RETRO Classics Bavaria: BMW KR6 Kompressorrennwagen 1934


Der einzige BMW KR6 Kompressorrennwagen Baujahr 1934 wurde 2018 mit dem „Goldener Klassiker“ als „Fund des Jahres“ ausgezeichnet. Jetzt ist die RaritĂ€t auf der RETRO Classics Bavaria (7.-9.12., NĂŒrnberg) zu bewundern. Das EinzelstĂŒck steht in Halle 4A – begleitet von historischen Bildern der damaligen Zeit.
Jahrzehntelang war der seltene BMW unentdeckt geblieben. Nach seinen letzten RenneinsĂ€tzen 1934 und 1935 war er umgebaut worden zum straßenzugelassenen Roadster mit KotflĂŒgeln und Straßenbeleuchtung. Auch fĂŒr den Vorbesitzer, der 1961 in die USA ausgewandert war, blieb die Geschichte des Kompressorrennwagens im Verborgenen.

Im Jahr 2017 traf der Ilmenauer Oldtimersammler Marek Schramm aus Ilmenau eher zufĂ€llig auf den als „Eigenbau Stiller“ angebotenen BMW und griff zu. Der Einbau des 6 Zylinder Motors als Mittelmotor hatte den neuen Besitzer von Anfang an stutzig gemacht. Mit dem positiven GefĂŒhl, dass irgendetwas mit diesem Auto nicht stimmt, begab sich Marek Schramm auf Spurensuche und fand ĂŒber die AuslieferungsbestĂ€tigung vom 19.03.1934 der BMW AG an den MĂŒnchner Rennfahrer Stösser die gesamte Renngeschichte des Wagens.

Der BMW KR6, gebaut fĂŒr das erste Rennen aller deutschen Silberpfeile am 27.05.1934 auf der AVUS, trat auch im Silberkleid der folgende Rennen am NĂŒrburgring und den Rennen zur Deutschen Bergrennen Meisterschaft an. Im Schatten von Mercedes und Auto Union startete der BMW in der kleineren 1,5 Liter Klasse und wurde 1934 und 1935 Gesamtsieger beim Ratisbona Bergrennen (wurde ausgetragen bei Kehlheim/Bayern). Auf dem NĂŒrburgring errang der BMW KR6 1934 einen beachtlichen 8. Platz zwischen Bugatti 37 und Maserati 4CM. Insgesamt wurden bis heute zehn Renneintragungen gefunden.

Mit runder Nase im Stil des 328er BMW und den Zentralverschlussfelgen spiegelt der Rennwagen derzeit sein Erscheinungsbild von 1936/37 wider. Der bereits 1936 verloren gegangene Kompressor wurde vor kurzem in einer Oldtimerteilesammlung gefunden und soll wieder eingebaut werden, Dann soll es mit 90 PS und bis zu 180 km/h wieder zurĂŒck auf historischen Rennstrecken gehen.