Motorworld Classics 2017


Rund 28.500 Fach- und Publikumsbesucher tauchten vom 5. bis 8. Oktober in den historischen Hallen und im Sommergarten unterm Funkturm in eine vielfÀltige Welt klassischer MobilitÀt ein.

Das Berliner Publikum, zu dem viele internationale GÀste zÀhlten, goutierte die abwechslungsreiche Mischung: renommierte Aussteller, unzÀhlige Clubs, wahre automobile SchÀtze und hochwertige Exponate, eine ordentliche Prise Lifestyle und das abwechslungsreiche Showprogramm ganz im Stil der guten alten Zeiten.
Die Liste renommierter Aussteller war lang. Aussteller und Clubs brachten unzÀhlige automobile Highlights sowie eine Menge Benzin im Blut auf die Motorworld Classics Berlin 2017.
Einer ganzen Welt voller Emotionen und Dynamik auf zwei RĂ€dern gab die Messe erstmals die BĂŒhne. Denn sie holte das Motorrad raus aus dem Schatten des Automobils, hinein ins Rampenlicht: Über acht Dekaden hinweg im „Legendenstrahl Motorrad“ sowie in den Hallen „Maschinenraum“ und „Motodrom“ stellten HĂ€ndler und Clubs Zweirad-Klassiker, -RaritĂ€ten und -Publikumslieblinge aus. Auch moderne Interpretationen bekannter Customizer verdeutlichten die Vielschichtigkeit des Themas Motorrad.

Nicht leicht hatte es die fachkundige Jury, als es galt, in vier Kategorien – ganz berlinerisch und mit einem Augenzwinkern – „Dit Originalste, dit Seltenste dit Knuffisgste, den besten Clubstand und dit Beste“ auszuzeichnen. Am Ende intensiver Beratungen hieß es schließlich: Die Gewinner der Berliner BĂ€ren in Gold, Silber und Bronze sind …

Der erste Preis in dieser Kategorie ging in diesem Jahr an einen Facel Vega IG – ein echter Scheunenfund, der 1972 von einem amerikanischen Soldaten im amerikanischen Virginia zugelassen und nach dessen Tod vorerst in Vergessenheit geriet. PĂŒnktlich zur Motorworld Classics holte ihn JĂŒrgen Kromer vom Facel Vega Club nach Deutschland.
Der mehr als verdiente zweite Preis ging an den Allgemeinen Schnauferl Club e.V. (ASC) fĂŒr einen 1911er Lion Peugeot aus jener kurzen Zeit, in der es zwei Peugeot-Hersteller gab. Und den dritten Platz gewann eine 1965er Harley Davidson Panhead von den Harley Davidson Doctors, die in Teheran bei den Paraden des Schahs gefahren worden war.

Der eindeutig erste Platz eines seltenen Fahrzeugs ging an den 1967er Mustang Shelby GT500 von ChromeCars. Es ist einer von drei originalen Filmautos aus dem Blockbuster „Nur 60 Sekunden“ mit Nicolas Cage und Angelina Jolie. Das Fahrzeug mit dem legendĂ€ren „Go-Baby-Go“-Knopf kam anlĂ€sslich der Motorworld Classics Berlin erstmals nach Europa.
Der zweite Preis in dieser Kategorie wurde an einen 1918er Milburne Electric vom ASC verliehen – ein aus heutiger Sicht visionĂ€res Elektroauto. Der bronzene BĂ€r ging an einen außergewöhnlichen VW KĂ€fer aus dem Jahr 1977, der voll gepanzert ist und damit absoluten Seltenheitscharakter hat.

Den goldenen BĂ€ren rĂ€umte in dieser Kategorie ein Miniatur-Landrover in der GrĂ¶ĂŸe 1:1,55 von der Firma Potomac. Der originalgetreue Nachbau vom Original Landrover nahm 5 Jahre in Anspruch. Der „Kleine“ verfĂŒgt ĂŒber einen Benzinmotor und kann in Deutschland mit einem Mofa-FĂŒhrerschein gefahren werden.
Mit dem zweiten Platz wurde der Heinkel-Clubs fĂŒr seine Heinkel Kabine aus dem Jahr 1958 geehrt. Der bronzene BĂ€r ging wiederum an eine DĂŒrkopp vom Motorrad Clubs BlĂŒtenstadt.

