45 Jahre Méhari – Fun-Mobil mit eingebauter Sommerlaune


Sommer, Sonne, Strand – wer Méhari fährt fühlt sich schon fast wie im Urlaub. Ein pures Fortbewegungsmittel mit unverschnörkeltem Design. Alles war praktisch für ein Leben mit Wasser, Sand und Wind. Seinen Namen bekam der Méhari in Erinnerung an die berühmten nordafrikanischen Reiter, die auf Renndromedaren die Wüste durchquerten.

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Die Karosserie aus Kunststoff mit der wellblechförmigen Anmutung entstammt nicht den Citroen-Werken, sondern wurde von 1968 bis 1987 bei der französischen Firma SEAB gebaut. Als Basis für die Méhari diente das Fahrwerk und die Technik des Citroen Dyane 6. Unter der Motorhaube wirkt der 602 ccm Zweizylinder-Viertaktmotor mit ca. 28,5 PS. Genügend Leistung, um den nur 555 kg schweren Méhari mit viel Spaß zu bewegen und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zu bringen. Dem Temperament des Méhari sind kaum Grenzen gesetzt. Was VW-Fans der Buggy und Mini-Freunden der Moke war dem Citroen-Liebhaber der Méhari – ein Funmobil. Die Ausstattung des Méhari ist auf das nötigste reduziert, die Sitze sind abwaschbar, das Bodenblech allenfalls per Kehrschaufel zu säubern. Minimalistisch das Armaturenbrett. Aber gerade diese nachhaltige Reduktion und das ungebremste Temperament machen den Méhari so sympathisch.


Nicht zu übersehen ist die Verwandschaft zu der Dyane, wenn der Méhari in Fahrt ist. Das hochgelagerte Heck mit der Einzelradaufhängung an Längsschwingarmen und horizontal liegenden Schraubenfedern mit zusätzlichen Trägheitschwingungs- und Hydraulikdämpfern wesit alle Fahreigenschaften der Ente und der Dyane auf. Damit überrascht der Méhari einen sehr mit beachtlichen Fahrkomfort, auch wenn es über Schotterpsten geht.

In Deutschland wurden nur sehr wenige Méhari-Modelle zugelassen. Aufgrund der Brandgefahr der Kunststoff-Karosserie untersagten die Deutschen Behörden die zunächst Regel-Zulassung. Das änderte sich später, als die Angleichung der europäischen Vorschriften Citroëns Plastikente auch in Deutschland freie Fahrt gibt Bis zur offiziellen Produktionseinstellung im Dezember 1987 wurden insgesamt 144.953 Exemplare verkauft. Beliebteste Farben waren Vert Montana und Orange Kirghiz. In Südfrankreich und Korsika hält sich der genügsame Spaß-Wagen mit Ausdauer und ist auch heute im Alltag auf den Straßen zu sehen.

Vor 45 Jahren, am 16. Mai 1968, überraschte Citroën mit der Präsentation des Méhari – einem Fahrzeug, das seiner Zeit weit voraus war. Der Citroën Méhari war mehr als ein Freizeitauto: Er war ein Symbol und Phänomen der Automobilgeschichte. Mai 1968: Eine wichtige Phase der französischen Geschichte, die von Rebellion, aber auch von Freiheit, Einfallsreichtum und Unbekümmertheit geprägt war – Werte, die der Citroën Méhari verkörpert.
Präsentiert wurde der Citroën Méhari – damals noch unter dem Namen „Dyane 6 Méhari“– am 16. Mai 1968 auf einem Golfplatz in Deauville.

Die Idee zum Citroën Méhari hatte der Industrielle Roland de La Popye, Verwaltungsratsvorsitzender der auf Kunststoff spezialisierten „Société d’Application des Brevets, S.E.A.B“. Neu beim Citroën Méhari war die Karosserie aus einfarbigem ABSKunststoff (Acrylnitril-Butadien-Styrol). Dieses neue, leichte Material konnte jede Form annehmen und in beliebigen Farben gefärbt werden. Die zweite große Besonderheit des Citroën Méhari waren das Verdeck, das sich bis zum Karosseriegürtel abnehmen ließ, und die Frontscheibe, die auf die Motorhaube heruntergeklappt werden konnte. Dank seines hohen Chassis und seiner Kunststoffkarosserie bahnte sich der Citroën Méhari überall seinen Weg, wobei das Vorankommen mit der 1979 präsentierten 4×4-Version besonders leicht war. Mit diesem Geländewagen konnten Steigungen von bis zu 60 Prozent bewältigt werden – das Fahrzeug bot damit Freiheiten, die bis heute unerreicht blieben.


Der Citroën Méhari fasziniert. Er blickt auf eine große Karriere sowohl im Kino (ein Beispiel hierfür ist sein Auftritt in Der Gendarm von Saint-Tropez) als auch auf den großen Strecken der Welt zurück (Raid Lüttich – Dakar – Lüttich in 1969, Raid Paris – Kabul – Paris in 1970, Raid Paris – Persepolis – Paris in 1971, medizinisches Begleitfahrzeug der Rallye Dakar in 1980…).
Der Citroën Méhari wurde auch ein treuer Begleiter der französischen Armee und der „Gendarmerie nationale“ – er war leicht und konnte jeden Weg passieren.
In seiner 19 Jahre langen Geschichte war der Citroën Méhari nur im Jahr 1983 in zwei Sonderserien erhältlich: als Citroën Méhari Plage in Spanien und als Citroën Méhari Azur in Frankreich, Italien und Portugal – eine weiß-blaue Serie (Türen, Kühlergrill, Verdeck, Umrandung der Scheinwerfer). Weitere, von derselben Philosophie inspirierte Modelle waren die Fahrzeuge Citroën Baby-Brousse, Pony, Dalat oder auch der Citroën FAF. Zwischen 1968 und 1987 wurden fast 150.000 Exemplare des Citroën Méhari produziert. Bis heute ist er ein Phänomen der Automobilgeschichte.