Ralph Lauren Bugatti begeisterte beim Concorso d‘Eleganza


Schnee blitzt weiß auf den Bergen ĂŒber dem Comer See, frischer Wind fegt durch PalmenblĂ€tter und blĂŒhende Stauden. Ab und an fallen ein paar dĂŒnne Tropfen aus dem dick wolkenverhangenen Himmel. Nie fing ein Concorso d’Eleganza Villa d’Este so kĂŒhl an, wie die 14. Ausgabe des automobilen Lifestyle-Events, der seit 1999 unter dem Patronat der BMW Group alljĂ€hrlich wieder zum Leben erweckt wird.


Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber das Oldtimer Schaulaufen beim 14. Concorso D ÂŽEleganza am Comer See.

Doch die Teilnehmer, die aus der ganzen Welt in den kleinen Ort Cernobbio reisen, nehmen die Temperatur-Herausforderung mit italienischer Gelassenheit. Dabei sein ist alles. Nur rund 50 handverlesene klassische Fahrzeuge – aus einem mehr als sieben Mal so großen Bewerberfeld – können bei dieser eleganten Veranstaltung auftreten und sich der Jury zur Wahl stellen. Die begehrteste Auszeichnung, der Copa d’Oro und der Preis des Publikums ging in diesem Jahr an den Modeschöpfer Ralph Lauren, der seinen einzigartigen Bugatti Atlantik höchst persönlich an den Comer See gebracht hatte.
Bereits die Fahrzeugabnahme durch die Experten bringt so manchen Teilnehmer ins Schwitzen. Alles wird genau unter die Lupe genommen: Papiere, OriginalitĂ€t und Geschichte. Schließlich erhöht bereits die Zulassung zum Concorso d’Eleganza Villa d’Este den Wert eines Oldtimers und eine Auszeichnung im automobilen Wettbewerb gleicht der Verleihung eines Adeltitels durch die Queen.


Als „Kings oft he road“ – Könige der Straße aus den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gehen die prĂ€chtigen Karossen der Klasse A ins Rennen um die Gunst der Jury. Der Mercerdes Benz 680S 1928 konnte bereits beim amerikanischen Schönheitswettbewerb Pebble Beach ĂŒberzeugen. Große Namen wie Isotta-Frascini oder Rolls-Royce mit ihren Sonderkarosserien von Castagna oder Erdmann & Rossi reihen sich hintereinander fĂŒr das DefilĂ©e ĂŒber die kiesige Terrasse des Grand Hotels. Den Hispano-Suiza eines NiederlĂ€ndischen Teilnehmers steuert der ehemalige Privat-Chauffeur der abgedankten Königin Beatrix. Das Publikum applaudiert begeistert. Die sportlichen Schönheiten der goldenen Jahre fahren in Klasse B vor. FĂŒr die Löwenjagd des Maharadscha von Jammu und Kashmir wurde 1928 der Rolls-Royce Phantom I gebaut. Der französische Aristokrat und Rennfahrer Philippe de Gunzbourg war einst Besitzer des bemerkenswert originalen Alfa Romeo 6C 1750 GS. Mit einem Rennwagen wie diesem wurde 1929 und 1930 die Mille Miglia gewonnen. Aus dem Evert Louwman Museum stellte sich ein Mercedes-Benz 500 K Baujahr 1936 vor und bekam dafĂŒr ein Lob in seiner Klasse. Der Wagen trĂ€gt den Beinamen „Butcher’s Car“ (Metzger Wagen), nach dem Beruf seines einstigen Besitzers, der ihn irgendwann einmal in der Garage abgestellt hatte, wo er dreißig Jahre bis zur Entdeckung wartete. Als der ultimative britische Sportwagen ging der Lagonda LG45 Rapide in den Wettbewerb. Eines der seltensten Autos und fĂŒr viele der schönste Klassiker der Welt ist der Bugatti Type 57SC „Atlantic“, der 1937 und 1938 im Elsaß gebaut wurde. Der amerikanische Modeschöpfer Ralph Lauren hatte das Meisterwerk an den Comer See gebracht.


