Oldtimer-Wandern am Fuße der Dolomiten


Über 100 Oldtimer waren bei der Ausgabe 2017 der Trentino Classic mit dem ADAC unterwegs in Norditalien. Vier Etappen italienische Leichtigkeit und alpenlĂ€ndisches Flair, Kultur und Kulinarisches waren die ideale ErgĂ€nzung zu idyllischer Natur. Auch die Zuschauer kamen auf ihre Kosten und konnten beim Concorso d’Eleganza oder bei einem der zahlreichen Zwischenstopps auf TuchfĂŒhlung mit dem rollenden Automobilmuseum gehen.

Schon beim Prolog um den DEKRA-Pokal am ersten Tag der ADAC Trentino Classic war die Mischung aus alpenlĂ€ndischem Flair und mediterraner Lebensfreude der stĂ€ndige Begleiter der Oldtimer-Wandertour. Der entspannte Ausflug rund um einen der schönsten Seen Italiens, den Molvenosee, hatte mit der „Pagode“ von JĂŒrgen SchĂŒring und Jutta Iwanow dann auch gleich einen passenden Sieger: Der Mercedes-Benz 280 SL/8 verkörpert mit seiner zeitlos-eleganten Form schließlich so etwas wie schwĂ€bisches Dolce Vita.

Rund 155 Kilometer standen bei der zweiten Etappe um den CAMP DAVID-Pokal im Streckenplan – Kurven, Steigungen und immer wieder atemberaubende Ausblicke inklusive. Die Sieger hießen Mathias und Maud Beetz im Intermeccanica Indra 2+2. Idyllisches Zwischenziel an der Strecke war der Lago di Ledro, der „kleine Bruder“ des Gardasees. Direkt am Seeufer hieß es beim Concorso d’Eleganza: Wer ist der Schönste im ganzen Land? Motorbegeisterte Zuschauer konnten dann die automobilen Kostbarkeiten der ADAC Trentino Classic ganz in Ruhe unter die Lupe nehmen, wĂ€hrend eine fachkundige Jury die Fahrzeuge nach Kritieren wie Erhaltungszustand, OriginalitĂ€t und AuthentizitĂ€t beurteilte. Sieger in der jĂŒngsten Klasse (Fahrzeuge von 1961 bis 1987) wurde auch hier der Intermeccanica Indra 2+2 von 1973, ein futuristischer Keil mit deutsch-italienischen Wurzeln, geringer StĂŒckzahl und kraftvollem V8-Motor. In der Klasse der Autos von 1946 bis 1960 siegte ebenfalls eine echte RaritĂ€t: Der Mercedes-Benz 180 D D-Am Kombinationskraftwagen von Udo Goetz und Frauke Seewald ist einer der wenigen Kombis, die von diesem Mercedes-Modell gebaut wurden. Der Klassensieg bei den Fahrzeugen bis 1945 ging an einen echten Sportler. Der S.S. 1 von Alfred und Marina Dalpke gilt als der „Ur-Jaguar“ und steht mit seinen schwungvollen KotflĂŒgeln und dem harten Fahrwerk fĂŒr den britischen Sportsgeist aus der Vorkriegszeit.

Auch am folgenden Tag wurden die historischen und klassischen Fahrzeuge bei der 160 Kilometer langen Tour um den AUTOSTADT-Pokal artgerecht ausgefĂŒhrt. Mit ihren engkurvigen Bergauf-Passagen und steilen Abfahrten war die Route mit Zwischenstopp im mondĂ€nen Wintersport-Ort Madonna di Campiglio einmal mehr ein Eldorado fĂŒr Lenkradartisten. Gewinner der Etappe wurde ein automobiler „Holz-Michel“: Klaus Weckert und Ewa Weidmann im rustikalen Morgan +8 von 1976- der urige Roadster wird in nahezu identischer Form seit den 30er Jahren gebaut und verfĂŒgt ĂŒber einen Rahmen aus Eschenholz.

Den Schlusspunkt der ADAC Trentino Classic setzte die lĂ€ngste Etappe um den AUTOZEITUNG CLASSICCARS-Pokal. Auf den 168 Kilometern der Teilstrecke hatten die Teilnehmer noch einmal die Gelegenheit, die milde SpĂ€tsommersonne hinter dem Lenkrad und vom Beifahrersitz aus zu genießen. Über den Parco Grotta Cascata Varone mit seinem spektakulĂ€ren Wasserfall ging es Richtung Trento, der Hauptstadt der Region. Ein weiterer schöner Schwabe eroberte auf dieser Etappe die Herzen und den Tagessieg. Das Mercedes-Benz 220SE CoupĂ©, Baujahr 1960, von Herbert Ruhnau und Karl Heinz Schmitz beendete diesen Tag mit einem Pokal auf dem RĂŒcksitz.

ADAC PrĂ€sident Dr. August Markl zog ein positives Fazit der Veranstaltung. „Ich begleite die ADAC Trentino Classic nun bereits seit vielen Jahren und habe mit den Kollegen von ADAC Klassik viele wunderschöne Regionen im Trentino kennengelernt. Doch auch bei der 14. Ausgabe der Oldtimer-Wander-Tour konnte mich die Region erneut mit völlig neuen EindrĂŒcken faszinieren und ĂŒberraschen. Beim ADAC Oldtimer-Wandern wird Entschleunigung gelebt. Denn wie heißt es so schön, Genuss braucht eben Zeit.“

Ein klassischer Globetrotter holte sich in diesem Jahr den Gesamtsieg bei der ADAC Trentino Classic: Der VW Campingwagen 23 – auch unter dem KĂŒrzel T1 bekannt – lag am Ende mit Heckmotor vorne. Steffen und Tanja Fritz, das Team an Bord des klassischen VW-Bus‘, freuten sich sehr ĂŒber diesen Erfolg und den Siegerpokal.