Museumsneubau in Singen


Singen am Bodensee bekommt einen Museumsneubau fĂŒr Oldtimer und moderne Kunst. Neben Automobilen mit Charakter und Geschichte werden Video- und Installationskunst im Mittelpunkt stehen. Das von der Gabriela und Hermann Maier Stiftung getragene Projekt wird von Architekt Daniel Binder realisiert und soll im Herbst 2018 fertig sein. mac2_-_20x10cm_300dpi_-_macii-g-14_s__den_a____mac_museum_art_carsDie zentrale Halle des 26 Meter hohen Baus bildet das HerzstĂŒck des Museums, hier werden Foto-, Licht- und Audioinstallationen inszeniert. Das „MAC2“ hat bei 3.000 Quadratmetern NutzflĂ€che auch einen Autolift, der Oldtimer ins obere Stockwerk transportiert. Der Bau gehört zum MAC Museum Art & Cars, das 2013 eröffnet wurde. Außergewöhnliche Fahrzeuge aus privaten und öffentlichen Sammlungen sowie Kunst-Scoops wie die Ausstellung von Andy Warhols letztem Werkzyklus machten das Museum mit seinem ungewöhnlichen Konzept ĂŒberregional bekannt.

Das MuttergebĂ€ude MAC1 erinnerte die FAZ einst an den Bau des Guggenheim Museums in Bilbao. Der Architekt Daniel Binder schuf einen ikonischen Museumsbau, der mit der Umgebung am Fuße des Vulkanbergs Hohentwiel eine Verbindung eingeht. FĂŒr den Neubau wurde er ebenfalls beauftragt. Wieder ist die Nachahmung der Natur sein Leitgedanke. Wo beim MAC1 Kurven und weiche Wellenformen das GebĂ€ude prĂ€gen, dominieren beim MAC2 scharfe Kanten und raue Texturen. Der Architekt inszeniert VertikalitĂ€t mit tief eingeschnittenen, geschossĂŒbergreifenden Fassadennischen. Diese lösen sich in den Fenstern des Dachgeschosses auf. Sieben AusstellungrĂ€ume grenzen an eine zentrale, vertikal ausgerichtete Halle mit einer Höhe von rund 20 Metern. Das Dachgeschoss ist als Event- und VeranstaltungsflĂ€che konzipiert, mit Blick auf den Hohentwiel und die Aach-Auen.

Im MAC1 dominierten bisher Werke der klassischen Moderne. Meist waren GemĂ€lde zu sehen, teilweise auch Skulpturen. FĂŒr grĂ¶ĂŸere Installationen, Video- und Lichtkunst fehlte bisher der Platz. Das MAC2 wird doppelt so groß wie das bereits bestehende GebĂ€ude – und bietet viel Platz fĂŒr Experimente. Ein Lichtgeschoss kontrastiert DunkelrĂ€ume. BrĂŒcken im GebĂ€udeinneren verbinden zwei Bauwerksteile und bieten ĂŒberraschende Perspektiven. Das Haus selbst wird zum Kunstobjekt, seine Halle zum Zentrum des gesamten MAC-Museumsensembles. Der Besuch im MAC Museum Art & Cars soll ein Dreiklang-Erlebnis sein aus Oldtimern, Kunst und Architektur.
mac2_-_20x13cm_300dpi_-_gabriela_und_hermann_maier_mit_architekt_daniel_binder_bei_der_grundsteinlegung_c_petra_reinm__ller
Das MAC2 ist nicht zuletzt eine Reaktion des Stifterehepaars Gabriela und Hermann Maier auf Besucherfeedback zum MAC1. Gerne wollen die Besucher mehr sehen und lĂ€nger im Haus bleiben. Diesen WĂŒnschen kamen die beiden schließlich nach. Sie grĂŒndeten eine neue private, gemeinnĂŒtzige Familienstiftung fĂŒr den Bau und Betrieb des MAC2. „Seit der Eröffnung des MAC haben wir aufregende Zeiten hinter uns. Aus einem Depotprojekt entstand ein Museum. Wir wurden von Unternehmern zu Museumsbetreibern. Der Erfolg hat uns angespornt, noch mehr zu wagen. Wir wollen Automobile in grĂ¶ĂŸeren ZusammenhĂ€ngen zeigen, mit mehr Exponaten und in Verbindung mit weiteren Kunstgattungen“, so das Ehepaar Maier. Als Partner konnte ThĂŒGa Energie gewonnen werden, deren Technologieangebot im neuen MuseumsgebĂ€ude genutzt werden wird.

www.museum-art-cars.com