London-Brighton: Isotta Fraschini kÀmpft auf der Strecke


Er war ein Geschenk von Mussolini an Amerika, der Isotta Fraschini Baujahr 1901.

Der ehemalige italienische Diktator hatte den Ur-Oldtimer dem Henry Ford Museum geschenkt. Jetzt ist der betagte Wagen geladener Gast beim Bonhams London to Brighton Veteran Car Run am Sonntag, 1. November.

 

1901 Isotta Fraschini3

 

Der historisch bedeutende Wagen trĂ€gt die Chassis Nummer 1 und ist der erste, der das berĂŒhmte Markenzeichen „IF“ trĂ€gt. Cesare Isotta und die BrĂŒder Vincenzo Antonio and Oreste Fraschini hatten in Mailand die Firma gegrĂŒndet. Zuvor bauten sie fĂŒr Renault Autos zusammen und verkauften sie. Obwohl Isotta Fraschini fĂŒr spektakulĂ€re Rennwagen berĂŒhmt ist, war der erste Wagen der Firma eher eine umgestaltete Maschine: Eine kleine zweisitzige Voiturette mit dem Chassis-Schild 1, angetrieben von einer Einzylinder De Dion Bouton Maschine, wie sie frĂŒher im Renault Type D genutzt wurde. Kurioserweise hatte der Wagen niemals eine Karosserie bekommen und war so – als rolling Chassis – im Jahr 1931 an das Henry Ford Museum in Dearborn Michigan ĂŒbergeben worden. Irgendwann stellte sich heraus, dass das Geschenk von Isotta Fraschini nicht ganz freiwillig erfolgt war. Mussolini hatte Druck ausgeĂŒbt, damit sich Ford zur Fahrzeug-Produktion in Italien entschließen sollte. Ein Gedanke, den Fiat schon im Ansatz erstickte. Im Museum selbst war man seinerseits ein bisschen irritiert ĂŒber das Geschenk. Obwohl es kurze Zeit ausgestellt wurde, verschwand es fĂŒr mehrere Jahrzehnte in den Katakomben, bis es 1980 verkauft wurde. Ein Italiener sorgte bei dem Teilverkauf des Museums 1980 dafĂŒr, dass der erste Isotta Fraschini wieder Heimaterde unter die RĂ€der bekam.