Planai Classic 2017: Schneetreiben und EiseskÀlte


Endlich war er da, der Schnee. Gerade rechtzeitig, um fĂŒr die Planai Classic 2017 das richtige Ambiente zu zaubern. Am Ende der traditionellen Winter-Fahr-Veranstaltung zog auch Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck das Fazit: „Das waren drei tolle Tage, trotz bitterer KĂ€lte bereue ich es keine Sekunde“.

Planai-Classic 2017Nach einigen vorangegangenen Jahren, in denen die Teilnehmer der Planai Classic immer wider mit Regen, Schlamm und ungemĂŒtlicher NĂ€sse zu kĂ€mpfen hatten, war es in diesem Jahr ein echter Winter, der das Teilnehmerfeld auf Trab hielt. Schneefall und Temperaturen bis zu minus 20 Grad unter Null bestimmten den Ablauf. Aber die Neuerungen, wie die Fahrt auf den Dachstein und der Eröffnungsabend im Gletscherrestaurant auf 2.700 Meter Seehöhe, begeisterten die Starter.

Schon bei der ersten PrĂŒfung ahnten die Teilnehmer, was in den nĂ€chsten Tagen auf sie zukommen wĂŒrde. Mehr als 30 Zentimeter Schnee auf der Strecke und dichtes Schneetreiben machten die Fahrt zum Abenteuer und forderten von den Fahrern Können und und gute Orientierung unter erschwerten Bedingungen.

Am Freitag startete das Feld am Alpenflugplatz Niederöblarn.. Minus zehn Grad Celsius und starker Wind sorgten fĂŒr wahres Nordpol-Feeling. Die 43 Teams erlebten spĂ€ter am Nachmittag bei der Hochwurzen-Trophy die zauberhafte Winterlandschaft der Region Schladming/Dachstein. Im Romantik Hotel Schloss Pichlarn schlossen alle gemeinsam den aufregenden Tag ab.

Am Samstag legte die KĂ€lte um einiges zu: Das Ennstal fror bei bis zu minus 20 Grad und forderte – vor allem fĂŒr die Fahrer der Epoche I mit ihren offenen Boliden – als wahre Helden heraus. Doch die KĂ€ltefront hatte auch ihre gute Seite, denn sie brachte strahlenden Sonnenschein mit sich. So verwandelte sich die PrĂŒfung auf der Trabrennbahn Gröbming mit dem traumhaften Panorama der Ennstaler Alpen zu einem Highlight fĂŒr Zuschauer und die Besatzungen genossen die wĂ€rmenden Strahlen. Das Grande Finale fand wie gewohnt auf der Planai-Bergstraße und dem WM Park Planai in Schladming statt. Drei Mal galt es die Straße zu befahren, ehe es im WM Park zum finalen Showdown kam.

NatĂŒrlich fĂŒhrten die extremen Bedingungen auch zu manch kurioser Situation. Der Sunbeam-Pilot Johann Kofler kam mit seinem Boliden von der Strecke ab. Jedoch nicht weit, denn wenige Zentimeter hinter dem Straßengraben fing eine Leitplanke den Vorkriegs-Boliden ab. Der Fahrer blieb heil, nur der KotflĂŒgel erlitt Blessuren. Doch: der Wagen stecke in einer Schneewehe fest. Rallyelegende Rudi Stohl griff ein und zog den Sunbeam mit seinem krĂ€ftigen Steyr-Puch Pinzgauer aus dem Graben.

Aus sportlicher Sicht war die Planai-Classic 2017 eine der spannendsten Rallyes in der Geschichte der Winterrallyes. Die Favoriten hielten sich anfangs dezent zurĂŒck, und rĂ€umten spĂ€ter das Feld durch ihre Erfahrung und Konstanz von hinten auf. Am Ende triumphierten die Vorjahressieger Pius Weckerle und Otmar Schlager erneut – mit 2670 Fehlerpunkten. „Es war wie Himmel und Hölle. Eine Planai-Classic bei Eis und Schnee zu gewinnen ist schon ein Wahnsinn. Wir suchen noch jemand, der uns das dafĂŒr bezahlt, nicht mehr zu fahren“, scherzte der vierfache Sieger Weckerle.

Spannend war auch der Kampf um den zweiten Platz. Alexander und Florian Deopito (Mercedes 350 SLC) standen mit GĂŒnter Schwarzbauer und Erich Hemmelmayr (Datsun 240 Z) im Wettbewerb. Oft trennten die beiden Teams nur 20 Punkte, doch im Zielsprint zogen die Deopitos (3134 Punkte) an dem Datsun-Duo Schwarzbauer/Hemmelmayr (3387 Punkte) vorbei. Somit brachte die Planai-Classic 2017 ein weiteres Kuriosum in der 21-jĂ€hrigen Geschichte der Veranstaltung: Das Ergebnis der Top-Drei ist identisch mit dem vom Vorjahr.

Bei den drei Epochen-Klassen gab es ebenfalls Überraschungen: In der Ă€ltesten Kategorie, der Epoche I (Fahrzeuge bis Baujahr 1940) sicherte sich Christian Baier (Lea Francis) den Sieg. In der Epoche II (Fahrzeuge der Baujahre 1940 bis 1964) hatte Michael Schaude (VW KĂ€fer) Grund zum Jubeln. Bei den „Modernen“, also der Kategorie III (Fahrzeuge der Baujahre 1965 bis 1972), war der Gesamtsieger Weckerle siegreich. Und auch die Promis schlugen sich nicht schlecht. Rudi Roubinek und GĂŒnther Schrems (Volvo P1800) beendeten die Rallye auf dem 14. Gesamtrang. Rauno Aaltonen und Werner Gassner (Mini Cooper) finden sich auf dem 19. wieder und die Rennlegende Hans-Joachim Stuck und sein Copilot Thomas Körpert (Porsche 912) auf dem 26 Platz.

Auch die Veranstalter Helmut Zwickl und Michael Glöckner waren am Ende sehr zufrieden: „Es war eine Planai-Classic wie noch nie. Ein Kompliment an die Disziplin und das Können des gesamten Starterfeldes.“

Fotos: ©Planai-Classic/Martin Huber