Landrover Grizzly Torque – Geschichte einer langen Reise im Oldtimer


Kanada, Großbritannien, Ghana, Nigeria – jedes GemĂ€lde auf der Seitenwand des Landrovers Grizzly Torque erzĂ€hlt eine Geschichte von weit entfernten LĂ€ndern, von Abenteuern und davon, dass ein stetig begangener Weg – auch wenn er nicht immer der schnellste ist –zum Ziel fĂŒhrt.

Schließlich ist der Oldtimer aus dem Jahr 1957 mit beharrlicher Landie-Geschwindigkeit unterwegs und definitiv nicht als Raser.
Der Land Rover wurde seinerzeit maßgeschneidert. Von Pilcher wurde er mit einem Antriebsstrang der Serie I ausgestattet, die Karosserie des Krankenwagens zeigt noch andere ungewöhnliche Merkmale wie zum Beispiel die Dachluke zur Beobachtung gefĂ€hrlicher Wildtiere. Nach einer kurzen Testphase in Schottland brachen Bristol Foster und sein Freund Robert Bateman auf zu einer Expedition in die heute ehemaligen LĂ€nder des British Empires. Als „Rover Boys“ berichteten sie fĂŒr eine britische Tageszeitung und sollten 14 Monate und 60.000 Kilometer durch Kenia, Nepal und Singapur unterwegs sein. Weil die Rover Boys einen ziemlich lockeren Zeitrahmen hatten, waren sie in der Lage, dort zu verweilen, wo sie wollten, zurĂŒckzukommen, wenn sie sich danach fĂŒhlten, und im Wesentlichen in jede Richtung zu fahren, die ihren Vorstellungen entsprach.
Schließlich beendete der Grizzly Torque seine Reise in Australien und wurde dann zurĂŒck nach Vancouver verschifft. Foster nutzte es fĂŒr weitere Expeditionen nach Haida Gawaii, damals bekannt als die Queen Charlotte Islands. WĂ€hrend seiner Doktorarbeit an der UniversitĂ€t von British Columbia entwickelte er die Foster’s Rule, eine Lehre der Evolutionsbiologie, die sich mit der VerĂ€nderung der GrĂ¶ĂŸe von Inselbewohnern in AbhĂ€ngigkeit von der RessourcenverfĂŒgbarkeit und PrĂ€dation auseinandersetzt. Der Grizzley Torque war gut geeignet fĂŒr raues Land, aber nicht fĂŒr den tĂ€glichen Gebrauch. Also wurde er verkauft. Der neue Besitzer Stuart Longair brachte den Wagen zu neuem Leben nachdem das GefĂ€hrt rund zehn Jahre lang unbeachtet auf dem AußengelĂ€nde einer Farm gestanden hatte. Werst bei der Restauration kam zum Vorschein, dass es sich um das Weltenbummler-Fahrzeug der beiden „Rover Boys“ gehandelt hat, denn ein persönlich eingesetztes Ersatzteil – eine Plexiglasscheibe – war noch immer vorhanden. Um so mehr Spaß machte nun im Anschluß die gemeinsame Bilder-Reise mit den heute nicht mehr so jungen „Rover Boys“. Und die schwelgten natĂŒrlich in Erinnerungen