Oldtimer Portrait – Morris Minor Traveller „Woody“


Obwohl Sir Alec Issigonis als ‚Vater des Minis‘ – und somit als Vater des erfolgreichsten britischen Fahrzeugs aller Zeiten – 1969 in den Adelsstand erhoben wurde, schlug sein Herz weiterhin für die kleinen Dinge – wie beispielsweise den Kleinwagen Morris Minor.

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Morris-Minor-1000-Traveller

Er hielt das Gefährt für sein größtes Werk, das viele Vorteile eines luxuriösen guten Wagens mit den Eigenschaften eines preiswerten Fahrzeugs für die Arbeiterschicht in Einklang gebracht hatte. Vorgestellt wurde der Prototyp MM am 20. September 1948 auf der Earls Court Motorshow in London. Schon Jahre zuvor hatte Alec Issigonis, der Brite mit den schwäbisch-griechischen Wurzeln am Design des Kleinwagens unter dem Codenamen „Mosquito“ gearbeitet. Der Morris Minor kann mit Fug und Recht als britischer Volkswagen bezeichnet werden, denn in der Bauzeit von 1948 bis 1971 wurde er 1,3 Millionen Mal verkauft.
Im Februar 1961 konnte der Morris Minor den Rekord des meist verkauften britischen Automobils einnehmen, denn das 1 millionste Modell, ein Morris Minor 1000, lief vom Band. Der Morris Minor 1000 wurde als 3. Serie ab 1956 in Oxford/Birmingham gebaut. Äußerlich wurden nur wenige Veränderungen zu dem Mark 2 Modelle vorgenommen. Die 1000er Modelle wurden mit dem Motor des Austin A35 ausgestattet, einem 4 Zylinder Motor mit einem Hubraum von 948 ccm und einer wesentlich robusteren Kurbelwelle. Auch das Getriebe wurde ausgetauscht und war fortan besser abgestuft. 1962 erhielten die Morris Minor 1000 Modelle sogar noch einen 1098 ccm Motor mit dem eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 120 km/h kein Problem war. Der Verbrauch lag etwa bei 6 Liter auf 100 Kilometer.

 

 

 


Aber seien wir ehrlich: der Morris Minor ist eher ein Fahrzeug das Gemütlichkeit ausstrahlt und auch mit dem stärkeren Motoren mehr Familienkutsche und Nutzfahrzeug als Rennwagen. Deshalb wurde ab 1953 auch das Konzept einer „Kombi“ Version aufgegriffen und in der Form des Travellers präsentiert, einem auf einem Holzrahmen aufgebauten Lieferwagen. Die Struktur des Holzrahmens entsprach dem Design des amerikansichen „Woody“ Kombis, aus der Ära der 50er Jahre. Zwischen 1953 und 1971 liefen 215.328 Traveller Modelle vom Band.
Der Holzkoffer aus Eschenholz am Heck wurde ab den vorderen Türen mit Aluminium-Blechen verkleidet. Am Heck öffneten zwei Flügeltüren den tief liegenden Laderaum des Minors. Seitlich befindet sich jeweils ein Schiebefenster.
Der Traveller fand vor allem auch in den Vereinigten Staaten großen Absatz. Er gilt als kleines Raumwunder und zeigt sich sehr robust. In Europa sind noch einige Exemplare vorhanden, doch wegen des Holzaufbaus ist beim Kauf große Vorsicht geboten, denn ein Neuaufbau ist sehr aufwendig, auch wenn es eine sehr gute Teile-Versorgung aus Großbritannien gibt.