Salon RĂ©tromobile


Die Messen in Maastricht, Bremen und Paris lĂ€uten jedes Jahr die neue Oldtimersaison ein. In Paris beim Salon RĂ©tromobile trafen sich ĂŒber 130.000 Enthusiasten der Oldtimer-Szene in diesem Jahr zur 44. Ausgabe der Veranstaltung vom 6. bis 10. Februar 2019. Über 500 Fahrzeuge waren auf rund 46.000 Quadratmetern zu bestaunen. Ein besonderer Leckerbissen ist fĂŒr das spendierfreudige Publikum das Zusammentreffen von gleich drei großen AuktionshĂ€usern. Aber auch die Highlights der zahlreichen Sonderschauen und Clubausstellungen erfreuten den Besucher und auch die HĂ€ndler brachten einige ganz besondere Exponate an die Seine.

AuffĂ€llig auch in diesem Jahr war das deutliche Angebot an Renn- und Sportwagen. Die Speerspitze bildeten auch in diesem Jahr die Ferrari Modelle. Darunter Ferrari 250GT Lusso, Ferrari 275 GTB, 365 GTB/4 Daytona Competizione und auch der legendĂ€re California Spider. Zwei weitere Marken waren in diesem Jahr oft auf den StĂ€nden der HĂ€ndler zu sehen, Aston Martin und Maserati. Zwei Highlights dieser Marken zeigt Fiskens: den Aston Martin DB 4 GT „Leightweight“ von 1960 und den Maserati A6GSC von 1955. Nur 19 Exemplare wurden vom Aston Martin DB 4 GT Zagato gebaut. Ebenfalls echte Renngene besitzt der 1969 BMW 3.0 CSL „Batmobile“ Ex Schnitzer & Alpina BMW der 1971 auf dem NĂŒrburgring den 3. Platz im Gesamtsieg erreichte. An der Ecke des Standes steht der Alfa Romeo Tipo 33/3 von 1971, ebenfalls mit beeindruckender Renngeschichte, denn das Fahrzeug siegte am NĂŒrburgring, wurde zweiter in Sebring und auf der Targa Florio und zeigt eine sehr eindrucksvolle Historie. Ein schönes Beispiel gelebter Historie ist der 1955 HWM Jaguar, der 1956 an der Mille Miglia Teil genommen hatte. Das Fahrzeug zeigte sich in einer sehr schönen und lebendigen Patina.

Ein echtes Feuerwerk an Lancia Modellen prĂ€sentierte Lukas HĂŒni. In der ersten Reihe glĂ€nzten in Regenbogenfarben aufgestellt sieben leuchtende Lancia Stratos um die Wette und lenkten fast von einem Highlight auf dem Stand ab, dem Lancia D23. Auch die Lancia Martini Racing Modelle stachen aus der Menge der ausgestellten Fahrzeuge hervor.

Simon Kidston stellte in diesem Jahr zum ersten Mal auf einem eigenen Stand aus. Auf einem purpurfarbenen Teppich zeigt er eine Ausstellung die er persönlich als „Miuralandia“ bezeichnet. Gleich sechs Lamborghini Miura Modelle waren zu sehen, darunter der Prototyp des Miura Spyder, SV und SVJ Modelle und das Grundchassis, das 1966 auf der Messe in Genf gezeigt wurde.

BMW Classic zeigte, dass in der Historie der Firma nicht nur Automobile gebaut wurden. Ein besonderes schönes Beispiel dafĂŒr war ein Speedboot mit Riva Boot Anmutung auf der Basis des BMW 507, ebenso formschön wie der klassische Sportwagen.

McLaren feierte 50 jĂ€hrige Renngeschichte und prĂ€sentierte am Stand von Richard Mille Rennwagen aus fĂŒnf Jahrzehnten, wie zum Beispiel den McLaren M7C 01 von 1969 oder den M23 mit dem Emerson Fitipaldi 1974 Weltmeister wurde.

Wo sonst in den letzten Jahren die französischen Fahrzeuge dominierten, hatten dieses Jahr die Italiener gleichauf gezogen. Liebhaber der italienischen Marken konnten an den StĂ€nden der HĂ€ndler durchaus die eine oder andere RaritĂ€t entdecken, wie zum Beispiel den Alfa Romeo 6C 1500 Zagato CoupĂ©, Fiat 508 Balilla CS Berlinetta Mille Miglia oder der Maserati 4CLT. Die Vielfalt war groß und reichte von den Vorkriegsoldtimern hin zu den Klassikern aus den 50er und 60er Jahren, wie der Alfa Romeo TZ1, Maserati Ghibli oder Lancia Flaminia.

Die Messe RĂ©tromobile macht sich mittlerweile als internationale Messe einen Namen. Besucher aus der ganzen Welt reisen nach Paris, um stilvoll ins neue Oldtimerjahr zu starten. Auch deutsche HĂ€ndler wie Arthur Bechtel, Kienle und auch Axel SchĂŒtte waren auf der Messe vertreten. Die MarkenstĂ€nde von Mercedes-Benz oder der Volkswagen Group suchte man vergebens.

Das Auktionshaus Aguttes prÀsentierte gleich zwei interessante Rennfahrzeuge an ihrem Stand, den Porsche 904-6 ex Tour de France und der March 711 von Ronnie Peterson aus dem Jahr 1971, der spÀter auch von Niki Lauda gefahren wurde.

Auch im Bereich der Rennfahrzeuge geht der Trend immer mehr in die Richtung Youngtimer. Am Stand von Girardo & Co. war daher das Highlight ein Maserati MC12 Corsa. Auch in der Youngtimer Ausstellung war ein C Klassen Rennwagen zu sehen.

Nicht nur die hochklassigen Fahrzeuge glĂ€nzten auf der RĂ©tromobile. Im Ausstellungsbereich „Fahrzeuge unter 25.000 Euro“ waren auch einige echte RaritĂ€ten zu sehen. Vom CitroĂ«n Vorkriegsoldtimer, ĂŒber die Corvette bis hin zu den ĂŒblichen französischen Klassikern wie die CitroĂ«n DS oder der Traction Avant.