Bei der Wahl des besten Clubstands fiel es den Juroren einmal wieder sehr schwer, den tatsÀchlich Besten zu krönen. So viele Clubs engagierten sich rund um ihr Hobby mit witzigen und originellen Ideen. Diesmal machte das Rennen um den goldenen BÀren die IG-T3, eine Vereinigung von VW-Bus Fans der Baureihe T3. In zeitgenössischen Uniformen, die thematisch zum jeweiligen Fahrzeug passten, folgten sie dem Ruf der Motorworld Classics, Outfits im Stil der guten alten Zeiten zu tragen. Absolut stilsicher!
Der Clubstand der KĂ€ferfreunde Berlin erhielt den silbernen BĂ€ren fĂŒr eine wunderbare Ausstattung mit Colakiste, Parkuhr und Scheibentablett. Und der dritte Platz ging an den Glas Club, der von jedem der neun (zwischen 1951 und 1966) bei der Hans Glas GmbH produzierten Modelle eines nach Berlin gebracht hatte.

Dit Beste kommt zum Schluss. Und so ist es auch hier. Gewinner der Gesamtwertung war der Elvis BMW 507, der vom King of Rock’n Roll wĂ€hrend seiner Zeit in Deutschland gefahren worden war. Das lange verschollene Fahrzeug wurde in liebevoller Arbeit 18 Monate lang von dem knapp 100-köpfigen Team von BMW Group Classic bis ins letzte Detail wiederhergestellt. Ein Augenschmaus und absoluter Star bei Messebesuchern und Medien!
Den zweiten Platz konnte sich der Hudson Greater Eight aus dem Jahr 1930 sichern, mit dem Rallyefahrerin Heidi Hetzer 84.000 km um die Welt gefahren ist. Ein Mercedes Benz 190 SL (Nitribit-Auto) von der Firma Anmark aus Lettland sicherte sich den bronzenen BĂ€ren.

Live, aber auch in Form wertvoller Exponate entdeckten die Besucher der Motorworld Classics Berlin 2017 wahre Rennlegenden und –geschichten. Stargast war unumstritten Heidi Hetzer, die ehemalige Autohausbesitzerin, Rallyefahrerin, VisionĂ€rin sowie Berliner Original. Sie besuchte mit ihrem Weltumrundungsfahrzeug „Hudo“ die Messe und gab mit viel Humor Geschichten ihrer abenteuerlichen Reise von sich, mit denen sie die Besucher begeisterte. Nicht zuletzt dafĂŒr erhielt sie von der Jury auch einen Sonderpreis: Den goldenen BĂ€ren als die beste „Weltumrunderin“.
Auch Hans Herrmann und Strietzel Stuck konnten dem Ansturm nach Autogrammen kaum standhalten. Beide waren nach Berlin gekommen, um vor allem ĂŒber ihre legendĂ€ren Fahrten auf der AVUS zu erzĂ€hlen. Die erste ausschließliche Autostraße und erste Autobahn der Welt schrieb als Rennstrecke Geschichte und verlĂ€uft rĂ€umlich unmittelbar entlang der Berliner Messehallen. Hermann und Struck sind unumstritten Avus-Legenden.
Ein Magnet fĂŒr alle Rennsportbegeisterte und Fans war außerdem die private Sammlung von Michael Schumacher, die eine Auswahl einzigartiger und besonders wertvoller SchĂ€tze prĂ€sentierte: Persönliche Memorabilien der einzigartigen Karriere des siebenmaligen F1-Weltmeisters sowie ein Kart aus seinen Anfangszeiten, zwei exklusive Fahrzeuge aus dem Mercedes-Benz Museum und der 1994er Benetton Ford B 194-5, mit dem Michael Schumacher seinen ersten Weltmeistertitel gewann.

Über 55 Oldtimer und Sportwagen gingen am Samstag bei der ersten Coys-Auktion auf der Motorworld Classics in Berlin unter den Hammer. Darunter echte RaritĂ€ten wie das Alfa Romeo 2500 6C Cabriolet, der original erhaltene 1932er Tatra 57, ein Renault Alpine A108 Cabriolet, der ISO Rivolta IR300 und der US amerikanische Chevrolet Bel-Air Convertible.

Das Motto der Motorworld Classics Berlin ist Programm. Und so erfreuten sich die Messebesucher an einer bunten Erlebnisvielfalt, die sie eintauchen ließ in eine ganze Welt im Stil der guten alten Zeiten.