Paul Rosche gestorben


Paul Rosche, einer der bedeutendsten Motorentwickler bei BMW, verstarb letzte Woche im Alter von 82 Jahren.

p90145566_highres_paul-rosche-and-diet

Bereits vor 17 Jahren verabschiedete er sich in den wohlverdienten Ruhestand, doch wenn Motorenentwickler der BMW Group den Namen Paul Rosche erwĂ€hnen, dann klingt bis heute Ehrfurcht mit. Um sportliche Kraftentfaltung bei einem neuen Antrieb zu loben, gibt es kaum eine bessere Beschreibung als den Satz: „Der wird auch Paul Rosche gefallen.“ Der Ingenieur, der fast vier Jahrzehnte lang die Motorenentwicklung bei BMW prĂ€gte, dessen Ideen zu legendĂ€ren Erfolgen auf der Rennstrecke fĂŒhrten und auch den Fortschritt in der Antriebstechnologie fĂŒr Serienfahrzeuge maßgeblich beflĂŒgelten.

Paul Rosche der „Vater“ jenes Turbo-Motors, dessen Kraft den Brasilianer Nelson Piquet 1983 im Brabham BMW zum Weltmeistertitel in der Formel 1 fĂŒhrte. Dieser Triumph in der „Königsklasse“ des Motorsports war der spektakulĂ€rste, aber bei weitem nicht der einzige Erfolg, der auf den EinfĂ€llen des 1934 in MĂŒnchen geborenen Vollblut-Technikers beruhte. Unter Rosches FederfĂŒhrung entstanden auch der 2,0 Liter große Vierzylinder-Vierventil-Motor, mit dem in der Formel-2-Europameisterschaft mehr als 150 Rennsiege und sechs Titel eingefahren wurden, sowie das 6,0 Liter-V12-Triebwerk der Le-Mans-Sieger von 1995 und 1999.

Unmittelbar nach Abschluss seines Studiums war der junge Ingenieur 1957 als Konstrukteur in die Motorenentwicklung von BMW eingestiegen. Zu seinen ersten Aufgaben gehörte damals die Berechnung von Nockenwellen fĂŒr Rennfahrzeug-Motoren. Sie wurden zu Rosches Spezialgebiet und brachten ihm den Spitznamen „Nocken-Paule“ ein, der bis heute mit einer Mischung aus Respekt und Sympathie gebraucht wird. Bei einem seiner ersten Projekte wurde die Nockenwelle zum Ausgangspunkt fĂŒr die fast vollstĂ€ndige Neukonstruktion eines Motors. Rosches Talent und sein Ehrgeiz sorgten dafĂŒr, dass er in der Folgezeit an der Entwicklung sĂ€mtlicher Serienmotoren fĂŒr BMW Modelle beteiligt war und auch die davon abgeleiteten Sportvarianten unter seiner Regie entstanden. Der 2,0 Liter-Turbomotor des BMW 2002, der 1969 die Tourenwagen-EM gewann, trug ebenso Rosches Handschrift wie die Sechszylinder-Motoren der Modelle BMW 320 und BMW 323i aus den Jahren 1977 beziehungsweise 1978.