Volkswagen Typ 147 „Fridolin“


Anfang der 60er Jahre suchte die Deutsche Bundespost nach einem Fahrzeug, das die anfallenden Briefkastenentleerungen und Paketzustellungen in den Großstädten mit ca. 400 Kilogramm Nutzlast übernehmen kann.

Ein Versuch mit einem Goggomobil-Lieferwagen brachte die Erkenntnis, dass dieser zu klein ist und mit seinem Zweitaktmotor zu wenig Leistung besitzt. Für den Kurzstreckenverkehr war das Goggomobil auch nicht gut einsetzbar.

Man wandte sich an Volkswagen. Diese wiederum trugen die Anforderungen an die Westfalia Werke heran, wo schon einige Umbauten für unterschiedlichste Postfahrzeuge vorgenommen wurden. Die Anforderungen an den neuen Lieferwagen waren deutlich definiert: Das Ladevolumen sollte ganze zwei Kubikmeter betragen, die Zuladung rund 400 Kilogramm und für das erleichterte Aus- und Einsteigen zwei Schiebetüren. Im Oktober 1963 war der Prototyp fertiggestellt.

Der liebevoll als „Fridolin“ bezeichnete Lieferwagen wurde ab 1964 gebaut. Als Basis dient der Zentralrohr-Plattformrahmen des Karmann Ghia Typ 14. Fahrwerk, Motor und Getriebe wurden vom Volkswagen Käfer übernommen. Motorhaube und einige andere Teile stammen vom Volkswagen Bulli und manche anderen Teile wie zum Beispiel die Frontscheinwerfer entstammten dem Typ 3.

Natürlich kamen die „Fridolin“ Transporter auch anderweitig zum Einsatz, wie zum Beispiel bei der Lufthansa auf den Flughafen Vorfeld oder auch bei Firmen als Service- oder Lieferfahrzeug.
Ein Sprintwunder war der Fridolin nicht. Dies war auch nicht notwendig, da er vor allem in der Stadt zum Einsatz kam. Sein im Heck angebrachter 1192ccm Motor mit 34 PS bei 3600 U/min bringt den 935 Kilogramm schweren Fridolin auf maximal 100 km/h.

Dennoch hat der Kleintransporter genügend Kraft auch noch einen Anhänger zu ziehen. Der gezeigte Anhänger wurde ebenfalls in den Westfalia Werken gebaut. Der einachsige Anhänger bietet unter seiner großen Klappe viel Stauraum.

Das Cockpit ist wirklich spartanisch. Zwei hochgestellte Käfersitze bieten Fahrer und einem eventuellen Beifahrer Platz. Der Beifahrersitz lässt sich mit einigen einfachen Handgriffen nach vorne in den Fußraum verstauen. Damit erhält man nochmals mehr Stauraum. Geräuschdämmung gab es nur bedingt. Der Fahrer hörte jedes einzelne mechanische Quietschen, Rumpeln und Malmen der Zahnräder. Vor allem wenn der Lieferwagen leer war.

Leider war es um die Rostvorsorge bei den Typ 147 Fahrzeugen nicht gut bestellt und so sind heute nur sehr wenige Fahrzeuge erhalten. Da sie „nur“ als Nutzfahrzeuge dienten, war man auch nicht darauf bedacht, diese Fahrzeuge zu erhalten. Doch sorgt der Fridolin noch heute bei Passanten für ein freundliches Lächeln oder Winken.