Noch mehr Oldtimer in Zwickau


Das Zwickauer August Horch Museum öffnete seine neue Dauerausstellung vor wenigen Tagen. Mit der Einweihung des neuen Erweiterungsbaus verdoppelt sich die FlĂ€che des Museums nun auf rund 6500 Quadratmeter. KĂŒnftig können deutlich mehr Modelle von Horch, Audi, Wanderer, DKW oder auch der Auto Union gezeigt. Insgesamt stehen 150 Exponate fĂŒr 113 Jahre Automobilgeschichte.

Neu und aufwendig inszeniert werden jetzt die Silberpfeile der Auto Union prĂ€sentiert. Man kann auf den ZuschauerrĂ€ngen beim Großen Preis Platz nehmen, die Video-Installation genießen und sich mittendrin fĂŒhlen. Die Auto Union-Typen C und D stehen schon in der Startaufstellung, eine Stromlinie wird gerade vom Renntransporter gerollt.

Das neue AusstellungsgebĂ€ude soll Schöpfertum, Erfindungsreichtum, Ideenvielfalt und Innovationskraft trotz Ressourcenknappheit sowie die Menschen in der ehemaligen DDR wĂŒrdigen. Das gelingt auf unterhaltsame, informative Weise. Einmalige Exponate, Multimediadisplays, Schautafeln, Kurzfilme, Mitmach-Stationen, (Fahr-)Simulationen und Spielideen bringen die Informationen leicht an den Besucher. Man kann die ersten Neubeginn-Bestrebungen mit SchrotmĂŒhlen und Tretautos nachfĂŒhlen. Auch die ersten volkseigenen Fahrzeugproduktion, die Luxuskarossen im Auftrag der sowjetischen Besatzungsmacht oder die ersten und zugleich letzten Horch-Serien-Pkw der Nachkriegszeit sind in Szene gesetzt.

Immer wieder begegnet man in der Ausstellung dem staatlich verordneten Kleinwagen Trabant mit der 32fach patentierten Kunststoff-Karosserie und seinen verschiedenen Modellen. Wer will, der kann sich sogar virtuell einen Trabant tunen oder eine Simulationsfahrt durch eine Plattenbau-Siedlung antreten.

Die weltweit einzig verbliebene Fertigungsanlage fĂŒr die Herstellung von Duroplast kann im Erweiterungsbau endlich gezeigt werden. Geheimentwicklungen und Prototypen trifft man im Museum ebenso an wie RallyeausfĂŒhrungen, den „1.1er“, oder den letzten Trabant. Der Trabant ist tot – es lebe der Trabant. Trabikult – Treffen, Clubs und Traditionspflege beweisen das bis heute. Aber wie ging es nach 1990 weiter? Diese Frage fĂŒhrt in die Gegenwart mit VW Sachsen, der Zulieferindustrie und den EntwicklungsbĂŒros. Schon 1984 wurde im Zwickauer Stadtteil Mosel der Grundstein des Überlebens gelegt. Bis heute ist Zwickau die tragende SĂ€ule im Autoland Sachsen.

Der Erweiterungsbau beherbergt zudem großzĂŒgige FlĂ€chen fĂŒr die MuseumspĂ€dagogik, die zu einem Markenzeichen des August Horch Museums geworden ist.