London Regent Street Show: Die Open Air Oldtimer-& Auto-Show


Es brodelte in London, als sich Motorenthusiasten und Einkaufslustige am vergangenen Samstag die Regent Street sozusagen teilen mussten und die Hauptstrasse der Hauptstadt zur grĂ¶ĂŸten freien Automesse des Landes wurde. Traditionell wurde die berĂŒhmte Straße fĂŒr den Event fĂŒr den Durchgangsverkehr gesperrt und die Straße mit einer glitzernden Sammlung von Autos aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft gefĂŒllt. Da die Stadt derzeit im politischen Rampenlicht steht, war es keine Überraschung, dass unter den Besuchern in diesem Jahr auch Hon Chris Grayling MP (StaatssekretĂ€r fĂŒr Transportwesen) und Ian Adams (OberbĂŒrgermeister von Westminster mit Frau) waren.

Knapp 200 Fahrzeuge von den Tagen der pferdelosen Kutschen ĂŒber die klassischen Jahre bis hin zur E-MobilitĂ€t und Wasserstoff-Autoswaren zu sehen. Im Mittelpunkt der Show standen jedoch die rund 100 Pioniere, die bis ins Morgengrauen der AutomobilitĂ€t Geschichte spiegelten – alle vor 1905 gebaut. Die Veteranen und ihre Passagiere, viele in historischen KostĂŒmen, nahmen am jĂ€hrlichen Veteran Car Concours d’Elegance teil.

Unter den Juroren war der renommierte GĂ€rtner und Oldtimer-Enthusiast Alan Titchmarsh. Nach langem Überlegen wurde der außergewöhnliche dunkelgrĂŒne 4-Zylinder-Darracq von Malcolm Ginns von der Expertenjury mit der TrophĂ€e des Gesamtsiegers ausgezeichnet.

Das französische Auto hat eine bemerkenswerte Geschichte, und war auch bei der traurigen Historie des Rennens von Paris nach Madrid im Mai 1903 dabei. Mehr als zwei Millionen Zuschauer kamen damals, um entlang der Straße nach Bordeaux ihre Helden zu beobachten. Bei diesem berĂŒchtigten Rennen gab viele tödliche UnfĂ€lle unterwegs – die grĂ¶ĂŸte Zahl von Toten und Verletzten im Motorsport. Unter den Opfern war auch Marcel Renault. Zusammen mit einer Reihe anderer Fahrzeuge ging der Darracq, mit Albert Arvengas, nach Madrid. Das Auto blieb bis in die 1970er-Jahre in der Familie Arvengas und trĂ€gt bis heute seinen originalen Kabinenaufbau mit fĂŒnf Sitzen.

Im Einklang mit dem emissionsarmen Thema zeigte Harrods seine Elektrofahrzeugflotte vom batteriebetriebenen 1901 Pope Waverley bis zum neuesten Nissan e-NV200 Lieferwagen.
FĂŒr diejenigen, die auf Geschwindigkeit bedacht sind, gab es auf der Regent Street eine weitere Vorschau auf das grĂ¶ĂŸte klassische Motorsportereignis des Jahres – den Silverstone Classic. Auf dem Stand war nicht nur ein riesiger Bildschirm, auf dem Highlights aus der Rekordveranstaltung des vergangenen Sommers ĂŒbertragen wurden, sondern auch drei der herausragenden Rennfahrer, die im kommenden Juli in Aktion treten werden.

Die klassischen Jahre des Automobils wurden durch den Fiat 500 Club reprĂ€sentiert, der den 60. Geburtstag des legendĂ€ren kleinen Italieners mit einer farbenfrohen Sammlung originaler Kleinwagen feierte, darunter eine seltene Giardiniera und 500 Limousine. NĂ€her am Piccadilly Circus war eine weitere ganz besondere Ausstellung: eine Hommage an Londoner Talbots aus den zwanziger und dreißiger Jahren.