Ratgeber: Oldtimer & Nachlass


Welcher Sammler von klassischen Automobilen und MotorrĂ€dern macht sich zu Lebzeiten Gedanken darĂŒber, was spĂ€ter einmal mit seinen SchĂ€tzchen passiert? Nachlassregelung in Sachen Klassiker – da fĂŒrchtet Automobilexperte Johannes HĂŒbner, Autoconsult Friedberg, dass es in den nĂ€chsten zehn Jahren zu massiven MarktverĂ€nderungen kommen wird, denn es wird einen Wechsel von der ersten Generation der Sammler geben.

Dabei haben nur wenige Oldtimerbesitzer ihre Fahrzeuge so dokumentiert, dass ihre Geschichte und die Reihe der Vorbesitzer festgehalten ist, wie Nutzung und der Service ĂŒber die Jahre. Vielfach gibt es keine qualifizierten und aktuellen Gutachten. Sobald sich der bisherige Nutzer gesundheitsbedingt etwas weniger um seine Oldies kĂŒmmert, ist die Chance auf eine qualifizierte Bewertung gering – die wertvolle Sammlung wird zu Zufallspreisen angeboten. Hinzu kommt, dass die möglichen Erben den Fahrzeugbesitzer aus PietĂ€tsgrĂŒnden in den seltensten FĂ€llen auf seine Preziosen ansprechen. Dabei ist genau dies der einzige Weg, mit dem oft sehr wertvollen Erbe sachgerecht umzugehen, meint die Klassikerabteilung der Gesellschaft fĂŒr Technische Überwachung (GTÜ).

Wie bei Immobilien und anderem Vermögen auch, sollten die EigentĂŒmer frĂŒhzeitig qualifizierte Gutachten anfertigen lassen, die eine Bewertung der Objekte möglich machen. Zu jedem Fahrzeug und auch zu Sammlungen von Automobila sollte eine separate Dokumentation gehören, die ihren Platz im Safe bei den ĂŒbrigen Vermögensunterlagen hat. Eine beratende Begleitung durch Automobil-Experten, Anwalt und Steuerberater ist dabei empfehlenswert.

Achtung: Immer wieder kommt es vor, dass einzelne Objekte etwa an Museen verliehen werden und der Verbleib dieser Fahrzeuge und die VerfĂŒgung darĂŒber im Erbfall plötzlich unklar ist. Deshalb sollten auch in solchen FĂ€llen VerfĂŒgungen oder LeihvertrĂ€ge erstellt werden.

Ganz schwierig ist die Sachlage bei Fahrzeugen, die Dritten etwa zur Reparatur oder Restaurierung ĂŒberlassen wurden. Denn in den meisten FĂ€llen gibt es keine detaillierten ArbeitsauftrĂ€ge und dazugehörige KostenvoranschlĂ€ge. Im Erbfall wird die Werkstatt ihr ZurĂŒckbehaltungsrecht geltend machen, bis die meist nicht zweifelsfrei bezifferbaren Reparaturkosten beglichen sind.