GT basierte, das D20 CoupĂ©. Beim Targa Florio gewann Lancia, doch in Le Mans scheiterten die Autos. Lancia beschloss, zwei D20er technisch anzupassen und sĂ€gte das Dach ab, um einen offenen Rennwagen zu erhalten. Das Ergebnis war der Lancia D23. SpĂ€ter wurden noch zwei D20er umgebaut und mit einer De Dion-Hinterachse versehen, die die Straßenlage erheblich verbesserte.

Bereits bei seinem Renndebut beim Grand Prix von Monza holte dieser Lancia D23 Spyder Pininfarina dank seines Fahrers Felice Bonetto den zweiten Platz. Beim schwierigen Carrera Panamericana-Rennen in Mexiko setzte das Lancia-Rennteam fĂŒnf Autos ein: zwei D23er, den bei der InterClassics gezeigten fĂŒr Bracco und einen zweiten fĂŒr Castellotti, sowie drei neue D24er fĂŒr Fangio, Bonetto und Taruffi. Bei der vierten Etappe verunglĂŒckte Bonetto tödlich, was den letztendlichen 1-2-3-Sieg von Lancia ĂŒberschattete: Fangio wurde Erster, Taruffi Zweiter und Castellotti mit seinem D23 Dritter. Bracco war mit einem abgebrochenen Hinterrad ausgeschieden. Die Farbe Blau ist fĂŒr einen italienischen Rennwagen außergewöhnlich. In dieser Farbe startete das Auto 1953 in Monza. Dies ist der einzige erhaltene Original-Lancia D23, Baujahr 1953, zur VerfĂŒgung gestellt vom Louwman Museum und im Jahresthemenbereich der InterClassics Maastricht ausgestellt. Insgesamt waren 25 einzigartige Lancias zu sehen, darunter der Lancia Astura Pininfarina von 1938, der Lancia Delta HF Integrale Martini 5 von 1992 sowie der Lancia Aurelia B247 Spider von 1956.

Das Angebot dieser Messe war sehr vielfĂ€ltig, sowohl fĂŒr KĂ€ufer als auch fĂŒr Oldtimer-Liebhaber. Das britische Auktionshaus Coys veranstaltete seine grĂ¶ĂŸte Auktion in der Geschichte der InterClassics Maastricht. Unter anderem kam ein Oldtimer der Poplegende Phil Collins unter den Hammer. Die circa 300 Aussteller zeigten ihre schönsten und exklusivsten Classic Cars und alles, was damit zusammenhĂ€ngt, von Komponenten bis zu Sammlerobjekten. Außerdem konnten die Besucher auf dem Circuit de Monte Carlo simracen. Dazu standen zwei hochwertige Full Motion-Rennsimulatoren bereit. Der fĂŒnffache Weltmeister im Simracen, Bono Huis aus Maastricht, trat live im Simracen gegen den niederlĂ€ndischen Profirennfahrer Xavier Maassen auf dem Circuit de Monte Carlo 1966 an, eine Premiere in der Welt der Oldtimer-Messen. Das Classic Car, mit dem dieses Rennen gefahren wurde, war der 1975er McLaren M23. Es gewann Bono Huis.

Der Manager der InterClassics, Erik Panis, blickt Ă€ußerst zufrieden auf die Messe zurĂŒck: “Wir sind sehr erfreut, dass wir auch in diesem Jahr mehr als 30.000 Besucher begrĂŒĂŸen durften. Das ist bereits das zweite Jahr in Folge, dass wir derart hohe Besucherzahlen holen konnten und ist ein Zeichen dafĂŒr, dass die Kauflust und das Interesse der Liebhaber klassischer Autos nicht nachlassen.”