Toyota Corolla – Der Rekord-LĂ€ufer wird 50


Toyota nimmt fĂŒr sich in Anspruch, mit dem Corolla das meistverkaufte Auto der Welt im Modellprogramm zu haben. Jetzt wird das gefeiert. Die Erfolgsgeschichte des Carolla begann vor 50 Jahren in Japan mit der zwei- und der viertĂŒrigen Limousine sowie dem zweitĂŒrigen Kombi.

Toyota hatte den Corolla als „Auto fĂŒr alle“ konzipiert. Bemerkenswert fĂŒr die damalige Zeit waren zum Beispiel der am Boden befestigte Schalthebel, die schalenartigen Vordersitze und die komfortable RĂŒckbank, die damals in den Presseberichten auch gerne mit einem Wohnzimmersofa verglichen wurde. Obwohl der Corolla der Kompaktklasse zugerechnet wurde, sorgte das vergleichsweise hohe Dach fĂŒr ein bemerkenswert großzĂŒgiges RaumgefĂŒhl.
Im vergangenen halben Jahrhundert wurden stolze 44 Millionen Exemplare gebaut. Aktuell wird das (in Deutschland lĂ€nger nicht mehr angebotene Modell) noch in 16 Werken weltweit gebaut. Die Wahl des Namens „Corolla“ – dem lateinischen Begriff fĂŒr Blumen- oder BlĂŒtenkrone – hatte Toyota mit der Hoffnung verbunden, dass das Fahrzeug auf dem internationalen Automobilmarkt „aufblĂŒhen“ werde. Der Wunsch wurde wahr: Innerhalb von drei Jahren stieg die erste Generation des Corolla zum meistverkauften Fahrzeug in Japan auf und begann auch auf anderen MĂ€rkten seinen Siegeszug.

 

ampnet photo 20160920 122771

 

Dass der Corolla ĂŒber die Jahre und Jahrzehnte so erfolgreich wurde, liegt vor allem daran, dass Toyota schon in die Entwicklung der neuen Modellgeneration jeweils die Erkenntnisse ausgiebiger Kundenbefragungen einfließen ließ. Ausgehend von der Philosophie des ersten Modells – einem Fahrzeug mit ĂŒberlegener QualitĂ€t, Haltbarkeit und ZuverlĂ€ssigkeit – entstand so immer wieder ein neuer Corolla, der die Erwartungen der Kunden in allen SchlĂŒsselbereichen ĂŒbertraf.

Im November 1966 eröffnete Toyota fĂŒr die Produktion des Corolla ein neues Werk in Takaoka in der PrĂ€fektur Aichi. Zwei Jahre spĂ€ter begann die Fertigung in Australien und Malaysia. Im Zeitraum zwischen 1965 und 1968 wuchs die jĂ€hrliche Fahrzeugproduktion der Marke von 480 000 auf mehr als 1,1 Millionen Einheiten. In Europa wurde der Corolla im April 1967 vorgestellt. Die europĂ€ische Fertigung am tĂŒrkischen Toyota Standort in Sakarya startete mit der siebten Modellgeneration im Jahr 1994, setzte sich mit der achten und neuen Generation fort und wurde mit der elften Auflage des Corolla im Jahr 2013 wieder aufgenommen. Nach Nordamerika wurde der Corolla ab 1968 exportiert – und er verkaufte sich gleich so gut, dass der weltweite kumulierte Absatz nur vier Jahre nach dem Start die Millionenmarke ĂŒberschritt. 1997 avancierte der Corolla schließlich mit damals 22,65 Millionen verkauften Einheiten zum meistverkauften Auto der Welt; 2013, zum Start der aktuellen elften Generation, ließ der Bestseller die Marke von 40 Millionen Fahrzeugen hinter sich.

Derzeit lĂ€uft der Corolla in 16 Werken weltweit vom Band. Die Zahl der abgesetzten Einheiten liegt bei mehr als 44 Millionen Fahrzeugen. Damit ist im Schnitt jedes fĂŒnfte Fahrzeug, das Toyota in seiner 79-jĂ€hrigen Geschichte verkauft hat, ein Corolla. Der erste Corolla wurde 1966 vorgestellt. Unter der Leitung des Entwicklungs-Chefs Tatsuo Hasegawa entstand ein Auto, das ĂŒber zahlreiche neue Technologien, die man bis dahin auf dem japanischen Markt nicht kannte, etwa eine RadaufhĂ€ngung an MacPherson-Federbeinen oder eine Vierstufen-Automatik. Das Modellprogramm umfasst zunĂ€chst eine Limousine mit wahlweise zwei oder vier TĂŒren sowie einen zweitĂŒrigen Kombi.

