Riley MPH Racing


Riley – das klingt nach Kraft und ZuverlĂ€ssigkeit. In den Zwanziger und Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren das genau diese Eigenschaften, die das traditionsreiche Familienunternehmen Riley so populĂ€r machte. Erfolge bei Rennen waren damals die Voraussetzung fĂŒr Automobilhersteller, um Fahrzeuge zu verkaufen. Bei Speed Trials, Bergrennen und ZuverlĂ€ssigkeitsfahrten bewiesen sich die dynamischen 8-, 6- und 4-Zylinder-Modelle von Riley. Sportliche Lorbeeren holte man sich gar bei Le Mans und den berĂŒhmten Rennen bei Brooklands.

Ein besonders beeindruckendes Fahrzeug war der Riley MPH Racing. Der Prototyp des MPH wurde auf dem Chassis eines T.T. Modells aufgebaut und erhielt einen 6-Zylinder- Reihenmotor. Die Karosserie wurde komplett aus Aluminium gefertigt und auf einem Holzrahmen aus Esche aufgebaut. Die Karosserie-Form wurde stark an den Formen der konkurrierenden Alfa Romeos angelehnt. Seinen ersten Einsatz fand dieser Prototyp des MPH Rennwagens 1934 bei der Scotish Rallye und erwies sich als Ă€ußerst konkurrenzfĂ€hig.

Bei dem hier gezeigten Modell handelt es sich um einen wieder aufgebauten Riley MPH Special. Es wird angenommen, dass weltweit nur noch 14 oder 15 Originale von damals rund 20 hergestellten Fahrzeuge erhalten sind.

Original wurden drei unterschiedlich konfigurierte Motoren in den MPH Modellen verbaut. ErhĂ€ltlich waren die Motoren in drei HubraumgrĂ¶ĂŸen, dem 1,5 Liter, einem 1,6 Liter und dem leistungsstĂ€rksten 1,7 Liter Motor, mit dem eine Höchstgeschwindigkeit von 146 km/h erreicht werden konnte. Alle drei Reihen 6-Zylinder Motoren waren mit den doppelt oben liegenden Nockenwellen ausgestattet. Diese Motoren waren eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Riley IMP Motors.

Die Kraft wurde ĂŒber ein unsynchronisiertes Getriebe auf die Hinterachse ĂŒbertragen. Wahlwiese stand auch ein sogenanntes ENV „Pre-selector“ Getriebe, eine Art Halb-Automatik-Getriebe, von Amstrong Siddeley zur VerfĂŒgung.

Um die niedrige Seitenlinie zu erreichen, wurde der gesamte Rahmen unterhalb des Mittelpunkts der Hinter-Achse gelegt. Damit hat der Rennwagen einen sehr tiefen Schwerpunkt und eine ausgesprochen gute Straßenlage. Sowohl die Vorderachse als auch die Hinterachse sind an halbelliptischen Blattfedern aufgehĂ€ngt. FĂŒr die Karosserie-AusfĂŒhrung typisch ist das runde Heck, unter dem sich der Tank befindet.

Die sehr kleine Riley MPH Serie wurde zwischen 1934 bis 1935 bei Riley in Coventry gebaut. Die wenigen Exemplare die heute noch original erhalten sind, sind sehr begehrt. ZusĂ€tzlich wurden ĂŒber die Jahre aufgrund der hohen Begehrlichkeit einige Specials – Nachbauten auf der Basis eines Ă€hnlichen Riley Modells mit gleichem Rahmen – aufgebaut.