Museumsfusion geglĂŒckt


Oldtimerfans nicht nur in SĂŒddeutschland hörten vergangenen Herbst eine zunĂ€chst traurige Nachricht: Nach 43 Jahren schloss das Automobilmuseum Fritz Busch in Wolfegg am Bodensee seine Pforten. Doch die BestĂŒrzung wĂ€hrte nicht lange. Denn selbstverstĂ€ndlich hatte sich Museumsleiterin Anka Busch, Tochter des GrĂŒnders und legendĂ€ren Autojournalisten, lĂ€ngst darĂŒber Gedanken gemacht, was mit der berĂŒhmten Oldtimersammlung geschehen soll.

Am Bodensee gibt es noch ein Museum, das Autofans seit vier Jahren anzieht – das Traktormuseum in Gebhardsweiler. Dessen Inhaber Gerhard Schumacher kam schnell mit Anka Busch ins GesprĂ€ch und die Lösung war perfekt: Die Exponate des Fritz Busch Museums ziehen zu den Traktoren – Platz ist genug – und Oldtimerfans mĂŒssen nur noch ein Museum besuchen, wenn sie gleichzeitig „leichte“ und „schwere“ Oldtimer sehen wollen. In nur acht Woche wurde eine logistische Meisterleistung vollbracht und die Fahrzeuge auf Sattelschleppern von Wolfegg nach Gebhardsweiler verfrachtet.

Anfang April wurde Eröffnung gefeiert. Das ehemalige Traktormuseum heißt jetzt „Auto- und Traktormuseum Bodensee“ und zeigt auf ĂŒber 10.000 Quadratmetern mehr als 350 Autos und MotorrĂ€der des ehemaligen Museums Fritz Busch und natĂŒrlich noch die Traktorensammlung Schumachers. Landrat Lothar Wölfle freute sich bei der Eröffnung ĂŒber das neue „Leuchtturmprojekt in der Region“.

Zu sehen gibt es die „alteingesessenen“ Traktoren, wie einen SchlĂŒter 2000 TVL mit 185 PS, einen HartParr 30/60, mit 9.500 kg ein echtes Schwergewicht und einen Bergmann aus dem Jahr 1906. Dazu gesellen sich jetzt die „NeuzugĂ€nge“ aus Wolfegg wie ein 1951er Cadillac, frĂŒher im Besitz von Schauspiel-Legende Hans Albers, ein echt königlicher Porsche, der dem frĂŒheren jordanischen König Hussein I gehörte und ein Opel 4/20 aus dem Jahr 1929, das erste Auto, mit dem Fritz Busch seine Sammlerleidenschaft begrĂŒndete.

FĂŒr Betreiber Gerhard Schumacher ist es wichtig, dass die Ausstellung nicht nur Fahrzeuge im zeitgeschichtlichen Ambiente zeigt, sondern auch all das Drumherum einer Dorf und Stadtgemeinschaft: Viele alte HandwerkstĂ€tten wie Holzschuhmacher, Schmied oder KĂŒfer, eine Schule, einen Spielwarenladen und viele technische GerĂ€te, die im Lauf der Jahrzehnte fĂŒr Erleichterung im tĂ€glichen Leben sorgten, sind auf dem großflĂ€chigen GelĂ€nde zu bewundern.

Die Anreise ist mit Auto, BodenseegĂŒrtelbahn oder dem saisonal verkehrenden ErlebnisBus möglich. Wer mit einem Oldtimer kommt, genießt einen ganz speziellen Vorteil: Er darf sein SchmuckstĂŒck im Innenhof des Museums parken.

Weitere Infos: www.traktormuseum.de
Foto: ©Christof Karle/Facebook