Nissan Skyline – der Porsche-Schreck


Der Skyline war Japans erfolgreichster Sportwagen. So richtig ernst hatte man ihn aber im Ausland nie genommen. Heute blicken die Japaner stolz zurĂŒck auf die Historie und auch die Youngtimer aus demselben Stall sorgen auf zahlreichen Rennstrecken immer noch fĂŒr Aufsehen.

Sehen Sie hier das Video ĂŒber die erfolgreichen Rennversionen des Nissan Skyline.

Dabei begann die Karriere des Skyline nicht als Super-Bolide, sondern als Mittelklassewagen im Jahr 1975.
Eine kleine unabhĂ€ngige Firma namens Prince bot den Skyline als Alltags-Limousine mit Stufenheck an – ausgestattet mit einem Ottomotor und 60 PS. Ab Oktober 1958 erhöhte der Nissan-Konzern, der inzwischen die kleine Firma geschluckt hatte, die PS-Zahl auf 70. Eine Delux-Version des Skyline kam auf den Markt, die anfangs erkennbar war an den Doppelscheinwerfern beim Basismodell. Der italienische Designer Michelotti entwarf das schnittige Skyline CoupĂ© im Jahr 1959. Verkauft wurde es nur in kleinster StĂŒckzahl und ist heute eine wahre RaritĂ€t.
Auch der erste reinrassige Sportwagen ĂŒberhaupt war ein Skyline. Richtig stolz darauf ist Kozo Watanabe, der seit Ur-Zeiten bei der Entwicklung des Skylines dabei war und erlebt hat, wie aus dem jedermann-Auto ein rassiger Sportler wurde: „Ich war noch ein junger Ingenieur in der Fahrwerksentwicklung, da fuhren wir anfange Rennen gegen die Konkurrenz von Mazda mit Wankelmotor“, erzĂ€hlt er.

Damit Nissan am 2. Japan GT Grand Prix teilnehmen konnte wurde an einem noch stĂ€rkeren Motor gearbeitet, der beim Schwestern-Fahrzeug Prince Gloria entliehen wurde. Damit der große 2-Liter Reihen-Sechs-Zylinder im Skyline Platz hatte, musste die Karosserie um 20 Zentimeter verlĂ€ngert werden. Zu Homologationszwecken wurden 100 Fahrzeuge dieses Kalibers gefertigt. Im Grand Prix schlugen sich diese Rennfahrzeuge tapfer und lehrte die Porsche-Konkurrenz das fĂŒrchten. Am Ende siegte dann doch ein Porsche 904, doch die PlĂ€tze zwei bis sechs wurden alle von Skylines eingenommen.

Die Top-Variante des Skyline, der 2000 GT-R trumpfte inzwischen schon mit 160 PS auf und fuhr 210 km/h Spitze. Fast zeitgleich wurde auch der Skyline GT als Serienfahrzeug gebaut. Typisch fĂŒr diese spĂ€tere Generation der Skylines ist die Ziersicke am hinteren KotflĂŒgel. Ein 2-tĂŒriges CoupĂ© in den Versionen Skyline 1800, 2000 GT und 2000 GT-R ergĂ€nzten ab 1970 das Portfolio.
Die Ölkrise traf den Nissan-Konzern 1973 wie auch den Rest der Welt. Der Skyline GT-R war als wahrer Schluckspecht bekannt. Es gab sogar als Extra einen 100 Liter-Tank zu bestellen! Durch die steigenden Benzinpreise und die Verknappung war das Ende des GT-R eingelĂ€utet. Sein Nachfolger war der C210 mit Turbo-Motor und 145 PS.
Bis in die 1980er Jahre war der Skyline in Deutschland wenig bekannt. DafĂŒr aber im Ausland. Erst mit der Rennversion Typ R 32 zog er das Interesse auf sich. 600 PS ausgestattet mit Allradantrieb war die Krönung der sportlichen Ambitionen. Von 0 auf 100 sprintete der Skyline jetzt in 4,7 Sekunden. Wieder einmal ein Augenblick des Schreckens fĂŒr Porsches auf der Rennstrecke.