Winter Marathon – Zwölf Stunden Schneepflügen


Es ist eine Herausforderung für jeden Oldtimerfahrer über viele Stunden sein historisches Gefährt durch den Schnee zu pilotieren.

Aber bei der 26. Auflage des Winter Marathons in Madonna di Campiglio hielten die Minustemperaturen hartgesottenen Fans nicht einmal davon ab, stundenlang offen durchs Trentino und Südtirol zu fahren. Am Ende siegten bekannte Namen wie Giuliano Canè und Lucia Galliani, die auch zur Topriege der hartgesottenen Mille Miglia-Teams zählen.
Zugelassen waren Fahrzeuge mit Baujahr vor 1968 und spezielle Sammlerfahrzeuge bis 1975. Morris Minor Cooper S, Renault Alpine A110 1600S, Lancia Stratos, Fiat 131 Abarth Rallye und Porsche Carrera RS gehörten zu den jüngeren Vertretern der sportlichen Oldtimer. Aber es waren auch seltene und kostbare Oldtimer auf der Schneestrecke unterwegs wie beispielsweise ein BMW 507 mit der deutschen Besatzung Stoschek-Brasch, ein Saab Sonett III und aus der Sammlung des Mailänders Corrado Lopresto ein Prototyp von 1974 ein Alfa Romeo 1750 Spider Veloce und ein Skoda Felicia Cabrio 1961. Traditionsgemäß, wie bei den meisten sportlichen Veranstaltungen, waren auch hier die Porschefahrer mit 38 Fahrzeugen am stärksten vertreten.

Bereits am Donnerstag starteten die Fahrzeuge mit dem Prolog auf dem gefrorenen See von Madonna di Campiglio. Aber am Freitag geht es richtig zur Sache: 44 Prüfungen, vier Zeitkontrollen und 426 Kilometer Strecke, die es zu bewältigen gilt. Gestartet wird ab 14 Uhr. Dabei ist es nicht immer einfach, sich auf das reine Autofahren zu konzentrieren – führt die Route doch durch die schönsten Orte des Trentinos und Südtirols von Moena bis nach Canazei, nach Arabba, Corvara und Wolkenstein. Und in der Nacht um 2:30 Uhr sind die ersten Fahrer zurück in Madonna di Campiglio.
Nichts für Kuschelfahrer, sondern eher für Menschen, die die Herausforderung für sich und ihr Gefährt suchen. Dementsprechend ist die Ausstattung. Bei manchen Fahrzeugen, die auf Sieg fahren, ragt der Bordcomputer, höher als die Windschutzscheibe in die frische Winterluft hinaus.

Fotos: Colorama
Unter den Erstplazierten 32 Fahrzeugen, die die lange Fahrt vom Freitag auf Samstag Nacht geschafft haben, beginnt nun das Knockout-Fahren auf dem gefrorenen See – und die Vorkriegsfahrzeuge kämpfen auf dem Eis um die Trophäe von Tag Heuer.
Unter den 130 Teilnehmern sind 24 Teams den Top-Rallye-Fahrern der europäischen Oldtimer-Szene zuzuordnen. Sie hatten alle nur nein Ziel: den Thron für das beste Team im Schnee für sich zu gewinnen. Es siegten Giuliano Canè und Lucia Galliani mit der Startnummer 3 im Lancia Aprilia von 1938..