60 Jahre Fiat NSU 1100 Neckar


Zu den erfolgreichsten Fiat-Modellen zÀhlte der Nuova Millecento, der von 1953 bis 1960 produziert wurde. Als Lizenznachbau gab es den kleinen Italiener auch aus deutschen Landen von NSU.
Italien war das Sehnsuchts-Urlaubsziel vieler Deutschen in den 50er Jahren.


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In dieser Ära avanciert der Fiat 1100, der Nueova Millecento, der im Werk in Mirafiori gebaut wurde zum Erfolgsmodell. Auch die kritischen Deutschen verlieben sich in den gutausgestatteten Mittelklasse-Wagen, zumal er ab 1954 in Heilbronn in Lizenz von NSU vom Band lief und dann 1500 Mark gĂŒnstiger war, als das italienische Modell.
Die in Deutschland gebauten Fiat 1100 hießen NSU-Fiat-Neckar und NSU-Fiat-Neckar-Spezial.
Der Fiat Neckar gilt als ein kleines Raumwunder. Bei einer GesamtlĂ€nge von nur 3,66 m und 1,46 Breite freut man sich ĂŒber PlatzverhĂ€ltnisse, die sonst nur in Oberklassemodellen ĂŒblich waren. Ein besonderer Clou ist die umlegbare RĂŒckenlehne, durch die sich die Stufenhecklimousine schnell in einen Transportwagen verwandeln lĂ€sst.
Besonders stolz ist man auf die wohnliche AtmosphĂ€re die durch das geschickt ausgewĂ€hlte Material der Innenausstattung entsteht. Praktisch auch die AblageflĂ€che, die sich ĂŒber die ganze LĂ€nge unterhalb der Frontscheibe zieht. Eine Besonderheit war ĂŒbrigens zu jener Zeit der Spiegel auf der Sonnenblende des Beifahrers und die beiden einzeln schaltbaren Lichter im Fond des Wagens.
Über die Jahre war die Modellreihe stetig weiterentwickelt worden. Von 1960 bis 1962 gab es den Fiat 1100 auch in der hier gezeigten Version „Special“. Die TĂŒren waren keine SelbstmördertĂŒren mehr, sondern erstmals vorne befestigt. Die Karosserie entsprach der des Fiat 1200 Gran Luce mit grĂ¶ĂŸeren Fenstern, dem kleinen Überhang des Daches zur abgerundeten Heckscheibe. Dadurch bekam der Wagen eine gute Übersichtlichkeit und auch der Kofferraum ist gelungen und bietet viel Platz. Unter der Haube des Neckar Spezial arbeitet ein 1089 ccm-Triebwerk mit seitlicher Nockenwelle und Doppelfallstrom-Registervergaser, das 48 PS bei 5300 U/min leistet.

Der Fiat 1100 hat eine selbsttragende Ponton-Karosserie. Durch die Einzelradfederung vorne und die gute Gewichtverteilung und die starre Hinterachse ergibt sich eine ausgezeichnete Straßenlage. Durch Stabilisatoren vorne und hinten ist die Kurvenneigung sehr gering.
1963 erfolgt die letzte Überarbeitung des Fiat 1100. Als 1969 die AuftragsbĂŒcher fĂŒr die Typenreihe 1100 geschlossen wurde, waren ĂŒber die Jahre rund zwei Millionen Bestellungen zusammen gekommen. Dennoch ist der Fiat Neckar einer der seltenen Oldtimer. Seine spritzige Fahrweise und der schlechte Karosserieschutz jener Zeit hatte Folgen. Auf den Erst- und Zweitbesitzer folgten FahranfĂ€nger, die dem Bestand den Rest gaben.

Technische Daten Fiat 1100 Neckar

Motor: Reihen-Vierzylinder
Hubraum: 1089 Kubiccm
Bohrung x Hub 68 x 75 mm
Motorsteuerung OHV Kette
Gemischbildung Einfach/Doppelvergaser
Leistung 25-34 KW (34 – 48 PS)
Höchstgeschwindigkeit ca 119 km
Beschleunigung 0-100 km/h 33 Sek
Antrieb Frontmotor mit Heckantrieb
Getriebe Viergang, unsynchronisierter 1. Gang
Schaltung Lenkrad
AufhÀngung vorne Doppelquerlenker
Hinten Starrachse an Blattfedern
Karosserie selbsttragend
Bremsen
Vorne Trommeln, spÀter Scheiben
Hinten Trommeln
Abmessungen
Radstand 2340 mm
LĂ€nge 3970 mm
Breite 1505 mm

Tankvolumen 40 Liter
Gewicht 840 – 905 kg leer
Bauzeit 1953 – 1968

Kaufpreis 5500 DM Neckar Limousine viertĂŒrig
10450,- Neckar Sport, 2-Sitz Cabrio
10450,- Neckar-Sport, 2-Sitz Coupé