RETRO Classics: Saisonauftakt in Stuttgart


Zur 17. Ausgabe der RETRO Classics in Stuttgart schwÀrmten die Oldtimer- und Automobil-Liebhaber am vergangenen Wochenende aus. Traditionell ist mit der RETRO Classics die Oldtimer-Saison eröffnet. Auch auf dem Messevorplatz und zwischen den Messehallen wurden die Klassiker prÀsentiert, die ein neues Zuhause suchten.

Gleich im Eingangsfoyer prĂ€sentierte Gohm Sportwagen von Bentley und schlug eine BrĂŒcke von der Historie bis in die Neuzeit.

In der Premiumhalle versammelten sich die großen Namen der Branche mit ihren PrachtstĂŒcken. Besonders klassische Mercedes-Benz-Modelle   – wie könnte es in der Automobilregion Stuttgart anders sein – und Porsche waren gut vertreten. Bei Arthur Bechtel war ein besonderer Mercedes-Benz 12/55 Typ 300 Baujahr 1926 zu sehen. Die zahlreichen Zusatzausstattungen beeindruckten die Besucher.

Museen, die nur auf besondere Anmeldung ihre Kostbarkeiten der Öffentlichkeit zeigen, brachten einige ihrer schönsten Exemplare nach Stuttgart. Im lichtdurchfluteten Foyer kamen sie besonders gut zur Geltung. Maserati Rennwagen aus dem Hause der Familie Panini genießen Weltruhm. Die Rennfahrzeuge der Familie Stanguellini sind bis heute auf jeder Oldtimer-Veranstaltung gern gesehene Highlights.

Eine wunderbare Bereicherung war die neue Messehalle mit dem italienischen Flair. SĂŒdlĂ€ndisches Stimmengewirr und viele, viele italienische Fahrzeuge erfreuten das Auge. Auch das Land der Motoren, die Emilia Romania prĂ€sentierte sich stilgerecht mit einem Klassiker. Zwischen den HĂ€ndlern verlockten StĂ€nde mit italienischen SpezialitĂ€ten zum Genießen. Viel Beachtung fanden auch die historischen ZweirĂ€der mit legendĂ€ren Namen wie Moto Guzzi, MV Agusta und Ducati. Aufmerksamkeit erregte auch der Fiat, in dem Papst Johannes XXIII frĂŒher chauffiert wurde.

Auch prominente GĂ€ste wurden auf der RETRO Classics gesichtet. Rennlegende Walter Röhrl verursachte bei der Autogrammstunde am Stand von Porsche lange Warteschlangen und zeigte sich als sympathisch und nahbar fĂŒr seine Fans. In Halle 1 besuchte Lamborghini Nachfahre Fabio Lamborghini den Stand der Klimalounge. Roland Asch zeigte sich von der Sonderausstellung seiner verschiedenen Rennfahrzeuge sichtlich berĂŒhrt: „Ein Traum wurde wahr.“

AuffÀllig war auch der Trend von unrestaurierten Fahrzeugen. Einzelne HÀndler hatten sich bereits auf diese einzigartigen Oldtimer eingestellt. In Halle 1 entdeckten wir bei Ande Votteler diesen Porsche, bei Chrome Cars waren gleich mehrere Fahrzeuge zu sehen, die in jedem Detail ihre Geschichte erzÀhlten.

Ein besonderes Highlight ist alljĂ€hrlich die Allianz Retro Night, die den Abend des Preview-Tages schmĂŒckt. Nach dem Spaziergang durch die Messehallen genießen die GĂ€ste den Abend nahe der BĂŒhne in Halle 1 bei FachgesprĂ€chen und gelöster Stimmung.

Automobile Kunst ist ein wachsender Sektor, wie man auch auf der RETRO Classics bemerkte. Es gab mehr Aussteller mit GemĂ€lden, automobilen Kunstwerken und Skulpturen. Das Autohaus Revo hatte sich „30 Jahre BMW M3“ als Hauptthema gewĂ€ghlt und stellte auch das DTM Siegerfahrzeug von 1987 aus.

Die Sonderausstellung „Historische MotorrĂ€der mit britischem Akzent“ zeigte beeindruckend das große Spektrum der ZweirĂ€der mit Geschichte.

„Model und Original“ lautete das Motto der Bulldog und Schlepperfreunde, die neben den Giganten maßstabgetreue kleine Fahrzeuge ausstellten und großen Zuspruch fanden.

Einen deutlichen Zuwachs konnte man bei den Teile- und Zubehör-HĂ€ndlern erkennen. Eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Oldtimer- und Sammler-Teilen fĂŒllte eine komplette Halle.

Den denkbar hĂ€rtesten Rallyeeinsatz in der WĂŒste Afrikas hatte ein Porsche 959 Paris Dakar hinter sich, der am Porsche Stand gezeigt wurde. Der Porsche 911 SC Safari hatte 1978 in Kenia die „East Africa Rallye“ bestritten.

Traditionell sind bei der RETRO Classics auch die Clubs in großer Zahl vertreten. In diesem Jahr feierte der NSU Wankel Spider Club sein 40jĂ€hriges Bestehen. Mit viel Engagement war der Stand entsprechend aufgebaut. Bei Mercedes-Benz herrschte reger Austausch unter den Clubfreunden aller Modelle.

Inspirationen fĂŒr kommende Oldtimer-AusflĂŒge lieferte der „Marktplatz der Museen“. Das Auto- und Technikmuseum brachte die Sonderausstellung „Crazy Wheels“ mit. Das Erwin Hymer Museum glĂ€nzte mit einem unglaublich seltenen Mikafa Reisemobil delux von 1959, von dem nur 12 Exemplare gebaut wurden.

Im XXL Format beeindruckten die Mercedes-Benz Trucks.

Publikumsmagnet war die Auktion von ClassicBid. Ganze Trauben von Menschen verfolgten gebannt die VerkÀufe. Fahrzeuge, die nicht wÀhrend der Auktion an neue Besitzer gingen, waren im Nachgang hÀufig von Interesse.

Nicht nur fĂŒr das ganz große Geld konnte man wĂ€hrend dieser RETRO Classics fĂŒndig werden. Wer genau hinsah entdeckte – neben teilweise ĂŒberzogenen Preisen – auch kleine SchĂ€tze, die den Einstieg in dieses Hobby auf jeden Fall wert waren.