Klassiker & Neuwagen in Goodwood


LegendĂ€r ist das Wochenende auf dem Landsitz von Lord March allemal. Beim 21. Festival of Speed ließen sich die eingefleischten Fans des historischen Motorsports …

auch nicht durch die zahlreichen NeuwagenprĂ€sentationen irritieren. Immerhin schlugen die den Bogen in die Neuzeit. Im langen Schlangen pilgerten tausende von Menschen auf den schmalen StrĂ€ĂŸchen nach Goodwood House. Hier hatte einst die private Automobil-Leidenschaft den Vorfahren des heutigen Earls zum Bau einer 1,86 Kilometer langen Rennstrecke gebracht.
Goodwood, das ist eine Mischung aus allem was fĂ€hrt. Dampfkutschen aus den AnfĂ€ngen der Mobilisierung, Le Mans Sieger Autos und zukunftsweisende Modelle wie der Audi R18 e-Tron Quattro vereinen sich zu einem einzigartigen Tanz auf der Rennstrecke. Auch Porsche feierte mit. Der 50-jĂ€hrige Geburtstag der 911er – Anlass genug. Porsche zeigte 13 Highlights der eigenen Sammlung bei einer Ehrenparade.
Direkt vor dem Herrensitz erheben sich drei silberne Pfeile. An ihrer Spitze, in mehr als 30 Metern Höhe ragen drei Ikonen des Sportwagenbauers aus Zuffenhausen in den blauen Sommerhimmel: Porsche 911 aus den Jahren 1963, 1973 und 2013 symbolisieren die lange Tradition und den Anspruch der schwÀbischen Konzerntochter als Ikone der Automotive-Szene.

Und im CafĂ© „Le Mans“ direkt an der kurzen Rennstrecke wird es deutlich: „Mission 2014 – Our Return“ heißt es ĂŒberall auf den Tischen und an den WĂ€nden. Porsche ist heiß auf die RĂŒckkehr zum Klassiker aller 24-Stunden-Rennen in Le Mans. UnzĂ€hlige Siege fuhr die VW-Tochter einst an der „Sarthe“ ein – unter anderem mit dem von Ferdinand Piech entwickelten 917. Und das in direkter Konkurrenz zur Konzerntochter Audi. Was fĂŒr ein Statement. Neben Toyota nur temporĂ€re Mitbewerber, keine Konkurrenz; dann wird eben Konzernintern um die besten technischen Innovationen und Lösungen gerungen.

In den Ring einer hochkarĂ€tig besetzten Auktion stiegen auch die Interessenten an Klassikern der Automobilgeschichte. Begonnen wurde passend zum Porsche-JubilĂ€um mit einem echten Bauernhof-Fund, einem 1966er 911 S CoupĂ©. Die Besonderheit: der Wagen war der erste rechtsgelenkte 911er, der ĂŒber den Kanal nach England exportiert worden war. Rund 3 .000 Euro legte der neue EigentĂŒmer auf den Tisch. Ein echtes SchnĂ€ppchen gegenĂŒber dem Star des Nachmittages: FĂŒr mehr als 20 Millionen Euro ersteigerte ein Unbekannter Juan Manuel Fangios 1954er Silberpfeil, den Mercedes-Benz W196R auf dem der Argentinier einen seiner Grand Prix-Siege errang.

Auf der Rennstrecke gab es viel zu sehen: Audi Tradition hatte den 1936er Auto Union Type C mit nach Goodwood gebracht. Und der beeindruckend Sound der 16 Zylinder gefiel den Zuschauern ebenso gut wie der Auftritt des 315 PS starken Polo R WRC von Volkswagen Motorsport, flankiert von den Rennlegenden Hans-Joachim Stuck, Jacky Ickx und Carlos Sainz, die sich gemeinsam mit Audis neuem Entwicklungschef Ulrich Hackenberg die Ehre gaben.

Am Ende der Rennstrecke das Highlight fĂŒr echte Rallye-Fans: Eine gut zwei Kilometer lange Waldstrecke. Hier dĂŒrfen sich Klassiker und aktuelle Stock-und-Stein-Renner austoben. Saab 96, Audi Quattro GP4, Porsche 911 SCRS, bis hin zum 2013er Skoda Fabia S2000 ein Augenschmaus fĂŒr Rallye-Enthusiasten.

Goodwood bleibt, was es schon immer war: Eine stilvolle Historien-Parade, bei der sich alle Besucher und Renn-Veteranen vergangener Tage daran freuen, dass „das alte Eisen“ in spektakulĂ€rer Manier den Berg hinaufrast und sich die Glorie vergangener Renntage mit den aktuellen Stars des Motorsports auf spektakulĂ€re Art vereint.

Mit dabei war auch Formel 1 Pilot Lewis Hamilton, der den Mercedes Silberpfeilen – alt und jung – einiges an Gummi abforderte, als er vor der ZuschauertribĂŒhne seine FahrkĂŒnste demonstrierte. Hamilton: „ZurĂŒck in Goodwood zu sein war einfach großartig. Vielleicht habe ich mich ein wenig hinreißen lassen mit den Burnouts, aber vor den applaudierenden Menschenmassen kann das schon mal passieren.“

www.goodwood.co.uk/festival-of-speed