Rallye Planai-Classic 2016


Von wegen es gab keinen Schnee: Beim 20-jĂ€hrigen JubilĂ€um des Winter-Klassikers Planai Klassik gab es weißen Zuckerguss ĂŒber der schönen Landschaft, dazu Sonnenschein und Schneefahrbahnen. Da waren die vorangegangenen beiden Ausgaben, die eher mit Matsch- und Nebelwetter zu meistern waren, sofort vergessen.

 

08.01.2016, Schladming, Steiermark, Österreich (Austria): Planai-Classic 2016, Planai Bergwertung, im Bild Pius Weckerle und Othmar Schlager (AUT), VW KĂ€fer 1303, Bj. 1972. (c) Planai-Classic / Martin Huber

08.01.2016, Schladming, Steiermark, Österreich (Austria): Planai-Classic 2016, Planai Bergwertung, im Bild Pius Weckerle und Othmar Schlager (AUT), VW KĂ€fer 1303, Bj. 1972.
(c) Planai-Classic / Martin Huber

 

Am ersten Tag galt es die SonderprĂŒfung auf der Trabrennbahn, den Prolog durch die Region Schladming/Dachstein und die Bergwertung auf die Tauplitzalm zu bewĂ€ltigen. Wie immer fanden sich an der Passierkontrolle im Herzen von Schladming zahlreich Zuseher ein, um das 45 Teilnehmer zĂ€hlende Feld zu bewundern. Die Abfahrt von der Tauplitzalm musste wegen des starken Schneefalls, der am Abend einsetzt gestrichen werden. Man traf sich danach im malerischen Schloss Pichlarn, um den Abend im gemĂŒtlichen Beisammensein zu beenden und mit einem besonderen Starter, welcher der Planai-Classic seit Jahren treu ist zu feiern: Der „Rallyeprofessor“ Rauno Aaltonen feierte hier nĂ€mlich seinen 78. Geburtstag.

Der zweite Tag begann wie ĂŒblich am Flugplatz Niederöblarn, ehe es zum Grande Finale ging – der Fahrt auf die Planai-Bergstraße. Hier wurde schon so manche Ausgabe der Planai-Classic im letzten Moment verloren oder gewonnen. Nicht so diese Jahr, denn der dreifache Sieger Pius Weckerle und sein Copilot Othmar Schlager setzten sich mit ihrem VW KĂ€fer 1303 vor der Planai-PrĂŒfung an die Spitze des Feldes und gaben diese nicht mehr her.

„Anfangs waren wir weit hinten, weil wir vergessen hatten, die Uhr einzustellen. Aber der Fahrer hat das wieder ausgemĂ€rzt“, erklĂ€rt Weckerle lachend seinen anfĂ€nglichen RĂŒckstand „es waren halt ein paar nicht so optimale Sachen dabei, aber das passiert halt. Aber es war eine super Veranstaltung – wie immer eigentlich – und vor allem, wenn man gewinnt.“ Und Copilot Schlager ergĂ€nzt: „Sein Motto ist, besser JĂ€ger als Gejagter zu sein.“

Auf dem zweiten Rang finden sich Alexander und Florian Deopito im Mercedes 350 SLC wieder. Deopito, der regelmĂ€ĂŸig bei der Racecar-Trophy im Rahmen der Ennstaal-Classic am Start ist, freute der Platz am Stockerl besonders: „Wir sind eigentlich das erste Mal richtig mitgefahren. Wir waren 2011 auch schon dabei, aber mit dem unmöglichsten Auto – einem Aston Martin. Da waren wir nur anwesend, aber nicht konkurrenzfĂ€hig. Jetzt haben wir das richtige Auto. Es hat gepasst, aber die Bedingungen waren trotzdem sehr anspruchsvoll. Es hat aber irrsinnig viel Spaß gemacht. 2011 habe ich gesagt, dass ich die Planai-Classic nie wieder fahre – 2016 sage ich 2017 wieder!“

Auf Rang 3 konnten sich die Vorjahressieger GĂŒnter Schwarzbauer und Erich Hemmelmayer mit ihrem Datsun 240 Z platzieren. Sie lagen bis zum zweiten Lauf auf dem Flugplatz in FĂŒhrung, ehe Weckerle das Feld von hinten aufrĂ€umte. In der Epoche I gab es diesmal nur einen EinzelkĂ€mpfer: Johann Kofler auf seinem Sunbeam Supersport. Er musste jedoch zu Beginn des zweiten Tages seinen Oldtimer aus dem Jahr 1930 wegen eines Getriebeschadens abstellen. Den Sieg in der Epoche II (Fahrzeuge Baujahr 1940 – 1964) sicherten sich Thomas Matzelberger und Martin Rettenbacher auf einem MG A CoupĂ©. Die Epoche III (Fahrzeuge Baujahr 1965 – 1972) ging an die Gesamtsieger Weckerle und Schlager.

 

Promis in Autos und auf Skiern

Auch die Prominenten schlugen sich wacker: Rauno Aaltonen belegt Rang 10, Rudi Roubinek findet sich auf dem 12. Gesamtrang wieder. Richard und Philip Lietz schaffen es bei ihrer ersten Planai-Classic auf Rang 12, Rallyelegende Rudi Stohl erreichte auf Platz 24 das Ziel.

Ihren Abschluss fand die 20. Ausgabe der Planai-Classic traditionell im WM-Park Planai, wo sich das Feld aufstellte und von unzÀhligen Zusehern bewundert wurde. Danach folgte der Nachtriesenslalom der Skilegenden, wo es galt zwei LÀufe in möglichst derselben Zeit zu absolvieren. Ernst Riedelsperger schaffte es mit nur 0,05 Sekunden, gefolgt von Manfred Pranger mit einer Differenz von 0,07 Sekunden. Die Kombiwertung aus Skifahrer und den besten Teams ging an Michael Haberl und Theresa Moser mit Skilegende Manfred Pranger, gefolgt von Thomas Matzelberger und Martin Rettenbacher mit Skilegende Ernst Riedelsperger.

 

TEXT: Michael Hintermayer