Schwarzwald Winter Challenge: Im Oldtimer auf Schwarzwald-Tour


Mit der Schwarzwald-Winter-Challenge ist am Donnerstag erstmals eine Winter Rallye in Durbach gestartet. Vielseitigkeit hatte sich Initiator Dominic MĂŒller, selbst begeisterter Oldtimerbesitzer mit Rennlizenz und Hotelier aus Durbach, auf die Fahne geschrieben. Das Teilnehmerfeld war auf 40 Fahrzeuge, deren Fahrer und Beifahrer beschrĂ€nkt. »Wir wollten den Teilnehmern eine familiĂ€re AtmosphĂ€re bieten«, erlĂ€uterte MĂŒller. Zu den knapp 40 Startern gehörte, neben dem ehemaligen Rennfahrer und Lokalmatador Mario Ketterer aus Freiburg und Martin Utberg, Formel 1 Testfahrer und Rallye-Profi, mit Walter Röhrl auch der beste Rallye Fahrer aller Zeiten. Den prominenten Ehrengast haben die Autobegeisterten wohl der guten Beziehung von Rallyeleiter Karlheinz Schott zu verdanken. »Mich hat aber auch der Winter angezogen und der Gedanke, eine Rallye im Schnee zu absolvieren«, sagte Röhrl. Heute geht es Röhrl, gebĂŒrtig in Regensburg, nicht mehr um Bestzeiten. »Es geht mehr darum, mit Leuten zusammen zu sein, die genauso Benzin im Blut haben und verrĂŒckt nach Autos sind wie ich. Wir reden in den Rallyes viel ĂŒber Autos, und das ist das Gebiet, worĂŒber ich als einziges wirklich Bescheid weiĂŸÂ«, schmunzelte der Fahrer des Jahrhunderts.

Am Start waren echte Rennklassiker wie unter anderem ein Audi Quattro, Porsche 911er, ein Opel Ascona A, ein formschönes Lancia Flavia CoupĂ©, ein Volvo Amazon, ein Jaguar MKII aus den 60er-Jahren und die beiden Ă€ltesten Fahrzeuge im Tross – ein Porsche 356 der ersten Baureihe und einen Austin Healy 3000, beide Baujahr 1959. Am Ende war es dennoch ein Opel Kadett C CoupĂ© BJ 1979 welcher die Nase vorn hatte.
Die dreitĂ€gige Rallye fĂŒhrte auf rund 500 Kilometern von Durbach durch den Hochschwarzwald und wieder zurĂŒck. Wobei die Geschwindigkeit bei der Rallye nicht im Vordergrund stand. Im Unterschied zu den meisten Oldtimerrallyes gab es GleichmĂ€ĂŸigkeitsprĂŒfungen, bei denen die Teilnehmer eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit fahren mussten, Soll und RichtzeitprĂŒfungen und neben FahrprĂŒfungen auch herausfordernde GeschicklichkeitsprĂŒfungen.

Nach der technischen Abnahme und einem vom Walter Röhrl persönlich geleiteten Fahrsicherheitstraining auf dem Offenburger Flughafen am Donnerstag, ging es am Freitag ĂŒber Gengenbach und Kehl nach Urloffen. Ziel war die dortige Kartbahn – ganz sicher rĂŒckblickend eines der Highlights der Rallye. „Wir wollten den Teilnehmern so viele verschiedene einzigartige Locations (wie beispielsweise ein Steilkurvenoval in Lahr und das Dach eines Einkaufszentrums in Kehl) und PrĂŒfungen wie möglich bieten“, ergĂ€nzte der Hotelier MĂŒller. Die zweite Etappe fĂŒhrt die Teilnehmer dann ĂŒber Hausach, Gutach, Hornberg, Elzach und Ettenheim zurĂŒck zum Ziel am Festplatz Durbach. Die Herausforderungen kamen auch am letzten Tag der Rallye nicht zu kurz. So kostete es insbesondere die Rallye-Legende Röhrl, das Genie auf RĂ€dern, an der Sommerrodelbahn in Gutach doch etwas Überwindung, der Technik zu vertrauen und sich auf dieses neue Fahrerlebnis auf Kufen einzulassen. Mit Rennfahrer Mario Ketterer als Fahrer zur Sicherheit und in Bestzeit bestand er, zur Freude und Begeisterung der angereisten Zuschauer, aber auch diese PrĂŒfung. Wie an den Tagen zuvor bewies Röhrl einmal mehr, dass er auch im Alter von 70 Jahren nix verlernt hat und noch immer Publikumsmagnet fĂŒr Jung und Alt ist.

So Vielseitig wie die Strecken und FahrprĂŒfungen waren auch die kulinarischen Pausen. Neben Waldspeckgrillen am Feuer auf dem Schloss Staufenberg am ersten Abend, waren auch das Restaurant Julia in Kehl und der Höhengasthof Landwassereck in Elzach gelungene Ziele. Den kulinarischen Höhepunkt setzte das MenĂŒ von Sternekoch AndrĂ© Tienelt (Gourmetrestaurant Wilder Ritter) am Abschlussabend, bevor das ĂŒberraschende Siegerteam der Gesamtwertung unter tosendem Applaus verkĂŒndet wurde. Auch der Pokal, welcher Rolf Droste und CoPilot Fabian Mohr ĂŒbereicht wurde, konnte sich sehen lassen. Eigens fĂŒr die Rallye in der DorotheenhĂŒtte Wolfach mundgeblasen und mit eingravierter Signatur von Walter Röhrl, wird er sicher einen Ehrenplatz in der Vitrine vom Opel Kadett C CoupĂ© Besitzer finden.

Abschließend zu erwĂ€hnen hat die Rallye nicht nur die Teilnehmer, Zuschauer und Initiatoren begeistert, sondern auch eine Spendensumme von ca. 7400 EUR eingespielt. Eberhard Idler, Metzgermeister aus Backnang war es beispielsweise bei einer Versteigerung fast 3000 Euro wert, einmal im Leben an der Seite der Rallye-Legende zu fahren. Gemeinsam mit Sohn Eberhard reiste er in seinem Oldtimer Porsche an um auf der 2. Etappe als Copilot von Walter Röhrl in dessen Porsche Platz zu nehmen. FĂŒr 1000 EUR signierte Röhrl den Firmenwagen von Kunz-Schulze-Ziegler Immobilien, 2000 EUR spendeten Initiatoren und Teilnehmer und ebenso wie weitere 1650 Franken (rund 1400 EUR), die in der Schweiz bei einer Startplatzauktion zusammenkamen, kommt das Geld laut Hotelier Dominic MĂŒller der deutschen Kinderkrebshilfe zugute.