Sachsen Classic: Oldtimer bezaubern den Osten


Die „Steile Wand von Meerane“, „Sachsenring“ und Karlsbad in Tschechien: Fans der „Oldtimerei“ wissen sofort, dass sich dahinter drei der beliebtesten Wegpunkte der „Sachsen Classic“ verbergen.Auch bei der diesjĂ€hrigen 16. Auflage der Klassiker-Rallye von Zwickau ĂŒber das tschechische Karlovy Vary bis nach Chemnitz am vergangenen Wochenende waren zumindest die Wand und der Ring herausfordernde WertungsprĂŒfungen fĂŒr die Besatzungen der mehr als 190 Fahrzeuge aus den Jahren 1926 bis 1997.

Manche Nerven lagen blank, wenn die Zusammenarbeit zwischen Fahrer und die Uhren kontrollierendem Co-Piloten nicht auf Anhieb funktionierte. Zwischen den 23 PrĂŒfungen lagen jedoch insgesamt 560 Kilometer auf den schönsten (Neben-)Strecken des Vogtlandes und des Erzgebirges. Jedes Jahr eine Route zu finden, die die Teams zum SchwĂ€rmen bringt, ist die Kunst der Rallye-Organisatoren. Nur dann fĂ€hrt der restaurierte Vorkriegsklassiker auf der passenden, zeitgenössischen Allee oder einer Waldstrecke, die der „Navi“-verwöhnte Fahrer der Gegenwart nur noch selten zu Gesicht bekommt.

Der Volkswagen-Konzern, in diesem Jahr einziger Autohersteller mit eigenen „Werksteams“, ging mit ĂŒber 20 Oldtimern aus den verschiedenen historischen Sammlungen der Wolfsburger an den Start. Und es waren die kleinsten Modelle, die am Ende besonders groß herauskamen: Das Team Volkswagen Classic konnte mit einem Polo G40 aus dem Jahr 1992 zwei WertungsprĂŒfungen – in Johanngeorgenstadt und rund um die Talsperre Lichtenberg – fĂŒr sich entscheiden. Die VW-Kommunikationsplattform Autostadt gewann die klangvolle PrĂŒfung „Holzkohlemeiler“ sogar mit einer echten RaritĂ€t: Das Duo aus einem extrem seltenen Schweizer Volkswagen KĂ€fer Beutler-Pick-up mit einer NSU Quickly von 1953 auf der kleinen LadeflĂ€che entzĂŒckte die Zuschauer an der Strecke sowieso an allen Tagen der Rallye. Das galt selbstverstĂ€ndlich auch fĂŒr „den Mann, der Volkswagen nach Sachsen brachte“. Carl H. Hahn ließ es sich nicht nehmen, auch die 16. „Sachsen Classic“ durch die Region seiner Geburtsstadt Chemnitz als Fahrer zu absolvieren. Den 92-JĂ€hrigen beeindruckte dabei besonders das Industriedenkmal SaigerhĂŒtte Olbernhau – ein perfekt restauriertes Ensemble eines HĂŒttenwerkes aus dem frĂŒhen 16. Jahrhundert.

Der Volkswagen-Senior begnĂŒgte sich mit einem 98. Platz in der Mitte der Gesamtwertung. Deutlich besser absolvierten Patrick Weber und Dr. Jörg Dittrich die drei Etappen der diesjĂ€hrigen „Sachsen Classic“. Sie rollten mit der Startnummer 164 das Feld von hinten auf und fuhren mit ihrem BMW 3.0 Si aus dem Jahr 1973 auf den ersten Platz. In Chemnitz warteten daher auf die beiden erfolgreichen Oldtimer-Sportler die obligatorischen SiegerkrĂ€nze.