Der Salzburgkäfer – Volkswagen 1302 S


Einen Volkswagen Käfer aus den 70er Jahren verbindet man gemeinhin mit Charme, nostalgischem Flair und der Gewissheit, dass der Motor schnurrt und läuft und läuft und läuft – auch wenn er am Berg gelegentlich zu kämpfen hat.

Sehen Sie hier das Video über den Salzburg Käfer 1302 S

Ein 70er-Jahre-Käfer als Kraftpaket? . Eine Begegnung mit dem silbernen Käfer „Salzburgkäfer“ mit rotweißrotem Streifen an der Seite, ändert das schon aus der Ferne. Der Motorsound lässt aufhorchen und man ahnt schon: da kommt etwas auf uns zu. Dieser Kraftbolide ist mit einem 1,6 Liter Motor mit ca. 125 PS ausgestattet und hatte schon in den 70er Jahren auf europäischen Rallyestrecken als wahre Erfolgssportler aufgetrumpft.
Der Name „Salzburgkäfer“ steht für österreichische Legenden der Renngeschichte. Es begann alles in der 1965 gegründeten Salzburger Motorsport-Abteilung von Porsche. Ziel war es, den Absatz von Porsche und Volkswagen in Österreich zu steigern und so tüftelten Rennleiter Gerhard Strasser und Motorentechniker Paul Schwarz an der Leistungssteigerung einiger 1302 Käfer.
Paul Schwarz beschäftigte die Frage, ob man den regulären Käfer Motor leistungsstärker modifizieren kann. Das Hauptproblem sah Schwarz in der Schmierung. Bei hohen Kurvengeschwindigkeiten schwappte das Öl aus der flachen Ölwanne und die Schmierung brach ab. Deshalb entwickelte er eine Trockensumpfschmierung mit sieben Litern Öl, anstatt der zwei Liter eines regulären Motors. Ferner erhöhte er die Kompression des Motors von 7:1 auf 9,1:1 durch größer Kolben und das Flachen des Zylinderkopfes. Die Kurbelwelle wurde gewuchtet und die Pleuel ausgewogen. Anstelle eines Vergasers wurden auf jede Zylinderbank ein Weber Doppelvergaser gesetzt. Das Resultat waren ca. 125 PS bei etwa 7000 U/min. Bereits ab 2000 U/min zeigte sich der Salzburg Käfer als sehr drehfreudig.
Modifikationen am Fahrwerk machten die sportlichen Käfer extrem spursicher. Eine Domstrebe erhöhte die Steifigkeit des Käfers.

 


Das Fahrgefühl in dem Salzbur-Kkäfer überrascht. Bereits beim Beschleunigen ist klar, dies ist kein normaler Volkswagen. Er zeigt sich bereits in den unteren Bereichen als sehr bissiger Sportler und will auch durchaus als solcher behandelt werden. Niedrige Drehzahlen mag er gar nicht.
Erstmals wurden die silbernen Salzburgkäfer mit der schwarzen Kofferraumhaube und den rotweißroten Streifen an der Seite 1971 im Rallyesport eingesetzt. 1972 holt Günther Janger mit seinem Salzburg-Käfer den Österreichischen Staatsmeister Titel. 1972 holt Warmbold mit seinem 1302 S den Sieg der Elba Rallye. Bis 1974 standen noch etliche Erfolge der legendären Volkswagen Rallyewagen auf der Liste.
1974 musste die Motorsportabteilung in der Salzburger Alpenstrasse aus finanziellen Gründen geschlossen werden. Die Rallye Käfer wurde allesamt zum Verkauf ausgeschrieben. Liebhaber pflegen die wenigen erhaltenen Exemplare, wie diesen Käfer, der in der Volkswagen-Sammlung zu Hause ist..