Der Aston Martin DB4 SS Saloon, Touring, Baujahr 1962 gewann die Klasse D „Aston Martin“, die zum 100. Geburtstag der Marke im Jahr 2013 teilnahm. Tanzendes Pferd gegen Trident – ein uralter italienischer Wettbewerb von Ferrari gegen Maserati. Der Ferrari 250 GT SWB, Berlinetta, Baujahr 1961 mit Karosserie von Scaglietti gewann den Klassensieg.
Beinahe so alt wie das Automobil selbst ist der Motorsport. Schon frĂŒh bewiesen Rennfahrer, was in den Motoren steckte. Zu den frĂŒhen Fahrzeugen dieser Gruppe gehört der MG Magnette, dessen EigentĂŒmer aus England auch den Preis ‚Trofeo Roeckl‘ fĂŒr das beste passende KostĂŒm zum Fahrzeug bekam.
Den Preis in der Klasse ‚California Dremin‘ nahm der Jaguar XKSS Spider, Baujahr 1956 mit nach Hause nach Großbritanniern. Im Wettbewerb ‚Speed and Style‘ gewann der Ferrari 250LM, Berlinetta Baujahr 1964 aus der Lionshead West Collection USA.
Zum 50. Geburtstag von Lamborghini gab es eine eigene Klasse der sportlichen Italiener. Der traumhafte Lamborghini 350 GTS Spider Touring, Baujahr 1965 gewann den Klassensieg.
Auch am Comer See hÀlt der Trend zum original erhaltenen Oldtimer an, so bestÀtigt FIVA Technical Commission President Mark Gessler. O-Ton
Den Preis der FIVA fĂŒr den besten Original-Zustand erhielt der Rolls-Royce Phantom I Open Tourer Boattail, Jarvis, Baujahr 1928. Als besterhaltener Nachkriegswagen wurde der BMW M1 von Detlef HĂŒbner ausgezeichnet, dessen Fahrzeug sogar noch das Original-Kennzeichen trĂ€gt.
Über die Auszeichnung Trofeo Vranken Pommery durfte sich der Chinese Ni Peng Loh freuen, der mit dem deutschen Porsche Spezialisten Ruf seinen Porsche 356 A Speedster mit Reutter Karosserie, Baujahr 1957, ins Rennen geschickt hatte.

Sehen Sie hier eine Galerie des Teilnehmer-Felds

Der Sonntag am Concorso d’Eleganza Wochenende gehört der breiten Öffentlichkeit Zu sehen gibt es dieselben Fahrzeuge, wie am Vortag an der Villa d’Este. Selbst Prototypen, die man auf den großen Automobilsalons nur stehend bewundern kann, nehmen hier Fahrt auf. Die PrĂ€sentation der historischen Automobilschönheiten auf dem roten Teppich wird vom internationalen Publikum begeistert gefeiert.
Auch Motorrad-Fans kamen an der Villa Erba auf ihre Kosten. Im Pavillion wurde die 90-jĂ€hrige Historie von BMW-MotorrĂ€dern gezeigt. Das Sondermodel R90S das eigens zum 90-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Marke gelauncht wurde, hat das Zeug zum Klassiker. O-Ton: Ola Stenegard Head of Vehicle Design at BMW Motorrad. Auch der dritte Concorso d’Eleganza fĂŒr MottorrĂ€der im Park der Villa Erba begeisterte durch seine Vielfalt.
FĂŒr die Italiener und die zahlreichen internationalen Besucher ist der Sonntag des Concorso d‘Eleganza ein großes Familienfest im Park der herrschaftlichen Villa Erba. Und wĂ€hrend die einen dem Motorsound lauschen und sich ĂŒber die exklusiven Fahrzeuge freuen, unternimmt der Nachwuchs erste MobilitĂ€tsversuche.

 

Kamera: Kay MacKenneth & Alexandra Treptow
Bilder : BMW AG & Classic Car TV

PREISE:

Trofeo BMW Group
Best in Show by the Jury
Bugatti, 57SC Atlantic, Coupé, Jean Bugatti, 1938, Ralph Lauren, USA
Coppa d’Oro Villa d’Este
Best of Show by Public Referendum at Villa d’Este
Bugatti, 57SC Atlantic, Coupé, Jean Bugatti, 1938, Ralph Lauren, USA
Trofeo BMW Group Italia
By Public Referendum at Villa Erba
Bugatti, 57SC Atlantic, Coupé, Jean Bugatti, 1938, Ralph Lauren, USA
Trofeo BMW Group Ragazzi
By Young People’s Referendum at Villa Erba (until the age of 16)
Bugatti, 57SC Atlantic, Coupé, Jean Bugatti, 1938, Ralph Lauren, USA

Concorso d’Eleganza Design Award for Concept Cars & Prototypes
By Public Referendum at Villa Erba
Touring Superleggera, Alfa Romeo Disco Volante by Touring, Coupé, 2013, Melvin Goh, I

