La Carrera Panamericana


Anfang Oktober 2018 begaben sich zahlreiche Teams mit ihren zwischen 1940 und 1972 gebauten Klassikern in Mexiko auf die Spuren der einst wohl hĂ€rtesten Rallye der Welt – der La Carrera Panamericana. Auf einer 3000 Kilometer langen Strecke fahren die Teams mit einer ungefĂ€hren Durchschnittsgeschwindigkeit von bis zu 180 km/h durch Mexiko.

Die traditionelle Rallye wurde 1950 ins Leben gerufen. Sie folgte der Route der Panamericana, einer Schnellstraße die Nord- und SĂŒdamerika ĂŒber mehrere Tausend Kilometer verbindet. Es war ein echtes Rennen und entsprechend gefĂ€hrlich, den Leitplanken oder Sicherheits-Auslaufzonen gab es damals nicht. Sehr schnell bekam die Panamericana einen gefĂŒrchteten Ruf, denn es passierten immer hĂ€ufiger tödliche UnfĂ€lle. Daher wurde das Rennen ab 1954 verboten und fand erst einmal nicht mehr statt.

Erst 1988 wurde die neue Auflage der La Carrera Panamericana wieder ins Leben gerufen. Die Neuauflage ist als Oldtimer Rennen auferlegt worden. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden zwar erhöht, aber wer nun denkt, dass es sich um eine nette kleine Ausfahrt durch Mexiko handelt, liegt falsch. Noch immer ist die Panamericana ein echtes Rennen. Lediglich die Auflagen fĂŒr die Teilnahme sind wesentlich strenger. Die Fahrzeuge mĂŒssen gewisse Sicherheitsvorrausetzungen wie ÜberrollbĂŒgel, Schalensitze und doppelte Haubensicherungen besitzen. Fahrer und Beifahrer benötigen Feuerfeste RennanzĂŒge, Helme und eine Kette mit ihrer Blutgruppe. Mehrere Ärzteteams folgen dem Feld. Und dennoch gibt es jedes Jahr immer wieder schwere UnfĂ€lle, denn die Strecke setzt echtes fahrerisches Können voraus. Zwar sind die Strecken fĂŒr den öffentlichen Verkehr gesperrt, aber der Belag der Straßen ist nicht immer auf die Geschwindigkeit der Fahrzeuge ausgelegt. Schnell verliert man an einer Kuppel die Haftung und fĂ€hrt anstatt in die Kurve weiter geradeaus in tiefe AbgrĂŒnde.

Im Vorfeld proklamierte der Veranstalter, dass der touristische Aspekt in diesem Jahr mehr im Vordergrund rĂŒcken wĂŒrde. Man hĂ€tte die Strecken extra so gewĂ€hlt, dass sich die Teams traumhafte StĂ€dte und Landschaften sehen konnten.

Begonnen hatte die Rallye auf dem Hauptplatz in Oaxaca de Juarez vor der Kirche von Santo Domingo. Am ersten Tag der Rallye durften alle Fahrer erst einmal eine Runde auf der Rennstrecke von Hermanos Rodriquez drehen. Diese Ehrenrunde fand vor dem eigentlichen F1 Start statt.

Am zweiten Tag ging es in Richtung Norden mit dem Ziel Mexiko City, wo bereits tausende Motorsportfans vor dem Palacio de Bellas Artes auf die Teilnehmer warteten, um sie mit großem Jubel zu begrĂŒĂŸen. Die nĂ€chsten Tage ging es noch weiter nach Norden Mexikos und fĂŒhrte durch Queretaro. Am nĂ€chsten Tag erreichten die Teams den Panamerikanischen Kontinent und durchquerten San Miquel. Nach drei Tagen erreichten die Fahrer die Zielstadt El Espinazo del Diablo.

Das Team Emilio VelĂĄzquez und Christian Coronel ist nach mehr als dreitausend Kilometern die Gewinner der 31. Ausgabe von La Carrera Panamericana.

Die Teilnehmer aus Oaxaca fuhren eine Gesamtzeit von 5:18:45 Minuten und haben sich damit die Sieger-TrophĂ€e geholt. Als zweitschnellstes Team fuhren Hilaire und Laura Damiron mit einer Gesamtzeit von 5:20:09 Minuten ĂŒber die Ziellinie.