Kaleidoskop der Oldtimer-Szene


„Le monde est fou 
“ könnte man meinen, wenn man den stattlichen erzielten Verkaufspreis von ĂŒber 40.000 Euro fĂŒr einen CitroĂ«n 2CV hört. Aber ganz so verrĂŒckt ist die Welt dann doch nicht, denn nicht alle Auktionsergebnisse fielen so ĂŒberzogen aus, wie ursprĂŒnglich erhofft. Vielmehr war die Messe RĂ©tromobile in diesem Jahr ein Spektrum der gesamten Oldtimer-Szene, die sich in drei Hallen zeigte.

Mittlerweile nutzen viele Hersteller die RĂ©tromobile zur PrĂ€sentation ihrer Designkonzepte und spannen den Bogen zu den Neufahrzeugen. Bei Renault waren mehrere weiße Alpine Modelle aus verschiedensten Generationen zu bewundern. Beginnend bei der Alpine A106 bis hin zum neuesten Alpine Modell. Besondere Aufmerksamkeit brachte das Renault Design Concept, das am Stand die Evolutions-Stufen der Marke abrundete. Über den Stand verteilt, waren mehrere Modelle aus der Historie von Renault zu sehen. Beginnend bei dem Renault V aus der Jahrhundertwende ĂŒber den Renault 45 Tourer und einigen Designstudien aus den 80 und 90er Jahren.

Auf rund 1200 Quadratmetern prĂ€sentierte sich die Marke CitroĂ«n mit ihren angeschlossenen Clubs. Ein Highlight am Stand war der CitroĂ«n ScarabĂ©e dÂŽOr, das erste Kettenfahrzeuge mit dem 1925 erstmals die Sahara durchquert wurde. Als Gemeinschaftsprojekt wird dieses GefĂ€hrt nun wieder zum Leben erweckt. Zahlreiche Ausbildungsbetriebe und technische Schulen beteiligen sich daran. Bei den CitroĂ«n Nutzfahrzeugen waren der sehr frĂŒhe TUB und der CitroĂ«n H ausgestellt.

Porsche feierte 40 Jahre Porsche 928 und zeigte unter anderem den Porsche 928-4 (auch als 942 bekannt), einem viersitzigen Shooting Break der als Prototyp fĂŒr Ferry Porsche gebaut wurde. Der Radstand wurde um 25cm verlĂ€ngert. Ein weiterer Porsche zog die Aufmerksamkeit auf sich. Der Porsche 928, mit dem Philippe Delaporte rund dreißig Tausend fĂŒnfhundert Kilometer rund um die Welt reiste. Auch zu sehen war der Porsche 928 GTS.

Mercedes-Benz hatte eine Auswahl an MuseumsstĂŒcken aus Stuttgart mitgebracht. Jaguar stellte an ihrem Stand den wieder produzierten Jaguar XK D-Type aus. Fiat hatte einige echte RaritĂ€ten am Stand. Neben dem Abarth Rekordwagen mit Pininfarina Karosserie und einem Abarth Prototyp fĂŒr den Alfa Romeo Zagato stand auch ein Lancia Loraymo, gezeichnet von Raymond Loewy.

Ein Highlight bei den Sonderausstellungen war die HĂ€ndler Show der Aston Martins. Rund zwanzig Modelle aus der britischen Fabrik von David Brown wurden gezeigt, darunter auch erstmals der Aston Martin DB5 aus dem James Bond Film „Goldfinger“, der das Highlight der Sonderschau bildete. Dieses fĂŒr den Film gebaute Fahrzeug hatte etliche Sonderfunktionen, wie zum Bespiel die ausfahrbare schußsichere Stahlplatte am Heck, die ausfahrbaren Radnaben, das Maschinengewehr hinter dem RĂŒckscheinwerfer oder an der Front. Die Besucher liebten es, sich vor dem berĂŒhmten Aston Martin zu fotografieren. Doch auch die anderen Exponate waren durchaus interessant. Darunter ein Aston Martin DB4 Zagato, der Bristol Arnold Aston Martin, der Aston Martin DBR1 oder auch der Aston Martin DB4. Unter anderem war auch ein Volvo P1800 mit Aston Martin Motor zu sehen. Dies sind die Fahrzeuge, die die Retromobile so sehenswert machen.

Rennsportbegeisterte Besucher kamen bei der Ausstellung von Rennfahrzeugen der Gruppe B auf ihre Kosten. Dort waren neben weiteren Rallye Sport Boliden, der Audi Ur Quattro, Lancia 037, Ford RS 200 oder auch der Austin Metro 6R4 zu bestaunen.

Die RĂ©tromobile steht aber auch fĂŒr ihre Club PrĂ€senzen und gerade diese bringen jedes Jahr immer wieder einige ganz besondere Highlights zur Messe. In diesem Jahr waren zum Beispiel Exemplare der französischen Automobilmarke Bignan, die von 1918 bis 1931 existierte. Bignan baute vor allem sportliche Fahrzeuge. Das Logo zeigt einen fliegenden Kranich. Am Stand des französischen Oldtimer Verbands waren ein Bignan Type AL3, ein Type 132C und ein Type 15000 Limousine zu sehen.

Der Teuf Teuf Club zeigte auf ihrem Stand Fahrzeuge aus der Anfangszeit des Automobils. Darunter mehrere Bayards, wie ein Clement AC40 von 1905, ein AC2VB15 und ein AC4R von 1904. Mit dabei war auch ein sehr frĂŒher Renault Typ C Course von 1900.

Im Atrium der Halle 1 zeigte das National Motor Museum aus Beaulieu in Großbritanien ebenfalls Fahrzeuge aus der frĂŒhen Ära der britischen Automobilmarke GN. Darunter der GN Thunderbug Special mit einem 4,3 Liter V-Zweizylinder-Motor und der GN Grand Prix mit einem JAP 5,1 Liter V8 Flugzeugmotor.

Einen unglaublich großen Raum nahmen in diesem Jahr die KĂŒnstler und Kunstwerke rund um das Automobil ein. GemĂ€lde aller Art, Skulpturen, Grafiken – was das Herz begehrt …

FOTOS: @Kay MacKenneth /Classic-Car.TV