Jaguar SS100 Scheunenfund: Bereit fĂŒr Oldtimer-Patina


Unter Jaguar Besitzern gilt Terry Larson aus Mesa, Arizona, als Experte. Jetzt steht in seinem großen Restaurationsbetrieb – den ĂŒber die Jahre viele Jaguar- und SS-Sport- und Rennautos mit neuem Gewand und fast wie neu verlassen haben – ein besonders Fahrzeug. Ein Scheunenfund, bei dem der Experte ganz anders herangehen will.

„Es ist eine spannende Geschichte“, erzĂ€hlt Larson „Man begegnet nicht oft Autos, die seit 60 Jahren nicht mehr berĂŒhrt wurden.“ Die Rede ist von einem Jaguar SS-100 aus dem Jahr 1938, der ĂŒber 60 Jahre in einem Lagerhaus in New Jersey versteckt ist. Nicht nur wurde der Wagen im Jahr 1958 dort abgestellt und praktisch vergessen – nicht einmal die Jaguar-Gemeinde, die ansonsten weltweit gut vernetzt ist, wusste von seiner Existenz.

Larson kaufte den Wagen vom Sohn des Mannes, der den Wagen einst abgestellt hatte und der ihn aus England in die USA gebracht hatte. „Viele dieser Fahrzeuge wurden von ehemaligen Soldaten nach Amerika gebracht, wenn diese ihren Dienst in England beendet hatten und in die Staaten zurĂŒckkamen„, erklĂ€rt Larson. „Damals war der Dollar stark und die Autos gĂŒnstig.“

Larson erfuhr von der Existenz des unbekannten SS-100, Chassis 39049, weil er als Jaguar-Experte weithin bekannt ist. Nicht umsonst hat Larson auch den Ruf eines SpĂŒrhundes, denn er war beteiligt an erstaunlichen Entdeckungen von historischen Autos. Larson ist auch der HĂŒter des Registers in der Welt der C-Typ-, D-Typ- und leichten E-Type-Rennwagen der 1950er und 60er Jahre. „Ich fĂŒhre das Register fĂŒr die SS-100 des Classic Jaguar Club„, erzĂ€hlt Larson. „Dieser Wagen ist nirgendwo aufgefĂŒhrt worden, und ich bin mit Leuten aus der ganzen Welt in Kontakt, Menschen in England, Deutschland, Australien, Leuten, die diese Autos im Auge behalten – aber keiner von uns wusste, dass dieses Auto existierte.“

Dieser SS-100, der erste bei dem der Herstellername „Jaguar“verwendet wurde, trĂ€gt eine besondere Rennhistorie – wie der Experte anhand von Details und schließlich historischem Bildmaterial nachweisen konnte. Besonders freut sich der EigentĂŒmer jetzt ĂŒber Matching Numbers. Irgendwann einmal wurde der Wagen neu lackiert und aus Grau wurde DunkelgrĂŒn.

Heute zeugt der Jaguar SS 100 mit seiner Patina von einer reichen Geschichte und einem erfĂŒllten Autoleben. Larson, der im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von SS-100 restauriert hat, ist beeindruckt vom Erhaltungszustand dieses Oldtimers. Anstatt ihn originalgetreu zu restaurieren, plant der Experte eine sanfte Renovierung, um ihn es wieder auf die Straße zu bringen – mit dem Hauch des Scheunenfundes. „Ich habe die 100er immer geliebt, und ich habe viele von ihnen restauriert“, so Larson. „Dieses wĂ€re ein einfaches Auto, fĂŒr eine komplette Restauration. Ich habe eine Vision: es wird ein funktionstĂŒchtiges Auto werden, alle Dinge werden funktionieren, aber wir lassen das patinierte Aussehen und pflegen es. Ich denke, die Welt ist bereit fĂŒr so etwas.“