Oldtimer zurĂŒck in die Zukunft


Nach Jahrzehnten voller Ungewissheit wird eine Legende aus den 1950er-Jahren ins Rampenlicht zurĂŒckkehren. Der berĂŒhmte Golden Sahara, ein futuristisches PhĂ€nomen, das die Welt 1954 auf dem Petersen Motorama in Los Angeles damals gleichzeitig erschĂŒttert und begeistert hat. Einst war der Wagen im Mittelpunkt eines automobilen Wanderzirkus und auf der Leinwand zu sehen, bevor er in den spĂ€ten 1960ern aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwand. Jetzt, nach dem Tod seines Besitzers, ist das Auto aus seinem langen Dornröschenschlaf erwacht und wird den Auktionsblock bei Mecums Indianapolis-Auktion im Mai 2018 ĂŒberqueren.

Heute ist es kaum mehr zu glauben, wie dieses Fahrzeug einst die amerikanische Nation beschĂ€ftigt hat. Der mit allen Raffinessen der Technik ausgestattete perlmuttfarbene Golden Sahara war ursprĂŒnglich einmal ein einfacher ’53 Lincoln Capri, der dem berĂŒhmten Custom-Auto-Magnaten George Barris gehörte. Nachdem beim Abschleppen die ganze Spitze wie der Deckel einer Dose Sardinen abgezogen wurde, kam Barris auf die Idee, das Wrack mit einem ehrgeizigen Sonderprojekt zu retten. Jim Skonzakes, ein Ohio-Kunde von Barris besser bekannt als Jim Street, spendierte die Finanzierung.

Das Duo ĂŒberholte das Auto von Grund auf, von dem brandneuen Space Age-Körper bis hin zu extravaganter Perlglanz-24-Karat-Goldfarbe (aus Fischschuppen), einem Halbbubble-Top und weißem Nerz-Teppichen. Es gab noch mehr Luxus an Bord des GefĂ€hrtes: eine Cocktailbar mit eingebautem KĂŒhlschrank, High-End-Radio, Kassettenrekorder und ein In-Dash-TV. Das ganze kostete atemberaubende 25.000 Dollar. Und die Fantasien der Autofans waren in Gang gesetzt 


Nachdem Barris und Skonzakes 1956 durch ganz USA bei verschiedenen Ausstellungen und Veranstaltungen gereist waren, fĂŒgten sie noch mehr Glitzer, Glamour und Flair mit neuen Merkmalen und einer Vielzahl neuer Technologien hinzu. Das Auto, das dann Golden Sahara II getauft wurde, bot nun erweiterte Extras wie eine auswĂ€hlbare elektronische Lenkung, eine Druckknopfsteuerung, zentrierte Steuerungen im Flugzeugstil fĂŒr Beschleunigung und Bremsen, Fernfunktionen und Sensoren fĂŒr den vorderen StoßfĂ€nger, die automatisches Bremsen ermöglichten. Dieses Mal kam die Rechnung auf $ 75.000. Aber das war eigentlich Nebensache, denn das Auto war eine echte BerĂŒhmtheit und schaffte es sogar zu einen Auftritt im Jerry-Lewis-Film Cinderfella von 1960.

Ende der 1960er Jahre war der Goldene Sahara II nur noch Erinnerung. Er verschwand aus dem Rampenlicht. Nur GerĂŒchte besagten, dass der Sammler Jim Street den Wagen in seiner Garage hatte und dass der in den 1980er Jahren gelegentlich bei Nachtfahrten gesehen worden sei. Klar, dass die Spekulationen nach dem Tod von Jim Street wieder Fahrt bekamen im Dezember 2017.

Mecum versteigert nun mehrere Fahrzeuge aus der Jim Street Estate Collection, aber der Headliner ist zweifellos die lange verloren geglaubte Goldene Sahara. Wenn es am 15./19. Mai bei der Indianapolis-Auktion von Mecum ĂŒber den Block geht, wird es without Reserve angeboten.