Wieder daheim: Puppchen aus Australien


Gefertigt wurde der Wanderer „Puppchen“ ca. 9000 Mal und als seine Produktion im Jahr 1926 eingestellt wurde, gab es ein Exemplar, das sein Besitzer noch nicht einmal ausgepackt hatte. Im fernen Australien lagerte seit 1923 ein Wanderer 5/15 PS Typ W8 in einer Kiste in einer Lagerhalle. Nach einer langen, langen Schiffsreise war das fĂŒr die nĂ€chsten Jahre seine Heimat bis in den 1960er Jahren die Spedition Inventur machte und entdeckte, was da nicht abgeholt worden war. Australier sind große Auto-Fans und ein Oldtimer-Liebhaber kaufte den zerlegten Wagen. Mission: Zusammenbauen. Doch daran scheiterte er. Viele Jahre spĂ€ter kontaktierte er Audi Tradition und so fand das Wanderer ‚Puppchen‘seinen Weg zurĂŒck nach Ingolstadt zu Audi ins Museum Mobile. Seinen Spitznamen verdankt der 15 PS starke Dreisitzer durch eine findige Marketingidee. Die in Chemnitz ansĂ€ssigen Wanderer-Werke, wurden vom Stadttheater Chemnitz gebeten, einen ihrer ersten Kleinwagen fĂŒr die Operette ‚Die keusche Susanne‘ zur VerfĂŒgung zu stellen. WĂ€hrend der AuffĂŒhrung fuhr der SĂ€nger in dem kleinen Zweisitzer auf die BĂŒhne und sang dabei das Lied „Puppchen, du bist mein Augenstern“. Das Publikum bezog den Titel auf den kleinen Wagen und so wurde das Wanderer-Automobil seitdem im Volksmund ‚Puppchen‘ genannt.

 

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