London Brighton Run – Napier Rennlegenden fĂŒhrten die Ur-Oldies an


Die EnglĂ€nder kennen nichts, wenn es um den jĂ€hrlichen Veteran Car Run geht. Es kann eiskalt sein – dazu Katzen und Hunde regnen – gefahren wird auf jeden Fall. Auch wenn die Reise mit den Klassikern, die vor 1905 gebaut worden sein mĂŒssen, reichlich Zeit in Anspruch nimmt und kostspielige Investitionen voraussetzt.

Rund 400 Oldtimer haben es 2013 in den erlesenen Kreis dieser seltenen Ur-Oldtimer geschafft. Die Besitzer kommen aus der ganzen Welt mit ihren Fahrzeugen um an diesem einzigartigen Event teilzuhaben. An der Spitze des diesjÀhrigen Tross fuhren drei Napier Rennlegenden. Einer von ihnen hatte 1902 das Rennen Paris-Innsbruck mit S.F. Edge am Steuer gewonnen.
Im frĂŒhen Morgengrauen ging die Fahrt ĂŒber 85 Kilometer getreu dem Spruch „Schlecht gefahren ist besser als gelaufen“ von London aus in den Seeort Brighton. Erinnert wird mit der ebenso anstrengenden wie euphorisierenden Fahrt an ein Ereignis, das schon 117 Jahre zurĂŒck liegt. Damals waren die ‚leichten Lokomotiven‘ – wie die Fahrzeuge damals genannt wurden – mit einem strengen Geschwindigkeits-Limit von vier Meilen (6 km/Stunde) belegt. Außerdem musste ein FußgĂ€nger mit roter Warn-Flagge vor den Fahrzeugen herlaufen. Als der Bann fiel und die Verbrennungswagen wieder flott fahren durften organisierte Harry J. Lawson das erste Rennen. Das war im Jahr 1896. Seitdem findet – vom Royal Automobile Club organisiert – der London Brighton Run in Anlehnung an das historische Rennen statt.

Los geht’s im Hyde Park und wer mit seinem Oldie, der ĂŒbrigens die 20 km/Stunde nicht ĂŒberschreiten darf, vor 16:30 im Seebad Brighton an der Uferpromenade ankommt, wird neben dem stĂŒrmischen Empfang durch die Zuschauer, mit einer Medaille belohnt.
Die Markenvielfalt ist bei diesem Rennen umwerfend. In diesem Jahr zÀhlte man mehr als 160 verschiedene Hersteller unter den Teilnehmern. Die Möglichkeit einmal daran teilzunehmen ist so begrenzt, dass bei Auktionen Fahrzeuge, die den Regularien des Veteran Car Run entsprechen, besondere Preise erzielen.
Stimmungsvoller Auftakt fĂŒr den Veteran Car Run ist die Regent Street Motor Show, die in diesem Jahr 250.000 Besucher anzog. Die glitzernde Einkaufsstraße zwischen Picadilly und Oxford Circus war gesperrt, damit 300 Fahrzeuge aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart ausgestellt werden konnten. Die Besitzer kleiden sich stolz standesgemĂ€ĂŸ in die zeitlich passende Garderobe. Rudn einhundert Oldtimer, die am darauf folgenden Sonntag auch am Veteran Car Run beteiligt waren, stellten sich im Concours d’ElĂ©gance den Juroren. Gewonnen hat am Ende ein 1900 Daimler aus dem Besitz von John Worth.
Die diesjÀhrigen JubilÀumsmarken Aston Martin und Porsche 911 prÀsentierten sich ebenfalls und weiter unten stellten die Hersteller BMW und Renault ihre modernsten Modelle vor.

www.veterancarrun.com
www.regentstreetmotorshow.com