Class Winners and Mention of Honour
CLASS A: KINGS OF THE ROAD
Class Winner
Mercedes-Benz, 680S, Torpedo Roadster, Saoutchik, 1928, Paul Andrews, USA
Mention of Honour
Rolls-Royce, Phantom II Continental, Sedanca (3-Position) Drophead Coupé,
Gurney Nutting, 1933, Jay Moore, USA
CLASS B: THOROUGHBREDS
Class Winner
Bugatti, 57SC Atlantic, Coupé, Jean Bugatti, 1938, Ralph Lauren, USA
Mention of Honour
Mercedes-Benz, 500K, Spezial Roadster, Mercedes-Benz Sindelfingen,
1936, Evert Louwman, NL
CLASS C: TRANSITIONS
Class Winner
Ferrari, 500 Superfast, Berlinetta, Pininfarina, 1964, Lucas Laureys, B
Mention of Honour
Talbot-Lago, T26 Grand Sport, Cabriolet, Franay, 1949, Michael Kaufmann, A
CLASS D: ASTON MARTIN
Class Winner
Aston Martin, DB4 SS, Saloon, Touring, 1962, Jean-Pierre Slavic, CH
Mention of Honour
Aston Martin, DB4 GT, Coupé, Zagato, 1961, David Eyles, UK

CLASS E: PRANCING HORSE VS TRIDENT
Class Winner
Ferrari, 250 GT SWB, Berlinetta, Scaglietti, 1961, Destriero Collection, MC
Mention of Honour
Ferrari, 250 GT SWB California, Spider, Scaglietti, 1961, Claudio Caggiati, I
CLASS F: CALIFORNIA DREAMIN’
Class Winner
Jaguar, XKSS, Spider, Jaguar, 1956, Peter Neumark, UK
Mention of Honour
Siata, 208S, Spider, Motto, 1954, James Utaski, USA
CLASS G: SPEED AND STYLE
Class Winner
Ferrari, 250 LM, Berlinetta, Pininfarina, 1964, Lionshead West Collection, USA
Mention of Honour
Ferrari, 250 GT Tour de France, Berlinetta, Scaglietti, 1958, Peter McCoy, USA
CLASS H: LAMBORGHINI
Class Winner
Lamborghini, 350 GTS, Spider, Touring, 1965, Emanuel Reich, A
Mention of Honour
Lamborghini, 350 GTV, Coupé, Scaglione, 1963, Albert Spiess, CH
CLASS I: RACING IMPROVES THE BREED
Class Winner
Ferrari, Dino 166P/206P, Spider, Ferrari, 1965, Andreas Mohringer, A
Mention of Honour
Ferrari, 250 GT Tour de France, Berlinetta, Scaglietti, 1956, Martin Gruss, USA

Trofeo FIVA
To the best preserved pre war-car
Rolls-Royce, Phantom I, OpenTourer Boattail, Jarvis, 1928, Alexander Schaufler, A
Trofeo ASI
To the best preserved post war-car
BMW, M1, CoupĂ©, Giugiaro, 1980, Detlef HĂŒbner, D
Trofeo Automobile Club di Como
To the car driven from farthest away
Bentley, S1 Continental, Drophead Coupé, Park Ward, 1959, Dean Kronsbein D
Special Prizes by the Jury
Trofeo BMW Group Classic
For the most sensitive restoration by the Jury
Talbot-Lago, T14 LS Coupé, Letourneur et Marchand, 1956, David Buchanan, USA
Trofeo Rolls-Royce
To the most elegant Rolls-Royce by the Jury
Rolls-Royce, Phantom II Continental, Sedanca (3-Pos.) Drophead Coupé, Gurney Nutting,
1933, Jay Moore, USA
Trofeo Vranken Pommery
To the best iconic car by the Jury
Porsche, 356 A, Speedster, Reutter, 1957, Ni Peng Loh, CHN
Trofeo Foglizzo
The best interior design by the Jury
Fiat, 8 V, Coupé, Rapi, 1953, Bruce Vanyo, USA
Trofeo Roeckl
For the best overall appearance of car, driver and passenger by the Jury
MG, Magnette K3, Sports Roadster, MG, 1933, Peter Briggs, AUS
Trofeo Auto & Design
To the most exciting design by the Jury
Bugatti, 57SC Atlantic, Coupé, Jean Bugatti, 1938, Ralph Lauren, USA