WĂ€hrend sich die Verkaufszahlen bereits der Millionenmarke nĂ€hern, stehen die Ingenieure und Designer vor der Herausforderung, einen angemessenen Nachfolger fĂŒr das Erfolgsmodell zu entwickeln. Den Fortschritt bringen ab 1970 sanft geschwungene Linien auf dem Karosseriekleid zum Ausdruck, unter dem Blech sorgt eine grĂ¶ĂŸere Blattfederung an der Hinterachse fĂŒr höheren Komfort und besseres Handling. 1972 wird die Baureihe um ein CoupĂ© erweitert: Mit seinem legendĂ€ren 2T-G Motor avanciert der Corolla Levin zum LiebhaberstĂŒck unter Sportwagen-Fans.

Strenge Abgasgesetze machten die Entwicklung neuer Motor- und Abgassysteme bei der dritten Generation (1974-1978) erforderlich. Toyota ĂŒbernahm hier eine Vorreiterrolle in der Entwicklung von Katalysatoren. Im Windkanal erhielt das Außendesign aerodynamischen Feinschliff. Innen hoben Verbesserungen bei QualitĂ€t und Ergonomie die Baureihe auf ein neues Niveau.

WĂ€hrend sich die japanische Wirtschaft nach einer weiteren Ölkrise auf dem Weg der Besserung befindet, prĂ€sentierte sich die vierte Corolla-Generation von 1979 bis 1983 als komfortables Familienauto, das wĂ€hrend seiner Entwicklung ĂŒber 400 Stunden im Windkanal verbrachte. Angesichts eines zunehmend loyalen Kundenstamms vermeidet der Corolla eine radikale Abkehr vom bisherigen Design, zeigt aber schĂ€rfere Linien auf dem insgesamt kantigeren Karosseriekörper. Eine neue Vierlenker-AufhĂ€ngung mit Schraubenfedern steigert Komfort und StabilitĂ€t, ein neuer 1,8-Liter-Diesel erfĂŒllt die gestiegenen Umweltanforderungen.

Die fĂŒnfte Generation (1983-1987) war die erste, die mit ComputerunterstĂŒtzung entwickelt wurde. Der erste Corolla mit Frontantrieb zeigte sich mit flacher Frontpartie und abgerundeter Keilform. Die sportlichen CoupĂ©s fahren weiterhin mit Hinterradantrieb und lĂ€ngs eingebautem 1,5- oder 1,6-Liter-Motor. Bei letzterem handelt es sich um den auch als „Hachi-Roku“ bekannten AE 86, den letzten Corolla mit Frontmotor und Hinterradantrieb. Seine zahllosen Renn- und Rallye-Erfolge und seine Drift-QualitĂ€ten machen ihn zu einer Ikone in der Toyota-Historie.

Gemeinsam mit mehr als 100 Teileherstellern wurden fĂŒr den Corolla Nummer sechs (1987-1991) ĂŒber 2000 Verbesserungen in allen Bereichen erarbeitet: von der Reduzierung des GerĂ€uschniveaus bis zur Verwendung weicher Materialien an Armaturentafel und Schaltern.

Siebte Generation (1991-1995): Der 1991 eingefĂŒhrte siebte Corolla will vor allem mit Charisma und Persönlichkeit auf drei zentralen Feldern ĂŒberzeugen: stilvolles Design, Fahrleistungen sowie Sicherheit und ZuverlĂ€ssigkeit. Die Ingenieure konzentrieren sich auf die kleinen, aber wichtigen Details und darauf, viel Platz fĂŒr die Familie zu schaffen.

Nach der achten Modellgeneration von 1995 kam im Jahr 2000 der erste Corolla, dessen Design in Europa entwickelt wurde. 2006 feierte die Baureihe ihren 40. Geburtstag und schlug mit der zehnten Generation eine neue Designrichtung ein, Das Auto wurde noch globaler ausgerichtet und erhielt in Europa als Nachfolger den Auris. Zum Marktstart der elften Generation im Jahr 2013 feierte Toyota dann den Corolla als meistverkauftes Auto der Welt. In Deutschland wird aktuell die viertĂŒrige Stufenhecklimousine angeboten.

 

Comments

No Comments