Oldtimer in Budapest: Hochglanz kann jeder


Es waren vor allem die Stdte Osteuropas, die bis in die 1980er Jahre hinein noch vom typischen Duft des Zweitaktgemischs erfllt waren, das die meisten Fahrzeuge ob mit zwei oder vier Rdern zum Laufen brachte. Als der Eiserne Vorhang fiel, verschwanden die Ost-Marken von der Strae. Die neue Freiheit war fr die meisten Menschen gleichzusetzen mit neuen Autos. Und natrlich war das gut so.

Aber es gibt tatschlich noch ein paar Orte, an denen man das Alte noch findet. Zum Beispiel in Budapest. Vor allem in der Kazinczy-Strae im jdischen Viertel der ungarischen Hauptstadt herrscht eine berproportionale Dichte von Ostalgie. Und die Autos und Zweirder stehen nicht nur, sie fahren auch! Einen Trabant-Wartburg-Club gibt es natrlich auch, erst 2017 wurde das 60-jhrige Jubilum des Trabis auch in Budapest gebhrend gefeiert.

Ob Trabis und Wartburgs oder MZs und Jawas, dass diese Veteranen ein langes Arbeitsleben hinter sich haben, sieht man ihnen an. In Ungarn fhrt man seine Autos ohnehin besonders lange: Das Durchschnittsalter eines auf den Straen verkehrenden Pkw betrgt 14,1 Jahre (Stand 2017). Sicher hat dies vor allem mit einem geringeren Einkommen zu tun, aber die Magyaren waren schon immer gut darin, aus der Not eine Tugend zu machen.

Das sieht man auch bei Zsombicar. Zsombi ist die ungarische Schreibweise von Zombie und der Auto- und Ersatzteilhndler auf der Budaer Seite der Donau hat wirklich alles, was der Ost-Auto-Freund begehrt. berzeugen kann man sich davon auf der Website des Unternehmens sofern man des Ungarischen mchtig ist.

Wer Autos sehen will, die sich bereits im verdienten Ruhestand befinden, wird auch fndig. Einmal im Jahr, am ersten Wochenende im April, findet die groe Internationale Veteranenshow im Vasttrtneti Park in Budapest statt. Mit 10 Hektar Ausstellungsflche gilt sie als grte Oldtimer-Ausstellung in Mittel- und Osteuropa. Die Besonderheit: Jeder Fahrzeugtyp ist nur einmal vorhanden.

Auch das Ungarische Museum fr Wissenschaft, Technologie und Transport (https://www.mmkm.hu/en) ist ein Ort, an dem sich Freunde der Mobilitt wunderbar ein paar Stunden treiben lassen knnen. Allerdings muss man sich bis zur Wiedererffnung im Jahr 2020 noch ein wenig gedulden. Das lohnt sich, denn das neue Museumsgebude wird auch architektonisch ein Highlight sein. Unterdessen shoppt das Museum aber dennoch weiter: erst im vergangenen Jahr kamen ein seltener Oldtimer-Bus, ein Ikarus 311 und ein Renault 16 zur Sammlung.

Budapest ist also auch fr Oldtimer-Fans eine Reise wert.

Text & Bilder: Diana Michnay