60 Jahre Karmann Ghia Kabriolet


Der Volkswagen Karmann Ghia wurde zwischen 1955 und 1974 fast unverÀndert mit fast 440 000 Exemplaren gebaut. Kaum ein anderes Fahrzeug kann auf einen solchen Erfolg verweisen.

Wilhelm Karmann hatte Anfang der 50er Jahre die Vision, einen italienisch anmutenden Sportwagen auf der Basis des Volkswagen KĂ€fers aufzubauen. Dieses Modell sollte die Verkaufszahlen im europĂ€ischen Ausland und in den USA steigern. 1953 prĂ€sentierte Karmann schließlich sein neues Produkt auf dem Genfer Automobil-Salon: das erste Karmann-Ghia CoupĂ©.

Das Design des CoupĂ©s wurde, wie der Name vermuten lĂ€sst, in der italienischen Designschmiede Ghia von Designchef Mario Felice Boano entworfen. AnfĂ€ngliche EntwĂŒrfe des Karmann-Ghia hatten noch nicht die spĂ€teren „Nasenlöcher“ an der Front. Um die breitere Karosserie auf den KĂ€fer Rahmen anzupassen, musste das KĂ€fer-Chassis jeweils um etwa acht Zentimeter auf jeder Seite verbreitert werden. Man verzichtete auf die Trittbretter und nutze den gewonnenen Platz eher zugunsten des Designs. Eine breite, flache und weich proportionierte Karosserie war das Ergebnis.
Das Karmann Ghia Cabriolet debutierte 1957 auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Auch das Cabriolet wurde in Turin bei Ghia gezeichnet. Schon bald hatten die schicken Karmann Ghias den Spitznamen „SekretĂ€rinnen Sportwagen“ weg. Grund dafĂŒr war der im Vergleich zu anderen Sportwagen derselben Klasse gĂŒnstige Preis von 7500 DM fĂŒr das CoupĂ© und 8250 DM fĂŒr das Cabriolet. Der Volkswagen KĂ€fer kostete zur gleichen Zeit rund 4500 DM. Die Sportlichkeit war eher etwas fĂŒrs Auge, denn die Dynamik eines echten Sportlers suchte man vergebens. Kein Wunder, denn unter der sportlichen Karosserie verbirgt sich die reine Volkswagen Technik des KĂ€fers, sprich ein Vierzylinder-Boxer-Motor im Heck, Zentralrohr-Rahmen, hintere RadaufhĂ€ngung an Querrohren und FederstĂ€ben. Die strömungsbegĂŒnstigende Karosserie, das geringe Gewicht von ca. 800 Kg bringt den sportlichen Wagen, je nach Motorisierung, auf eine achtbare Höchstgeschwindigkeit von fast 130 km/h.
Bei dem hier gezeigten Exemplar handelt es sich um ein sehr frĂŒhes 1200er Modell aus dem Jahr 1958 mit einem 22PS Motor. WĂ€hrend der gesamten Produktionszeit kam es immer wieder zu kleinen VerĂ€nderungen an der Motorisierung und der Ausstattung. Die eigentliche Form der Karosserie wurde aber kaum verĂ€ndert.
Von den Karmann Ghia Cabriolets wurden insgesamt ca. 80 000 Exemplare gebaut.