Yokohama Hot Rod Custom Show


Die Autovernarrtheit der Japaner ist weltweit bekannt. Auch dass sich in Japan der Kult des Tunens inzwischen weit verbreitet hat, ist bekannt. Aber dass sich in Japan eine wirklich aktive Szene rund um amerikanische Hot Rods und Custom Cars oder Cafe Racern gebildet hat, ist nur wenigen Insidern bekannt. Man geht davon aus, dass diese Szene ihren Ursprung in einem Shop namens Paradise Road in Nagayo, Im Herzen von Japan hat. Junichi Shimodara hatte Paradise Road im Februar 1987 gegrĂŒndet und vor allem amerikanische Fahrzeuge und Ersatzteile importiert. Es wurde schnell der wichtigste Anlaufpunkt in Japan, wenn es um Low Rider, Hot Rods oder Custom Cars geht.

Rund 16.000 Besucher strömten in das Kongress Zentrum Pacifico Yokohama, darunter etwa 900 Besucher aus Übersee, um die rund 300 ausgestellten Automobile und 650 MotorrĂ€der zu sehen. Ein Highlight war die Durchfahrt einiger ausgewĂ€hlter Fahrzeuge durch eine der Ausstellungshallen. Das Publikum am Rand dieser Demonstrations Allee jubelten den Besitzern und Konstruktueren der eigens modifizierten Fahrzeuge zu. Es waren einige echte RaritĂ€ten aus der Hot Rod und Kustom Szene zu sehen. 2018 fand die Show nun zum 27. Mal statt.

Das Highlight der Yokohama Hot Rod Custom Show ist das „Ride In“ am Anfang der Veranstaltung, bei dem ausgewĂ€hlte Aussteller Fahrzeuge in die Halle fahren, begleitet durch Hundertschaften an Zuschauern. Alle sehr höflich und kein GedrĂ€nge, denn wir sind ja in Japan. Unter dem Blitzlichtgewitter fahren sogar GrĂ¶ĂŸen der US Custom Szene in die Halle ein, wie der 1970Chevrolet C10 Pickup „Mafia Truck“ von South City Rod & Custom aus Kalifornien. Victor „Reno“ Sevilla, ebenfalls aus Kalifornien, durfte als Drittes mit seinem pastellgelben 1959 Ford F100 „Tequilla Sunset“ Pickup in die Halle fahren. Die besondere Lackierung stammt von Hot Rod Legende Gene Winfield. Eher sanft modifiziert kam dagegen der 1963 Ford Thunderbird „D-Bird“ von Starlite Rod & Kustom zur Presentation. Das Publikum zeigte aber trotzdem seine volle Begeisterung fĂŒr die besondere Lackierung des Thunderbirds.

Nach den Automobilen kamen die MotorrĂ€der. Zwar wurden die Zuschauer gebeten, nicht mit dem Motorrad anzureisen, denn in den Jahren zuvor hatten sich die Beschwerden der umliegenden Anwohner und Ladenbesitzer gehĂ€uft und die Veranstaltung stand auf der Kippe. Wie im letzten Jahr wurde daher auch dieses Jahr die Zufahrt fĂŒr laute MotorrĂ€der gesperrt, um die LĂ€rmbelĂ€stigung etwas zu dĂ€mmen.

Auf der Show durften die MotorrĂ€der natĂŒrlich nicht fehlen. Darunter echte SchmuckstĂŒcke, wie die „Best of Show“ The Traditional Way / Justin Walls / Co-designer Bobby Green – 1948 Harley Davidson UL „Blackbird“, die Roland Sands Design / Roland Sands – 1934 BMW R7 „9T Concept R7“ oder auch die Chabott Engineering / Shinya Kimura – 1978 / 2018 Yamaha SR „Crystal Trophy“.

Panhead Umbauten standen ganz und gar im Vordergrund der diesjÀhrigen Custom Show. Erlaubt ist, was gefÀllt und die Designer der ZweirÀder kannten kaum Grenzen. Langgezogene Chopper Gabeln, tiefergelegte Rahmen, eigens angefertigte Felgen und prachtvolle Tanks. Wo immer man hinschaute, gab es etwas Neues zu entdecken.

Auch das Rahmenprogramm hatte einiges im Angebot. Neben einem Pinup Girl Contest, gab es einen ganzen Bereich mit Tuning Artikeln, Modellautos, Sneaker Sondermodellen, T-Shirts und auch Pinstriping Produkten. Manche Besucher schleifen bereits in der Nacht vor der Show vor den Hallen, damit sie eines der Sondermodelle fĂŒr sich ergattern können. FĂŒr das nötige Partyfeeling sorgten verschiedene Bands auf einer PartybĂŒhne.

Zwei der grĂ¶ĂŸten Firmen in Japan, die diese Szene unterstĂŒtzen, sind die SĂŒd-Kalifornische Firma Mooneyes und die Bekleidungsfirma Vans. Seit den spĂ€ten 80er Jahren veranstaltet Mooneyes auch die alljĂ€hrlichen Street Car Nationals, ein Automobil Festival bei dem sich die japanische Tuning und Custom Szene trifft.