Sommerzeit ist Oldtimerzeit am Kap der guten Hoffnung


Wenn bei uns der Winter Einzug hĂ€lt, haben in Kapstadt Oldtimer-Fans Hochsaison. AlljĂ€hrlich findet dann an der WestkĂŒste SĂŒdafrikas die Cape Classic International Car Show statt. In diesem Jahr war das am Sonntag des ersten November Wochenendes. Der sonnige FrĂŒhlingstag sorgte dafĂŒr, dass sich ĂŒber 800 Oldtimer auf der Wiese des Jan Burger Sports Complex versammelten.

Die Besucher konnten neben MotorrĂ€dern und Automobilien auch einige Modellautos bestaunen. Die Oldtimer Szene in SĂŒdafrika ist groß und extrem vielfĂ€ltig. Die lange Historie des Landes mit der Kolonialisierung durch die HollĂ€nder und EnglĂ€nder und letztendlich die starke Wirtschaftsbeziehung zu den USA und Deutschland spiegelt sich in der Markenvielfalt der Oldtimerwelt in SĂŒdafrika wieder. Das Straßenbild der 1950 und 60er Jahre in SĂŒdafrika war geprĂ€gt von einer extremen Vielfalt an Marken. An der Ampel trafen sich große amerikanische Schlitten und englischen Kleinstfahrzeugen, japanischen Pickups und Sportwagen von Datsun und Toyota und deutschen Luxuswagen. Dazwischen war irgendwo noch eine französische Ente oder ein Renault 4CV. Fast jeder Farmer fuhr in den 60er und 70er Jahren einen Datsun Pickup. Amerikanische Fahrzeuge dienten auch hĂ€ufig dem öffentlichen Transport und wurden gerne als Taxis, Krankenwagen, Polizei und beim MilitĂ€r eingesetzt.

Das Trockene und bestĂ€ndige Wetter SĂŒd Afrikas begĂŒnstigte natĂŒrlich den Erhalt vieler Fahrzeuge. So findet man heute jede Menge Oldtimer in SĂŒdafrika. vom Mercedes 600 Pullman bis hin zum Austin Seven, Nash Metropolitan, Sunbeam klangvolle Namen wie Lagonda, Jowett, Aston Martin. Neben Buicks, Chevrolets, Pondiacs und Oldsmobile finden sich zwei sehr seltenen Hudson Hornet Fahrzeuge aus den 50er Jahren.

Der Crankhandle Club (Handkurbel Club) brachte sehr seltene Exemplare wie einen 1931 Frazer Nash, Ford Model T, DeDion und bei uns kaum gesehene Exemplare aus der Messing Ära zur Veranstaltung. Auch die in Europa kaum bekannte sĂŒdafrikanische Lizenzmarke von Daimler namens Dart mit einer Kunststoff-Karosserie ist auf den Wiese zu finden. Am stĂ€rksten sind die Reihen der britischen Sportwagen von Austin Healey, Lotus und Triumph vertreten. Auch die italienische Fraktion fehlt nicht und so zeigte der Cape Alfa Romeo Club etliche schön erhaltene Exemplare, von der Guilia bis hin zum Spider.
Als Dachorganisation fĂŒr die Oldtimer Sammlerszene steht in SĂŒd Afrika die S.A.V.V.A (South African Veteran and Vintage Association). Sie reprĂ€sentiert den Gedanken des Erhalts des Kulturguts Automobil und kĂŒmmert sich um sĂ€mtliche offiziellen Belange der betagten Fahrzeuge.