Mercedes läuft bei Goodwood groß auf


Ein Mercedes-Benz W 196 R wird beim diesjährigen Goodwood Festival of Speed (11. – 14.7.) in West Sussex, England einer der Höhepunkte sein. Ein außerordentlich hohes Ergebnis wird erwartet

vielleicht sogar ein absoluter Höchstpreis, der je in einer Auktion für ein Auto bezahlt wurde. Auf dem Mercedes-Benz Silberpfeil vom Typ W 196 R mit der Fahrgestellnummer 006/54, den Bonhams am 12. Juli versteigert, gewann Juan Manuel Fangio 1954 den Großen Preis von Deutschland und den Großen Preis der Schweiz. Mit diesen Siegen legte Fangio entscheidende Grundsteine für seinen ersten Formel-1-Weltmeistertitel mit Mercedes-Benz. Gleichzeitig feierte die Stuttgarter Marke 1954 mit dem W 196 R eine triumphale Rückkehr nach dem Zweiten Weltkrieg in den Grand-Prix-Sport.
Im Vorfeld der Auktion haben die Experten von Mercedes-Benz Classic den 1973 von der damaligen Daimler-Benz AG dem National Motor Museum in Beaulieu (England) gestifteten und von dem Museum 1980 an einen privaten Sammler verkauften Silberpfeil im Rahmen einer Herstellerexpertise untersucht. Auf der Basis dieser detaillierten Prüfung sowie der lückenlosen Dokumentation durch Mercedes-Benz Classic haben die Markenhistoriker eine ausführliche Expertise zur Originalität und Authentizität des Fahrzeugs erstellt.
An die Rennerfolge der zweiten Silberpfeil-Ära von 1954 und 1955 knüpft Mercedes-Benz beim Festival of Speed an und macht sie mit Demonstrationsfahrten eines W 196 R aus der eigenen Sammlung lebendig. Insgesamt existieren von ehemals 14 gebauten Fahrzeugen dieses Typs noch zehn Stück: Sechs W 196 R gehören zur Sammlung von Mercedes-Benz Classic, hinzu kommen noch Museumsfahrzeuge in Turin, Wien sowie Indianapolis; und das in Goodwood zur Versteigerung aufgerufene Fahrzeuge mit der Fahrgestellnummer 006/54. Passend zum W 196 R zeigt Mercedes-Benz Classic auch den Renntransporter „Blaues Wunder“ von 1955 als authentischen Nachbau aus dem Jahr 2001 sowie ein für den Einsatz bei strapaziösen Langstreckenrennen und -rallyes gebautes 300 SLR Coupé. Dieses sogenannte „Uhlenhaut-Coupé“ gelangte zwar nie zum Renneinsatz, wurde aber als Test- und Reisewagen des Mercedes-Benz-Konstrukteurs Rudolf Uhlenhaut berühmt.

Im Rahmen des legendären Festivals in West Sussex ist außerdem ein Vorkriegs-Silberpfeil W 154 am Start. Mit einem Silberpfeil dieses Typs gewann Rudolf Caracciola 1938 seinen dritten Europameistertitel im Grand-Prix-Sport für Mercedes-Benz.
Zeuge einer noch deutlich älteren Rennsport-Epoche ist der „Prinz-Heinrich-Wagen“ von Benz aus dem Jahr 1910, den Mercedes-Benz Classic originalgetreu und mit dem Anspruch höchster Authentizität restauriert hat. An die Geburtsstunde des Automobils im Jahr 1886 erinnert schließlich ein Benz Patent-Motorwagen. Der dunkelgrüne „Prinz-Heinrich-Wagen“ erlebt auf dem Festival sein öffentliches Fahr-Debüt nach der aufwendigen Restaurierung. Zu ihrer Zeit war die Prinz-Heinrich-Fahrt, benannt nach dem Bruder des deutschen Kaisers, eines der bedeutendsten Rennen in Europa. 1908 richtet der Kaiserliche Automobil-Club das Rennen zum ersten Mal aus, zum Start waren ausschließlich viersitzige Serienwagen zugelassen. Benz & Cie. baute von 1908 bis 1910 eigens für das Rennen konzipierte „Prinz-Heinrich-Wagen“ mit verschiedenen Motorkonfigurationen.
Die Rennfahrzeuge werden bei den Demonstrationsfahrten auf der 1,86 Kilometer langen Bergrennstrecke von Goodwood von namhaften Rennfahrern wie Lewis Hamilton, Hans Herrmann, Jochen Mass, Stirling Moss, Nico Rosberg und Jackie Stewart pilotiert.