Neues Zuhause fĂŒr Pichert Oldtimer


Die Tennis spielenden Toyota-Mitarbeiter mĂŒssen sich eine neue Heimat suchen, denn dort, wo sie bisher die gelben BĂ€lle ĂŒbers Netz schlugen, steht nun die in Blech gefasste Geschichte ihres Arbeitgebers. Die 67 Modelle umfassende „Toyota Collection“ in Köln ist das Werk eines HĂ€ndlers der ersten Stunde, der bereits Ende der 1970er Jahre begann, die Modelle des damals in Deutschland noch wenig bekannten Herstellers zu sammeln. Classic-Car.TV (Oldtimer.TV) berichtete bereits 2008 von der außergewöhnlichen Sammlung.

Der Passauer Peter Pichert gehörte zu den ersten 28 Toyota-HĂ€ndlern in Deutschland, der von seiner Tankstelle aus begann, die in jenen Jahren noch exotischen und kritisch beĂ€ugten Modelle aus dem fernen Japan anzubieten. Als erstes Fahrzeug verkaufte Pichert 1971 fĂŒr 7650 Mark einen Corolla, den er einige Jahre spĂ€ter in einem bedauernswerten Zustand in einer Scheune fand, zurĂŒckkaufte und wieder aufbaute. Dies war der Auftakt zu einem 1994 eröffneten privaten Museum, das sich im Laufe der Jahre zu einer der grĂ¶ĂŸten Toyota-Sammlungen außerhalb Japans entwickelte.

Neben dem Massenprodukt Corolla, das in zahlreichen Varianten in der Sammlung steht, sicherte sich Pichert auch RaritĂ€ten wie den Sportwagen 2000 GT, der in dem James-Bond-Film „Man stirbt nur zweimal“ eine rasante Rolle spielte und insgesamt nur 351-mal gebaut wurde. James Bond tritt noch ein weiteres Mal in der Toyota Collection auf, denn aus dem Privatbesitz von James-Bond-Darsteller Roger Moore rollte ein Land Cruiser HJ 61 in die Ausstellungshalle in Köln-Marsdorf. Den GelĂ€ndewagen nutzte Moore in der Schweiz, um zu seinem Chalet zu gelangen.

Dass Toyota bereits vor der EinfĂŒhrung seiner Luxusmarke Lexus nach höherem strebte, zeigen zwei chrombeladene Sechszylinder vom Typ Crown. Eine dieser Limousinen nutzte Pichert, der im vergangenen Jahr gestorben ist, als Dienstwagen. Auch die Entwicklung des SportcoupĂ©s Celica von einem eher pummeligen und wenig sportlichen ZweitĂŒrer zum Rallyeweltmeister wird in der ehemaligen Tennishalle erzĂ€hlt.

Aber auch automobile Außenseiter wie der Tercel oder der erste, zu seiner Zeit noch als Exot betrachtete Hybrid-Pionier Prius zeigen die Toyota-Modellgeschichte. Einen der fĂŒr die europĂ€ische MarkteinfĂŒhrung genutzten Prius-Prototypen sicherte sich Pichert fĂŒr seine Sammlung. Heute steht der Wagen in Köln. Neben den Highlights gehören auch lĂ€ngst vergessene Fahrzeuge wie der Toyota 1000, der damals mit einem serienmĂ€ĂŸigen Radio (allerdings nur Mittelwelle) ĂŒberraschte, oder das Cressida CoupĂ© mit einer ersten Verbrauchsanzeige zu den Vertretern einer Zeitreise, die in den 1970er Jahren beginnt und mit den von Toyota Motorsport beigesteuerten Rennwagen endet. Im Vergleich zu anderen Herstellern prĂ€sentiert Toyota seine SchmuckstĂŒcke in einem bewusst bescheidenen Rahmen. Zudem ist die Ausstellung nicht öffentlich, sondern kann nur auf Anfrage besucht werden.

Zeitgleich mit der Eröffnung ihrer Fahrzeugsammlung startet die Marke auch auf dem Gebiet der Oldtimer- und Youngtimer-Versicherung durch und bietet unter autosanclassic.de entsprechende Policen an. Zum Service gehören dabei unter anderem eine professionelle Schadensbewertung und -beseitigung sowie Original-Ersatzteile in ausgewÀhlten PartnerwerkstÀtten.