Kleinstwagen hoch im Kurs


WĂ€hrend seiner Zeit war der kleine Inter 175 kein wirklich großer Erfolg. Anders sieht es heute in Zeiten der Sammelleidenschaft fĂŒr kuriose Kleinstfahrzeuge aus. Bei der RM Sotheby’s Amelia Island Auktion (10. MĂ€rz 2018) tritt wieder ein kleiner Inter 175 auf die BĂŒhne. Zuletzt hatte ein Exemplar aus der Bruce Weimer Kleinstautosammlung (ebenfalls durch RM verkauft) 161.000 US-Dollar (z.Zt. des Verkaufs ca. 120.750 Euro) gebracht und lag ĂŒber dem fĂŒnffachen seines SchĂ€tzwertes.

Gebaut wurde der Kabinenroller Inter durch die “SociĂ©tĂ© Nationale de Construction AĂ©ronautique du Nord” (SNCAN), einer Flugzeugfirma aus Lyon. Es handelt sich beim angebotenen Exemplar um eines von nur 30 ĂŒberlebenden Inter 175A. Überall findet man Hinweise auf die Herkunft aus dem Flugzeugbau. Unter seinen Flugzeugelementen befindet sich ein Helikopter-Anlasser – der Westinghouse Gyrostarter – der den Motor durch DrĂŒcken eines Hebels mit einem charakteristischen elektrischen Heulen anzieht. Zwei Passagiere sitzen im Tandem und ein einziger zentraler Scheinwerfer sorgt fĂŒr nĂ€chtliche Beleuchtung. Ein Lenkungslenker und ein konisches Heck ahmen seine Flugzeugherkunft nach. Obwohl das Design wĂ€hrend der Produktion Ă€hnlich blieb, wird gesagt, dass keine zwei Inters identisch sind, was die Besitzer sehr begeistert, wenn sie die Einzigartigkeit ihrer jeweiligen Beispiele vergleichen.

Angetrieben von einem 8-PS-Einzylinder-175-Kubikzentimeter-Motor war der Inter kein GeschwindigkeitsdÀmon, sondern lief im Stadtverkehr und brachte so das dringendste, was notwendig war. Alles war spÀrlich und glich mehr einem Motorroller mit einem Deckel darauf. Um auf kleinstem Raum Platz zu finden, lassen sich die VorderrÀder des Dreirads sogar in die Karosserie einklappen und reduzieren die Gesamtbreite.

Fotos: ©RM Sotheby‘s