Seltene Exoten: Subaru als Oldtimer


Boxer-Motoren und permanenter Allradantrieb prÀgen Subaru seit je her.

Trotz eigenstĂ€ndiger technischer Konzepte ohne Entwicklungspartnerschaften gelingt dem japanischen Autohersteller etwas, das in der Autobranche als unmöglich gilt. Mit weniger als einer Million Einheiten pro Jahr schafft die Marke nicht nur das KunststĂŒck unabhĂ€ngig zu bleiben, sondern sogar profitabel zu arbeiten. 2015 kann Subaru auf  35 Jahren AktivitĂ€t in Deutschland zurĂŒck blicken.

Am 10. Oktober 1980 trocknete die Tinte unter dem ersten Importeursvertrag zwischen dem Subaru-Mutterkonzern Fuji Heavy Industries und dem ersten deutschen HÀndlerbetrieb. Seitdem hat Subaru bis Ende August 2015 genau 365 143 Autos an deutsche Kunden verkauft. Gemessen an den 656 494 Neuwagen, die Volkswagen alleine 2014 an den Mann brachte, mag das wenig spektakulÀr erscheinen. Dennoch schreibt Subaru eine erstaunliche Erfolgsgeschichte.

Fuji Heavy Industries etablierte sich in den frĂŒhen FĂŒnfzigern des letzten Jahrhunderts, als die Amerikaner 1953 dem Unternehmen eine Lizenz zum Fahrzeugbau erteilten. Inzwischen war der Krieg in Korea ausgebrochen und die Alliierten unter amerikanischer FĂŒhrung benötigten riesige Mengen an Nachschub und Fahrzeugen, die sinnvollerweise im nahe gelegenen Japan produziert werden sollten. Die Tochter Subaru entwickelte binnen vier Jahren ihr erstes eigenes Auto. Der Subaru 360, der 1958 seine Premiere feierte, war ein typisches Produkt fĂŒr den heimischen Markt. Ein sogenanntes „Kei-Car“. 2995 Millimeter lang und mit maximal 360 Kubikzentimeter Hubraum motorisiert, genießt diese Fahrzeug-Klasse seit jeher Privilegien bei der Besteuerung beziehungsweise beim Nachweis eines Parkplatzes in Ballungszentren. Noch heute ist rund jeder dritte Neuwagen in Japan ein Kei-Car.

 
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1958 war Subaru beileibe kein SpĂ€tzĂŒnder als japanischer Pkw-Bauer. Mazda brachte seinen ersten Pkw erst 1960 auf den Markt, und Honda stellte den S 500 1962 auf der Tokyo Motor Show vor. Nachdem eine japanische ElektrizitĂ€tsgesellschaft 1972 den Auftrag fĂŒr einen allradgetriebenen Pkw ausgeschrieben hatte, um auch in schneebedeckten bergigen Regionen Wartungsarbeiten ausfĂŒhren zu können, entwickelte Subaru auf Basis des frontgetriebenen CoupĂ©s Leone einen Kombi mit zuschaltbarem Allradantrieb und Boxermotor, der dem Hersteller den Auftrag sicherte. Das Konzept ĂŒberzeugte so, dass Subaru 1973 den Export in die USA begann.

Seitdem gehören Boxermotor und Allradantrieb zur technischen Grundausausstattung der meisten Modelle im Angebot. Sogar der erste SelbstzĂŒnder der Marke arbeitet seit 2008 als weltexklusiver Diesel-Boxer. In punkto Allradantrieb ist Subaru bis heute WeltmarktfĂŒhrer mit mehr als 14 Millionen Einheiten. Doch nicht nur technisch beschreitet der Hersteller unbeirrt eigene Wege, auch beim Design vertraut Subaru auf einen unverwechselbaren Kurs. WĂ€hrend sich die Modelle fĂŒr das breite Publikum eher durch eine ĂŒberaus konservative LinienfĂŒhrung auszeichnen, die in erster Linie Tugenden wie Alltagstauglichkeit und Zeitlosigkeit huldigt, leistete sich Subaru ein extremes Kontrastprogramm mit extrovertierten bis exzentrischen Modellen und Studien.

Text: Thomas Lang

Fotos: Auto-Medienportal.Net/Subaru