DKW Monza Rekordwagen


Nach einigen Rennerfolgen der DKW 3=6 Sonderklasse bei europĂ€ischen Touring Rennen und Straßenrallyes entschieden sich die beiden Rennfahrer GĂŒnther Ahrens und Albrecht W. Mantzel zum Bau eines extrem leichten Kunststoff-Aufbaus auf dem Chassis eines DKW F93.

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Die ersten Fahrzeug-Aufbauten, wie der Rekordwagen wurden bei Dannenhauer & Strauss gefertigt. Bei dem hier gezeigten Fahrzeug handelt es sich um die Nummer sechs der acht gebauten Prototypen mit der Fahrgestellnummer 68513XXX. Erkennbar sind sie Ă€ußerlich an den eckigen Fensterrahmen der Seitenfenster entlang der A-SĂ€ule, der großen Motorhaube und einem flacheren Lufteinlass an der Front. Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die versenkten Sicken an der B-SĂ€ule. Eine nicht sichtbare VerĂ€nderung ist der grĂ¶ĂŸere Tank, der nur in dem Rekordwagen verbaut wurde. FĂŒr den Monza Rekordwagen wurde extra ein Kraftstofftank mit etwa doppeltem Fassungsvermögen angefertigt und so platziert, dass der Schwerpunkt optimiert werden konnte.
Die anfĂ€nglich noch DKW „Solitude“ benannten Sportwagen erhielten erst spĂ€ter, nachdem sie etlichen Rekordsiegen auf der italienischen Rennstrecke in Monza verbuchen konnten, ihren heutigen Namen DKW Monza. WĂ€hrend einer 72-stĂŒndigen Fahrt auf der Rennstrecke in Monza stellten die Rennfahrer GĂŒnther Ahrens, Heinz Meier, Roberto Barbay und Georg Theiler fĂŒnf Weltrekorde in der Klasse G8 (Fahrzeuge bis 1000ccm) auf. Im Einzelnen waren dies: ein Rekord ĂŒber die 4000 Meilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140,839 km/h, 48 Stunden mit 140,961 km/h, 5000 Meilen mit 138,656 km/h, 10 000 Kilometer mit 139,453 km/h und die 72 Stunden mit einem Durchschnitt von 139,459 km/h. Diese 72-stĂŒndige Vollgasfahrt brachte dem DKW Monza den endgĂŒltigen Ruhm.

 

 
Spricht man heute von einem Rennwagen, stellen sich die meisten Menschen einen sportlich aus dem Stand sprintenden Boliden vor. Das ist der DKW Monza nicht – auch wenn er so aussieht. Er ist ein Langstreckenrennwagen, der einige Zeit an Anlauf braucht. Ist er erst einmal in Fahrt, erreicht er mit seinem 40 PS starken 3-Zylinder Zweitaktmotor und einem Hubraum von 903 ccm eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 140 km/h.
Die leichte stromlinienbegĂŒnstigte Glasfaser CoupĂ© Karosserie sorgt fĂŒr einen geringen Luftwiderstand und das geringe Gewicht von 733 kg.
Nach den Rennsiegen 1956 wurde der Rekordwagen in die USA gebracht. Dort fuhr er noch bis 1960 einige RenneinsĂ€tze und verschwand dann erst einmal von der BildflĂ€che. Man wusste, dass dieses Fahrzeug in den USA verblieben war. Dann verlor sich die Spur. Ein erfahrener Oldtimer HĂ€ndler aus Wien nahm etwa 50 Jahre spĂ€ter die FĂ€hrte auf und suchte nach diesem ganz speziellen Rekordwagen. FĂŒndig wurde er in einem Schuppen in Connecticut in Nordamerika. Die traurigen Überreste des Fahrzeugs wurden zurĂŒck nach Europa gebracht. Die Rettung begann. Mit dem nötigen Knowhow sollte der Wagen wieder in seinen Originalzustand zurĂŒckversetzt werden. Dies war auch Phillip Blonck extrem wichtig, denn dieser Zeuge automobiler Zeitgeschichte sollte so authentisch wie möglich bleiben.